Von Jack Parsons bis Dua Lipa: Okkultismus zwischen Raketentechnik und Pop

Jack Parsons, das Babalon Working, Musikgeschmack und Dua Lipa: Der Okkultismus schleicht sich in die ungewöhnlichsten Forumdebatten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die seltsame Verbindung zwischen Jack Parsons, dem Babalon Working und Dua Lipas Pop

Dass ein Raketeningenieur der 40er Jahre versuchen wollte, den Antichristen mit einem Menstruationsblut-Ritual zu zeugen, klingt nach Drehbuch eines B-Movies. Aber es ist echte Geschichte. Und in heutigen Verschwörungsforen gesellt sich dieses okkulte Experiment neben den Namen eines Popstars: Dua Lipa. Die Verbindung, so abstrus wie vorhersehbar, zeigt, wie der verstaubteste Okkultismus in Memes und Debatten über Musikgeschmack recycelt wird.

Das Babalon Working: Raketen und Dämonen

Jack Parsons, Mitgründer des Jet Propulsion Laboratory, ließ sich mit Aleister Crowley und L. Ron Hubbard ein, um das sogenannte "Babalon Working" durchzuführen. Das Ziel: die "Scarlet Woman" (das scharlachrote Weib) als magisches Gefäß zu verkörpern und das neue Äon zu gebären. Das "magische Ei" war nichts weiter als eine befruchtete Eizelle, allerdings mit theologischem Anspruch. Parsons starb bei einer Explosion in seiner Werkstatt – ein Opfer seiner Leidenschaft für Schießpulver und das Okkulte.

Vom Menstruationsblut zur Flirt-Playlist

Die Debatte entgleist schnell: vom Menstruationsblut als "magischer Tinte" bis zur Diskussion, ob Barry Atschul besser als Bustamante ist, um ein Mädchen zu erobern. Die implizite Schlussfolgerung: Musikgeschmack ist ein Kompatibilitätsmarker fast so stark wie das esoterische Glaubensbekenntnis. Camarón ist die Trennlinie zwischen authentischem Flamenco und dem "verarbeitetem Flamenco" von Niña Pastori. Ana Belén, Muse der spanischen Transition, wird zum Soundtrack der "charos" (prolliger, protziger Frauen). Und Dua Lipa, die unerreichbare Fantasie, wird zum Vorwand für eine Abhandlung darüber, welchen Künstler man bei einem Date auflegen würde.

Okkultismus als Generationen-Meme

Das Kuriose ist, wie Parsons' Ritual, das den Lauf der Menschheit ändern sollte, auf eine Forum-Anekdote reduziert wird: "Wenn Dua Lipa mich um ein Date bitten würde, würde ich Stevie Wonder oder Bruno Mars auflegen?" Die Antwort hängt, wie alles in diesen Debatten, davon ab, an welchen Gott (oder Dämon) man glaubt. Am Ende ist der Okkultismus nur eine Verpackung, um über die ewigen Themen zu reden: Sens, Macht und den Soundtrack unseres Lebens.

Was hat das alles mit Dua Lipa zu tun? Genau so viel, wie man glauben will.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver