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Wie Briefwahl in Spanien manipuliert werden kann
Eine Analyse aus Jaén zeigt: 10 gefälschte Briefwahlen pro Wahllokal könnten Mandate entscheiden. Die persönliche Stimmabgabe senkt das Risiko.
Die Briefwahl ist für den einzelnen Wähler sicher: Die Wahrscheinlichkeit, dass sein Stimmzettel ausgetauscht wird, ist praktisch null. Das Risiko liegt nicht im Austausch, sondern in der Lücke bei der Kontrolle des Wählerverzeichnisses: Wer die historischen Nichtwähler namentlich kennt, kann deren Stimmen abgeben, ohne dass es auffällt.
Die erste Lehre ist beruhigend: Wenn jemand per Brief wählt, wird seine Stimme nicht manipuliert. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist praktisch null. Das System schützt die Kette zwischen Wähler und Urne hinreichend gut.
Das Problem ist ein anderes. Das Problem ist, dass das System über das Wählerverzeichnis angegriffen werden kann, nicht über den Umschlag. Und dort sind die Verteidigungen viel dünner.
## Wer nie wählt, hat einen Namen
Die Regierung kennt die genauen Daten des Wählerverzeichnisses: Wahlkreise, Wahllokale und vor allem die Wahlbeteiligung. Diese Informationen stammen aus dem Wahlprotokoll und von den Parteivertretern. Es ist kein Geheimnis: Es ist ein öffentliches Register, das Lokal für Lokal konsolidiert wird.
Mit diesem vollständigen Verzeichnis in der Hand weiß man nicht nur den Prozentsatz der Enthaltungen. Man weiß, wer nicht wählt, mit Namen und Vornamen. In Spanien gibt es Hunderttausende Menschen, die bei jeder Wahl nicht wählen. Sie sind das perfekte Ziel: Niemand wird eine Stimme reklamieren, die er nie abgegeben hat.
## Die Arithmetik von Jaén: 10 Stimmen pro Wahllokal
Setzen wir Zahlen auf den Tisch. Die Provinz **Jaén** hat **869 Wahllokale**. Ihr Wählerverzeichnis umfasst rund **504.000 Wähler**. Bei einer durchschnittlichen Enthaltung von **27%** bleiben allein in Jaén etwa **144.000 Nichtwähler**.
Wenn jemand mit Zugang zum Verzeichnis und Kontrolle über **Correos** (die spanische Post) diese Daten kreuzt, kann er Briefwahlen im Namen derer abgeben, die nie wählen. Es ist nicht nötig, die Wahllokale zu überschwemmen. Es reicht, 10 Stimmen pro Wahllokal einzuführen: **8.690 Stimmen** in der gesamten Provinz. Eine chirurgische Veränderung, fast unsichtbar im Gewühl der Stimmen.
Das Risiko, dass der Nichtwähler erscheint, um zu wählen, ist gering; und wenn er erscheint, bleibt es eine weitere Anekdote unter den Tagesvorfällen. Der typische Schlaukopf, der zweimal wählen wollte.
## Die Mandate, die mit weniger als 1.400 Stimmen entschieden wurden
Bei den letzten andalusischen Wahlen entriss der **PSOE** der **VOX** das letzte Mandat durch **239 Stimmen**. Bei den allgemeinen Wahlen betrug der Unterschied **8.787 Stimmen** zugunsten der VOX. Durch Manipulation des Verzeichnisses und der Briefwahl wäre dieses letzte Mandat sozialistisch geworden. Nur mit 10 Stimmen pro Wahllokal.
Dies ist kein Einzelfall. Im Jahr 2023 wurde das letzte Mandat durch minimale Margen entschieden: **Girona**, **363 Stimmen** von Junts zur PP; **Kantabrien**, **428 Stimmen** von der PP zur VOX; **Madrid**, **1.363 Stimmen** von der PP zum PSOE; **Albacete**, **1.287 Stimmen** vom PSOE zur VOX; **Tarragona**, **1.298 Stimmen** von Junts zur PP.
Bedeutet dies, dass die Wahlen manipuliert sind? Nein. Es gibt keine Beweise dafür, dass es geschehen ist. Aber es ist möglich, sie auf diesem Weg zu manipulieren, und wer Zugang zum Verzeichnis und zu Correos hat, besitzt die technische Fähigkeit, es zu versuchen.
## Was tun: Persönlich wählen und die Enthaltung senken
Die erste Empfehlung ist einfach: Außer wenn es unmöglich ist, persönlich statt per Brief wählen. Je geringer der Anteil der Briefwahlen, desto schwieriger ist es, betrügerische Stimmen einzuschleusen, weil sie zwischen den legitimen Umschlägen weniger unbemerkt bleiben.
Die zweite besteht darin, diejenigen zum Wählen zu bewegen, die es nie tun. Auch wenn leer gewählt wird. Je niedriger die Enthaltung, desto kleiner der Spielraum für Betrug. Die leere Stimme zählt als Beteiligung und reduziert den Raum, in dem man unentdeckt handeln kann.
Nichts davon ist eine Anschuldigung mit Beweisen. Es ist ein Übungsaufgabe der Wahlarithmetik anhand öffentlicher Daten. Aber es lohnt sich, dies im Hinterkopf zu behalten: Die Sicherheit der Briefwahl für den einzelnen Wähler ist nicht dasselbe wie die Sicherheit des Systems insgesamt. Und Wahlen werden manchmal durch weniger Stimmen entschieden, als in einem einzigen Wahllokal ausgezählt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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