Warum in Spanien alles teurer wird, obwohl die Löhne nicht steigen

Alles wird teurer bei eingefrorenen Löhnen: Die Sozialabgaben machen rund 30 % der Arbeitgeberkosten aus, und die Auslandshilfe wird auf über 100 Milliarden Euro geschätzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum in Spanien alles teurer wird, obwohl die Löhne nicht steigen
Warum in Spanien alles so teuer ist, obwohl die Löhne nicht steigen

Alles wird teurer. Der Lohnzettel nicht. Und die Frage, die an der Supermarktkasse in der Luft hängt, ist immer dieselbe: Wenn die Gehälter seit Jahren stagnieren, wo bleibt dann die Differenz? Ausgangspunkt ist eine schonungslose These, die einige Teilnehmer vertreten: Genau diejenigen, die nicht arbeiten, horten das Geld. Von da an zeichnen die Zahlen, die auf den Tisch kommen, ein deutlich weniger geordnetes Bild als die offizielle Erzählung.

Warum steigt alles, wenn die Leute gleich viel verdienen?

Die Preise legt der spanische Verbraucher nicht über die Nachfrage fest, und darin liegt der erste Riss. Manche führen den Anstieg auf einen Mangel an Produktion bei Grundgütern zurück — Olivenöl und Erdöl sind die am häufigsten genannten Beispiele —, andere nennen zusätzlich die steigenden Zinsen als weiteren Treibstoff. Die Energie erscheint in fast allen Versionen als zentraler Kanal: Steigt sie, wirkt sie in zweiter Runde auf alles durch, denn alles verbraucht Energie und logistischen Transport.

Und bei dieser Weitergabe gibt es einen stillen Gewinner. Je teurer alles wird, desto mehr nimmt der Staat ein. Die 21 % Mehrwertsteuer auf jede Reparatur, auf Kraftstoff, auf jeden Schuh- oder Kleiderkauf: Jede Preiserhöhung füllt die Staatskasse, ohne dass eine einzige Steuer angefasst werden müsste.

  • Mehrwertsteuer: 21 % auf die meisten Waren und Dienstleistungen
  • Sozialabgaben: rund 30 % der Arbeitgeberkosten
  • Beitragsbemessungsgrenze: etwa 4.000 Euro pro Monat

Wie viel der Staat von jedem Gehalt behält

Der Teil, der am meisten wütend macht, lässt sich beziffern. Von jedem Gehalt zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen rund 30 % Sozialabgaben auf die Arbeitgeberkosten: Bei 20.000 Euro Bruttogehalt liegen die realen Kosten für das Unternehmen bei etwa 25.000 Euro, so die vorgelegte Rechnung. Das Problem: Dieser Beitrag hat eine Obergrenze — etwa 4.000 Euro monatlich —, sodass Topverdiener anteilig nicht mehr beitragen. Die Pogre endet genau dort, wo sie richtig spürbar würde.

Und was ist mit hohen Einkommen? Es kursiert eine Rechnung, die man wegen ihrer Wucht mit Vorsicht genießen sollte: Wer 5.000 Euro netto im Monat verdient, trägt durch Steuern auf Arbeit, Konsum und Erbschaft einen Abzug von rund 85 % dessen, was er erwirtschaftet. Die Zahl wird bezweifelt, aber sie macht das vorherrschende Gefühl deutlich: Das System belohnt es nicht, mehr zu leisten.

Die 100 Milliarden, die abfließen und nie zurückkommen

Hier wird der Ton schroffer. Es wird behauptet, Spanien gebe jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro für Auslandshilfe aus, die autonomen Gemeinschaften kosteten weitere 100 Milliarden, rund 25.000 NGOs würden finanziert und die Ausgaben für Gleichstellungspolitik erreichten 20.319 Millionen Euro. Diese Zahlen werden eher als Anklage denn als geprüfte Buchführung verwendet, und das sollte man sich merken: Sie stammen nicht aus einem offiziellen Dokument, sondern aus der Rechnung derer, die sie anprangern.

Die Begleiterzählung ist immer dieselbe: Geld, das zum Fenster hinausfliegt, während die produzierende Klasse den Gürtel enger schnallt. Die Physik dahinter ist einfach — was an einer Stelle ausgegeben wird, kann an einer anderen nicht ausgegeben werden —, auch wenn die Buchhaltung dazu weit umstrittener ist.

Arbeiten bis 70 und dabei volle Terrassen sehen

Ein Bild kehrt immer wieder verbittert zurück: Während der Angestellte die Tage zählt, die ihm bis zur Rente mit 70 bleiben, sind die Terrassen voll — an jedem Wochentag. Die Szene ist eher Anekdote als Datenpunkt — ein Rentner auf einer Terrasse beweist keine Theorie über Staatsausgaben —, aber sie erklärt, warum sich die Wahrnehmung verfestigt, dass wenige viele tragen.

Die Kluft zwischen Produktiven und Extraktiven

Unter den Zahlen liegt der eigentliche Bruch. Ein Teil der Analyse teilt die Gesellschaft in eine produktive und eine extraktive Klasse: diejenigen, die mit ihrer Arbeit Wohlstand schaffen, gegenüber denen, die von öffentlichem Geld, Subventionen, Aufschlägen oder Renten leben. Die Spannung wächst, wenn behauptet wird, nur 25 % der Bevölkerung arbeiteten, während die anderen 75 % durchgefüttert würden — ein Verhältnis, das einer ernsthaften Prüfung nicht standhält, aber eine weitverbreitete Wahrnehmung einfängt.

Auffällig ist, dass die Rezepte für den Ausweg aus dem Loch in entgegengesetzte Richtungen gehen. Manche raten, Beamter zu werden, um sich den Teil des Kuchens zu sichern, der in die eigene Tasche fließt. Andere setzen auf einen Konsumstreik und geben dem System nur das absolut Nötige zurück. Nicht einmal darüber, ob das Problem die Steuern, die Schulden oder das Design des Arbeitsmarktes selbst sind, herrscht Einigkeit.

Lässt sich ein System reparieren, in dem mehr zu leisten kaum das Leben verbessert und in dem alle darin übereinstimmen, dass etwas nicht aufgeht — aber niemand darin, woran es liegt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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