Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Wettmärkte sehen Spaniens PP vorn, Vox dominiert die Debatte
Die Wettmärkte geben Spaniens PP eine 75-prozentige Gewinnchance, doch die Debatte dreht sich darum, ob mit Vox regiert wird, und um das Risiko einer letzten Wendung.
Die Wettmärkte machen die PP zur Favoritin, der Blick richtet sich auf Vox
Die PP gewinnt klar. Das sagen die Wettmärkte, und genau da beginnt das Problem: Über den Sieger wird nicht gestritten, nur über die Größe des Siegs. Es geht nicht darum, ob Feijóo es nach La Moncloa (Amtssitz des spanischen Ministerpräsidenten) schafft, sondern ob er mit 210 Sitzen dorthin kommt – und ob Vox in der Regierung sitzt oder nicht. 75 zu 25 auf den Prognosemärkten, und das ist gerade kein sicheres Ding.
Auffällig ist das Misstrauen. Eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit klingt nach einem Urteil, aber in diesem Land sind die Umfragen so oft danebenliegend, dass der Prozentsatz eher wie eine Warnung gelesen wird denn wie eine Prognose. Manche erinnern daran, dass die Wettmärkte bei den letzten Wahlen zu diesem Zeitpunkt ebenfalls einen ähnlichen Abstand anzeigten – und das Endergebnis ein anderes war. Das Gedächtnis der Wählerschaft ist selektiv, das der Wetter nicht.
Warum verlässt sich niemand auf 75 Prozent?
Das meistgenannte Argument ist die Volatilität. Bei Politikwetten ist Präzision selten, und als Beispiel wird Brasilien genannt: Ein Kandidat lag deutlich vorn, am nächsten Tag hatte sich das Bild umgedreht. Eine solche Wendung, auf Spanien übertragen, macht jeden Prozentsatz zu nassem Papier. Der Unterschied zu einem Fußballspiel: Hier wählt auch der Schiedsrichter.
Über der Diskussion schwebt der Verdacht des Betrugs. Es ist keine formale Anschuldigung, sondern ein Gemurmel: Die Regierung habe die Maschinerie, die gekippten Dekrete seien Teil des Drehbuchs gewesen, die vorgezogene Wahl folge einer Kalkulation. Niemand beweist es, aber die Hypothese kursiert so selbstverständlich wie das Wettergespräch.
Das Szenario, das niemand ausschließt: eine verdeckte Große Koalition
Jenseits des Siegers verzweigt sich die Analyse. Ein Szenario sind 210 Sitze mit Vox, das die Regierung stützt. Das andere, leisere und für manche beunruhigendere, ist eine verdeckte Große Koalition mit dem, was von der PSOE übrig bleibt. Diese Möglichkeit, die im Wahlkampf niemand unterschreibt, taucht in allen Prognosen als Plan B auf, den niemand beim Namen nennen will.
Fast alle Lesarten teilen die Auffassung, dass das Ergebnis wenig ändern wird. Manche fassen es in einem „Wird ohnehin egal sein“ zusammen, das wie eine vorzeitige Kapitulation klingt. Die Staatsmaschinerie, die europäischen Verpflichtungen und die Haushaltsträgheit begrenzen den Spielraum jedes Bewohners von La Moncloa, ganz gleich welcher Farbe.
Was für Vox nach dem 29. November auf dem Spiel steht
Die am häufigsten geäußerte Erwartung ist, dass Vox genug Stimmen holt, um die Aufhebung der Gesetzgebung der Sánchez-Regierungen zu erzwingen. Das ist das Versprechen, das einen Teil der Wählerschaft mobilisiert – und zugleich das, das den meisten Lärm erzeugt. Die Vorstellung, ein deutliches Ergebnis erlaube die Rückabwicklung der in der letzten Legislatur beschlossenen Gesetze, funktioniert als Wahlkampfargument, obwohl die parlamentarische Arithmetik selten so einfach ist.
Ein Überholen der PSOE durch Vox ist eine weitere der kursierenden Hypothesen. Es ist keine Prognose, sondern ein laut ausgesprochener Wunsch: Überholt Vox die Sozialisten, verändert sich die politische Landkarte auf eine kaum zu übertreibende Weise. Im Moment ist es genau das: eine Möglichkeit, die die Wettmärkte nicht klar abbilden.
Der Tag danach: kalte Schauer und offene Rechnungen
Die Wahlnacht des 29. November wird lang werden. Manche beschreiben das Gefühl so: mitten im Wald stehen, es regnet, und plötzlich taucht die Parka auf. Die Metapher stammt von ihnen und trifft die Stimmung gut: Statistische Gewissheit nimmt nicht die Angst vor einem unerwünschten Ergebnis.
Das Szenario, das einen Teil der Wählerschaft am meisten beunruhigt, sind vier weitere Jahre des amtierenden Ministerpräsidenten. Nicht weil die Wettmärkte es hergeben, sondern weil die restlichen 25 Prozent genau das bedeuten: jeder Vierte. Und in der Politik genügten 25 Prozent schon mehr als einmal, um Regierungen zu stürzen.
Vor diesem Hintergrund ist die ehrlichste Prognose die, die sich nicht festlegen will. Die PP gewinnt laut den Märkten, Vox bestimmt laut den Umfragen die Bedingungen, und die PSOE hält sich laut eigener Rechnung. Am 29. November wird sich zeigen, wer recht hatte. Bis dahin wettet jeder, was er verlieren kann.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).
Nach dem Scheitern seiner Wohnungsdekrete setzt Pedro Sánchez in Spanien Neuwahlen für den 29. November an. Eine kurze und angespannte Kampagne steht bevor.
Das sogenannte Maricarmen-Dekret zur Wohnungspolitik wird am Dienstag im Kongress abgestimmt. Junts, Paketlösungen und politische Inszenierung dominieren die Debatte.
Eine Umfrage sieht PP und Vox bei 212 Mandaten. Vox gewinnt dazu, die Linke verliert stark. Diese Mehrheit macht eine Reform des spanischen Wahlgesetzes wieder möglich.
Ayuso bestätigt den Fund von Mikrofonen in den Büros der Quirón-Gruppe. Der Fall erinnert an die Affäre um das Hospital de Torrejón und weckt erneut Verdacht politischer Spionage.
Das Aussehen des spanischen Ministerpräsidenten löst Spekulationen über seine Gesundheit und seine Fähigkeit aus, die Wirtschaft zu steuern. Schauspielstrategie oder echte Erschöpfung?
Die alte Debatte, ob es unter Franco keine Verbrechen gab, stellt die Zensur des Regimes dem heutigen Sensationalismus gegenüber. Gab es mehr Kriminalität oder nur mehr Lärm?