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Wer Senioren im Supermarkt hilft – und wer nicht mehr
Ein Joghurt für ältere Menschen von obenem Regal zu holen ist zum gesellschaftlichen Test geworden: Höflichkeit, digitale Kluft, Einsamkeit und moralische Vorwürfe im selben Gang.
Der Joghurt, der nicht erreichbar ist: eine Analyse der Hilfe für Senioren
Ein Packung Joghurt im obersten Regal. Ein Arm, der nicht reicht. Und eine Entscheidung, die in zwei Sekunden fällt und mehr verrät, als es scheint. Die Szene wiederholt sich in jedem Supermarkt: Ein älterer Mensch bittet einen jüngeren Fremden, ihm ein Produkt herunterzunehmen, und der Jüngere entscheidet, ob er hilft, ob er so tut, als würde er es nicht hören, oder ob er eine Predigt loswird. In diesem minimalen Austausch wird ein Kampf ausgetragen, der von der Höflichkeit bis zur Sarracena reicht.
Denn die Geste ist fast nie nur die Geste. Den Joghurt zu holen dauert fünf Sekunden; das anschließende Gespräch auszuhalten kann eine Viertelstunde dauern. Und genau da bricht der Konsens.
Warum das hohe Regal zum gesellschaftlichen Test geworden ist
Es liegt nicht daran, dass die Produkte höher stehen. Es liegt daran, dass weniger Menschen im Laden sind, um sie zu erreichen. Wenn Verkäufer fehlen und die Kassen automatisiert werden, bleibt dem, der nicht hinkommt, nur zwei Möglichkeiten: auf einen Mitarbeiter warten, der vielleicht nie kommt, oder einen anderen Kunden suchen. Der Supermarkt hat eine Aufgabe an die Mitmenschen delegiert, die früher sein Personal erledigte.
Und da tauchen die Fälle auf, die nichts mit Körpergröße zu tun haben. Ein Mann um die vierzig, der einen Fremden bittet, ihm das Etikett eines Biers vorzulesen, weil er nicht lesen kann. Eine Frau, die die Taste für den Obstticket-Ausdruck nicht findet, versteckt auf einem zweiten Bildschirm. Ein Produkt herunterzunehmen ist das Leichte; das Schwierige beginnt, wenn Hilfe analog sein soll in einer Welt, die nur noch mit Bildschirmen funktioniert.
Der Nachbar, der die Karte nicht benutzen kann und zu Weihnachten Turron verschenkt
Es gibt einen Fall, der alle anderen zusammenfasst: derjenige, der einem älteren Nachbarn das Smartphone entsperrt, ihm juristische Dokumente vorliest, ihm den Sozialstromtarif beantragt und am Ende faktisch seinen Personalausweis und den Aufbewahrungsort seiner Rente verwahrt. Die Bezahlung kommt in Form eines Pakets mit Turron, Pralinen und einem Lotterielos. Und mit einer unbequemen Warnung: Wäre diese Person nicht vertrauenswürdig, hätte sie alles in der Hand, um ihn auszunehmen.
Die digitale Kluft lässt sich nicht mit gutem Willen schließen. Sie wird mit Flicken überdeckt, einer pro Nachbar.
Die Rechnung, die manche zu zahlen glauben
Demgegenüber steht eine Strömung, die keine Nuancen kennt: Sie behauptet, die Renten seien seit der Pandemie um 30% erhöht worden, die Medikamente seien kostenlos und es gebe IMSERSO-Reisen (günstige Seniorenreisen des spanischen Staates) für 50 Euro – und folgert daraus, es gebe nichts zu danken. Das ist die buchhalterische Version der Solidaritätslosigkeit, und sie vermischt zwei verschiedene Dinge: die Politik öffentlicher Ausgaben und den Herrn, der nicht an den Joghurt herankommt.
Die häufigste Antwort ist die gegenteilige: Diese Senioren haben das Wenige aufgebaut, was noch steht. Und ein dritter Weg, ein kühlerer, reduziert alles auf ein Managementproblem: Wenn der Laden Geld verdient, dann soll der Laden garantieren, dass die Produkte zugänglich sind.
Mit diesen Zutaten geht die Rechnung nicht auf. Die einen sehen eine sarracena Pflicht, die anderen eine Rechnung und wieder andere eine Externalität, die der Handel bezahlen sollte. Niemand weiß noch, auf welche Seite des Regals er treffen wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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