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Von der Brieftaube zur E-Mail, die einen nicht aus dem Haus lässt
Die E-Mail verliert ihre Universalität: Sicherheitsmaßnahmen binden sie an das Zuhause. Die Anekdote eines Nutzers, der ein Dokument außer Haus nicht öffnen konnte, zeigt es…
Die E-Mail wird zum 'Neopostdienst': ans Zuhause gefesselt
Gestern versuchte ein Nutzer, ein Dokument seines Zahnarztes vom Handy aus zu öffnen – außer Haus. Unmöglich. Das Sicherheitssystem der E-Mail verlangte, dass er sich an seinem gewohnten Standort befindet, eine von anderem Ort aus verifizierte Telefonnummer hinterlegt oder eine Ausweisprüfung durchläuft. Er musste erst nach Hause zurückkehren, um Zugang zu erhalten. Die Anekdote zeigt ein wachsendes Phänomen: Die E-Mail, einst als universeller Dienst konzipiert, wird zu einem an den physischen Ort gebundenen Service – eine Art digitaler Neopostdienst.
Der Grund ist Sicherheit, doch das Ergebnis ist, dass das Versprechen gebrochen ist, von jedem Gerät und aus jedem Winkel der Welt auf das Postfach zugreifen zu können. Es ist nicht die Schuld eines einzigen Unternehmens: Sowohl Gmail als auch Outlook haben nach und nach Multifaktor-Authentifizierung, Standortverifizierung und Gerätebeschränkungen eingeführt. Das Argument, alles sei freiwillig, kollidiert mit der Realität: Immer mehr Dienste und Behördengänge verlangen die Nutzung dieser Anbieter.
Wer am klassischen Passwort festhält, stößt auf ein System, das ihm nicht vertraut. Eine eigene E-Mail-Domain zu betreiben ist möglich, erfordert aber technisches Wissen und Wartung. Die meisten beschweren sich lieber, als umzuziehen. Unterdessen zwingen Dienste, die vor Jahren noch Synonym für Freiheit waren, dazu, das Handy stets dabei – und eingeschaltet – zu haben, um eine Verifizierungs-SMS zu empfangen. Wie ein Kommentar im Netz zusammenfasst: Am Ende ist ein Bicho oder ein Hacker noch besser als diese Anti-Hacking-Systeme.
Die E-Mail, die den Brief getötet hat, imitiert nun dessen Beschränkungen. Die Paradoxe ist perfekt: Die Sicherheit hat aus dem offensten Werkzeug eine Fessel gemacht. Und während die Nutzer es hinnehmen, rüsten die E-Mail-Anbieter weiter Schlösser nach.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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