Weihnachtsessen der Firma: 25 Euro für ein Menü, das sonst 13 Euro kostet

Ein spanischer Beamter rechnet aus, dass das Tagesmenü für 13 Euro beim Weihnachtsessen seiner Behörde 25 Euro kostet, Getränke nur teilweise inklusive sind – und beschließt, nicht hinzugehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Weihnachtsessen der Firma: 25 Euro für ein Menü, das sonst 13 Euro kostet
Weihnachtsessen der Firma: 25 Euro für ein Menü, das sonst 13 Euro kostet

25 Euro für ein Menü zahlen, das das ganze Jahr über 13 Euro kostet? Das ist die Rechnung, die ein spanischer Beamter anstellt, bevor er beschließt, nicht zum Weihnachtsessen seiner Behörde zu gehen. Seine Überlegung: Vorspeise, Hauptgang, Getränk und Dessert für 10 oder 12 Euro in jeder beliebigen Kneipe um die Ecke, gegen die 25 Euro, die man ihm für dasselbe Menü verlangt, das nun «Häppchen zum Teilen» heißt. Und mit einem zusätzlichen Haken, so sein Bericht: Die Getränke sind nicht vollständig inbegriffen, sodass die Rechnung auf 30 Euro steigen kann, wenn jemand noch eine Runde bestellt.

Die Diskussion, die darauf folgt, dreht sich nicht nur um 25 Euro. Es geht darum, wer zahlt, warum gezahlt wird und was man mit dem Geld genau kauft.

Was das betriebliche Weihnachtsessen wirklich kostet

Die Rechnung stellt der Teilnehmer an, der den Thread eröffnet, und andere Foristen teilen sie. Das normale Tagesmenü kostet zwischen 13 und 15 Euro, so seine Version. Im Dezember serviert dasselbe Restaurant es als Weihnachtsmenü für 25 Euro, mit Häppchen zum Teilen und einem Krug Bier für je vier Gäste, sodass jeder nur ein Glas bekommt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis, so seine These, stimmt nicht mehr.

Manche halten dagegen, dass 25 Euro kein Vermögen sind: Zwei bestellte Pizzen kosten das Gleiche, so ein Kommentar. Das Problem sei für Kritiker des Aufpreises nicht der absolute Betrag, sondern der saisonale Zuschlag und das, was man dafür bekommt. Das Menü werde teurer, weil sich die Nachfrage auf bestimmte Termine konzentriert, und das Restaurant wisse das, argumentieren sie. Würde niemand diese Preise akzeptieren, gäbe es keine Erhöhung, fügen sie hinzu.

Der letzte Haken ist laut dem ursprünglichen Bericht das Getränk. Die Rechnung beginnt bei 25 und endet bei 30 oder 40 Euro, wenn jemand Drinks bestellt, die nicht eingeplant waren, rechnet er vor. Diese Aufschlüsselung überzeugt so manchen, zu Hause zu bleiben.

Wer zahlt das betriebliche Weihnachtsessen?

Hier öffnet sich der tiefste Riss. Ein Teil vertritt die Auffassung, dass ein Firmenessen die Firma zahlt, ohne Ausnahmen. Wenn der Mitarbeiter das Geld gibt, sei es kein Firmenessen, sondern ein Treffen unter Kollegen mit aufgeklebtem Firmenlabel, so die Argumentation. Der Unterschied ist nicht semantisch – er verändert, wer entscheidet, wer reserviert und wer die Kosten trägt.

Am anderen Ende stehen diejenigen, die in Firmen arbeiten, wo das Essen die Firma zahlt, mit Hotel, Anreise von Mitarbeitern aus mehreren Provinzen, freier Bar und Tanz bis drei Uhr morgens, so der Bericht eines Foristen. Die Neuen staunen nicht schlecht, heißt es. Dieser Kontrast erklärt, warum der Ärger nicht proportional zum Preis ist: Er hängt davon ab, ob das Geld aus der eigenen Tasche oder aus dem Firmenbudget kommt.

