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Warum in Spanien rechnerisch 175 Millionen Menschen Platz hätten
Multipliziert man die Bevölkerungsdichte Japans mit den 505.990 km² Spaniens, ergibt das 175 Millionen Einwohner. Die Rechnung ignoriert Wasser, Landwirtschaft und Infrastruktur.
Von Monaco bis Japan: der arithmetische Trick mit der Dichte
Ein Teilnehmer behauptet, Japan habe eine 3,5-mal höhere Bevölkerungsdichte als Spanien. Aus dieser Zahl ergibt sich die Ziffer, die die gesamte Diskussion ordnet: Nach dieser Rechnung würden 175 Millionen Einwohner auf die 505.990 km² des Landes passen, und mit konservativerer Rechnung würden 100 Millionen in fünfzehn Jahren genügen. Die Arithmetik geht auf. Der Rest der Sache nicht.
Woher kommen die 175 Millionen Einwohner?
Aus dem Quotienten der japanischen und der spanischen Dichte. Wenn in Japan 3,5-mal mehr Menschen pro Quadratkilometer leben, ergibt die Übertragung dieses Verhältnisses auf Spanien die genannte Zahl. Es gibt eine aggressivere Variante desselben Spiels, die die Dichte Monacos heranzieht: 36.000 Einwohner pro km² multipliziert mit den 3 Millionen km² Argentiniens ergäben 108.000 Milliarden Menschen, das Dreizehneinhalbfache der Weltbevölkerung.
Laut der Korrektur, die im selben Thread vorgenommen wird, ist der Ausgangswert überhöht. Milei, der diese Rechnung anstellt, räumt selbst das „si no me equivoco“ ein („wenn ich mich nicht irre“), und die tatsächliche Dichte des Fürstentums liegt bei rund 19.000–20.000 Einwohnern pro km²; die Fläche Argentiniens ohne antarktische Gebietsansprüche beträgt 2,78 Millionen km². Korrigiert ergeben sich etwa 53.000 Milliarden, die Hälfte der ursprünglichen Zahl. Und Monaco importiert 100 % seiner Nahrung, seines Wassers und seiner Energie. Es ist der Trick des Gauklers: Die Zahl beeindruckt, und niemand schaut auf den Betrug.
Wasser entscheidet mehr als der Quadratmeter
Ein Gebiet misst sich nicht in Quadratkilometern, sondern in Hektar Bewässerungsland und Stausee-Kubikmetern. Und dort kehrt sich das Vorzeichen um: Das Szenario, das einer der Teilnehmer entwirft, deutet auf [B>Ressourcen, die höchstens 20 Millionen Menschen ernähren[/B], mit einer Landwirtschaft, die von Importen von Treibstoff, Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und zertifiziertem Saatgut abhängt.
80 Millionen zusätzliche Münder in diese Gleichung einzusetzen verlangt eine Erklärung, woher der Weizen kommen soll. Die zynischste Antwort, die kursiert, ist die elektrische Autarkie durch Solarpanels und Windräder, die jede letzte anbaufähige Hektar ausradieren – mit der teuersten Energierechnung Europas. Ein anderer vorgeschlagener Weg ist, Wasser und Boden künftigen Rechenzentren zu überlassen. In Indien leben laut einer anderen Nachricht 450 Menschen pro km², aber der Vergleich bricht genau dann zusammen, wenn gefragt wird, wer die Importe bezahlt.
Warum sich Frankreich und Deutschland besser verteilen als Spanien?
Frankreich und Deutschland haben deutlich größere Bevölkerungen als Spanien auf vergleichbaren Flächen getragen. Der Unterschied liegt nicht in der Gesamtzahl, sondern auf der Karte: 90 % der spanischen Bevölkerung lebt in wenigen städtischen Ballungsräumen, während das Landesinnere entvölkert wird. Das ist das stärkste Argument derer, die Spielraum sehen: Es fehlt nicht an Fläche, es fehlt an Verteilung.
In Málaga ist die Debatte die gegenteilige. Die Preise für Wohnraum und Dienstleistungen steigen, der Tourismus belegt das Zentrum, und ein Teil der einheimischen Bevölkerung denkt über Fortzug nach. Ein Teil der Beiträge hält nicht den Besucher für das Problem, sondern eine Kommunalpolitik, die sich seit dem Jahr 2000 auf ihn konzentriert. Die Stadt hat kein Flächenproblem, sondern ein Geldproblem.
Einwanderung: die Variable, die in die Rechnung hineinschlüpft
Eine andere Strömung der Debatte lenkt die demografische Diskussion in Richtung Migrationspolitik, mit dem Vorschlag, die Einbürgerung an eine Ansiedlung in entvölkerten Regionen zu knüpfen. Ein Teil der Beiträge reagiert mit offener Feindseligkeit gegenüber den Neuankömmlingen. Andere Beiträge wiederum fordern Arbeitskräfte – Kellner auf den Kanaren, Bauarbeiter, Bäcker –, und diese Arbeitsplätze liegen nicht im entvölkerten Spanien („España vaciada“).
Zwischen beiden Extremen bleibt ein blinder Fleck. Gesundheitsversorgung, Schulen, Verkehr und fließend Wasser vervielfachen sich nicht per Erlass, wenn eine Gemeinde ihre Bevölkerung schlagartig verdoppelt.
Haben 175 Millionen Platz? In einer Tabellenkalkulation zweifellos. Die Frage, die niemand beantwortet hat – weder mit Monaco noch mit Japan als Referenz –, lautet: Wie viele halten Stausee, Krankenhaus und die Lohnliste im August aus?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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