Und dann gibt es noch die Version derer, die sagen: Der Chef lädt nicht ein, sondern zahlt mit dem Geld der Mitarbeiter. Das Gehalt steigt nicht, die Ausgabe wird auf den Beschäftigten abgewälzt und die Hierarchie bleibt unangetastet, so das Argument. Manche erinnern sich, dass es in ihrer Firma nie einmal ein Weihnachtsgetränk gab und die Kollegen selbst je fünf Euro beisteuerten, um am letzten Freitag vor den Feiertagen etwas zu knabbern. Die Chefs erschienen, tranken etwas und hielten eine Glückwunschrede, so dieses Zeugnis.

Warum immer mehr Leute Betriebsfeiern fernbleiben

Das am häufigsten genannte Argument hat mit Geld nichts zu tun. Es geht um Zeit. Wer acht Stunden täglich für die Firma arbeitet gegen ein Gehalt, sehe keinen Grund, auch noch die Freizeit für einen Teller Linseneintopf herzugeben, so ein Forist. Teamgeist und Arbeit in denselben Satz zu packen, klinge zumindest seltsam, fügt er hinzu.

Dazu kommt die Heuchelei. Mit demjenigen essen zu gehen, der einem das ganze Jahr ein Bein gestellt hat, an einem festen Tag und noch dazu selbst bezahlt, hat mit einer Feier wenig zu tun, so mehrere Kommentare. Manche fassen es ungeschönt zusammen: die Heuchler-Dinner. Andere weisen darauf hin, dass der Abend des Essens der perfekte Moment ist, den Chef zu umgarnen oder der Kollegin, die einem gefällt, näherzukommen. Trifft beides nicht zu, ist es eine völlig rationale Option, zu Hause eine Serie zu schauen, so diese Sichtweise.

Den sozialen Druck erledigt der Rest. Niemand will der Seltsame sein, der nicht mitkommt, heißt es. Aber genau diese Angst, hervorgehoben zu werden, hält das System am Laufen, so das Argument: Wenn alle mitmachen, um nicht der Office-Nerd zu sein, sinken die Preise nicht, und die Dynamiken wiederholen sich jedes Dezember. Die Kette zu brechen hat einen sozialen Preis – und den sind viele nicht mehr bereit zu zahlen.

Selbstständige und Beamte: die beiden Extreme desselben Problems

Selbstständige haben es per Definition gelöst, so ein Kommentar. Ihr Firmenessen feiern sie, wann sie wollen, wo sie wollen und, wenn es ihnen passt, im Jogginganzug. Ein neun-Euro-Eintopf in der Kneipe nebenan erfüllt dieselbe soziale Funktion wie das 25-Euro-Weihnachtsmenü – mit dem Vorteil, dass einem am Monatsende niemand die Rechnung vorlegt, ironisiert er.

Im öffentlichen Sektor sieht es anders aus. Der Thread-Eröffner ist Beamter, und das Essen findet unter Beamten statt, ohne zahlende Firma und ohne einladenden Chef, wie der Teilnehmer selbst klarstellt. Das beseitigt den Hierarchie-Nachteil, aber das Preisproblem bleibt unangetastet, so seine Meinung: dasselbe Tagesmenü, derselbe saisonale Aufpreis und dasselbe Gefühl, für ein Label zu viel zu zahlen.

Dazwischen liegt eine stille Mehrheit, die nach und nach ohne Aufsehen ferngeblieben ist, so mehrere Stimmen. Leute, die im einen Jahr einfach nicht hingingen – und im nächsten auch nicht. Ohne Drama, ohne Reden und ohne dass ihnen etwas fehlte.



Am Ende lautet die Frage nicht, ob 25 Euro viel oder wenig sind. Sondern ob das Menü der Eckkneipe, serviert mit Weihnachtstischdecke und einem Krug Bier für je vier Personen, im Dezember das Doppelte wert ist. Die Antwort kennt das Restaurant, das den Preis erhöht, weil es kann, so die Kritik. Und derjenige, der zahlt – der hat in diesem Jahr beschlossen: nein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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