Von 15.000 Dollar Gehalt zum IMV: Spaniens Empörung über diese Geschichte

Ein Nutzer behauptet, früher 15.000 Dollar monatlich verdient zu haben und nun vom IMV und der RAI in Spanien zu leben. Andere zweifeln an seinen Berechnungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von 15.000 Dollar Gehalt zum IMV: Spaniens Empörung über diese Geschichte
Von 15.000 Dollar Monatsgehalt zum IMV: Die Zahlen passen nicht

Ein Nutzer, der angibt, 2018 monatlich 15.000 Dollar verdient zu haben, behauptet, seit sechs Jahren nicht mehr zu arbeiten und kurz davor zu stehen, die Renta Activa de Inserción (RAI) gegen das Ingreso Mínimo Vital (IMV) einzutauschen. Die detailliert erzählte Geschichte hat eine Welle von Berechnungen, Misstrauen und Vorwürfen ausgelöst. Denn das Narrativ hat ein Problem: Die Zahlen ergeben keinen Sinn.

Der Verfasser des Beitrags gibt an, 18 Jahre lang gearbeitet zu haben, mit einem ersten Gehalt von 156.000 Pesetas in 14 Zahlungen im Jahr 1999 und einem letzten Gehalt von 15.000 Dollar pro Monat, ebenfalls in 14 Zahlungen, im Jahr 2018. Seitdem, so sagt er, habe er zwei Jahre Arbeitslosigkeit, vier Monate bezahlte Elternzeit durch die Seguridad Social (Sozialversicherung) und zwei Phasen der RAI durchlaufen. In einem Monat würde er die RAI gegen das IMV tauschen, das diesen Betrag angeblich „verdoppelt“. Er berechnet eine zukünftige Rente von 1.200 Euro monatlich.

Wie viel erhält man mit der RAI und dem IMV?

Der erste Riss zeigt sich bei den Beträgen. Die RAI liegt laut seiner eigenen Erzählung bei etwa 500 Euro monatlich. Das IMV, so argumentiert er, würde diese Summe verdoppeln. Verschiedene Analysen des Falls korrigieren die Berechnung: Mit einem unterhaltsberechtigten Kind und ohne andere gemeldete Einkünfte läge die Hilfe bei rund 800 Euro, und die Unterstützung für Personen über 52 Jahren würde kaum 570 Euro überschreiten. Diese Summe reicht nicht aus, um Haus, Familie und Auslandsreisen zu finanzieren.

Hier liegt der Kern des Skeptizismus. Wenn jemand jahrelang 15.000 Dollar pro Monat verdient, ist es logisch, dass er ein Vermögen angehäuft hat, das ihn daran hindert, bestimmte Beihilfen zu beziehen. Die Antwort des Protagonisten lautet, dass seine passiven Einkünfte außerhalb Spaniens liegen, dass er nichts auf seinen Namen besitzt außer der Familienwohnung und dass er nicht einmal in Europa lebt. „Weder das Finanzamt noch die Sozialversicherung erfahren irgendetwas“, behauptet er. Das bedeutet, dass die Geschichte auf steuerlicher Undurchsichtigkeit beruht, nicht auf buchhalterischer Kohärenz.

Die Vermögensvoraussetzung, die die Geschichte entkräftet

Das IMV verlangt, dass ein bestimmtes Vermögenslimit nicht überschritten wird; im Fall einer selbst genutzten Wohnung wird diese nicht angerechnet, aber alle anderen Aktiva schon. Wer Einkünfte, Immobilien oder Investments hat, passt nicht ins Profil. Daher liest sich die Geschichte wie ein Taschenspielertrick: Vom Staat Geld beziehen, während das eigene Vermögen in einem anderen Land ruht.

Der Autor selbst besteht darauf, dass er nicht schreibt, um Neid zu wecken, sondern damit andere „das Heft in die Hand nehmen“. Seine These lautet, dass Aufhören das Beste für die körperliche und geistige Gesundheit sei und dass er erst glücklich war, als er sich seinem Sohn widmete. Eine Botschaft, die im Grunde mit einer breiteren Strömung korrespondiert: Derer, die berechnen, dass längeres Arbeiten keine proportional höhere Rente garantiert.

Die Rente, die 1.200 Euro nicht erreicht

Auch die Rentenberechnungen wurden seziert. Um 100 % der Bemessungsgrundlage ab 65 Jahren zu erhalten, sind 38,5 Beitragsjahre erforderlich; ab 67 Jahren sind es 37. Mit 18 Arbeitsjahren und einigen Jahren der Beihilfe ist es mindestens optimistisch, die vom Protagonisten prognostizierten 1.200 Euro monatlich zu erreichen. Die Hilfe für Über-52-Jährige zählt zwar zur Versicherungszeit, aber nur auf Basis der Mindestbeiträge.

Der Subtext ist unbequem: Wenn jemand, der viel verdient hat, seinen Ruhestand mit Beihilfen planen kann, welchen Anreiz hat dann noch jemand, der Höchstbeiträge zahlt? Der Verdacht, dass das System bestraft, wer am meisten einzahlt, zieht sich durch mehrere Beiträge, mit der Warnung, dass die nächste Beitragserhöhung von denen getragen wird, die weiterhin im Hamsterrad laufen.

Beihilfe-Tourismus und der Verdacht der Erfindung

Nicht jeder kauft die Geschichte. Ein Teil verwirft sie direkt als erfunden: Wer 15.000 Dollar im Monat verdient, prahlt nicht damit, die RAI zu beziehen, geschweige denn aus dem Ausland. Ein anderer Teil akzeptiert sie als Symptom für etwas Reales: Die Existenz von Leben, die zwischen mehreren Ländern balanciert werden, mit Einkünften, die für die spanische Verwaltung unsichtbar sind.

Das Detail des Autos – ein Mercedes CLS – sowie die Erwähnung von vier Sprachen und zwei Master-Abschlüssen nähren die Karikatur. Auch die Antwort an jemanden, der ihm vorwirft, zu reisen, während er Arbeitslosengeld bezieht: „Ist mir egal. Ich lebe nicht in Europa.“

Was passiert mit der Hilfe für Über-52-Jährige?

Die Beihilfe für Personen über 52 Jahren ist das letzte Puzzleteil. Sie wird bis zur Rente bezogen, wobei auf Basis der Mindestbeiträge eingezahlt wird, und setzt voraus, dass keine Einkünfte über einer bestimmten Grenze vorliegen. Es ist die Tür, die zwei Jahre Arbeitslosigkeit und eine Phase der RAI in einen Übergang zur Rente verwandelt. Wer verstecktes Vermögen hat, sollte theoretisch nicht durch diese Tür gehen. In der Praxis hängt die Kontrolle davon ab, was das Finanzamt sieht.

Die Diskussion entwickelt sich hin zum Gefühl der Ungerechtigkeit: Während manche berechnen, ob es sich lohnt, weiterzuarbeiten, behaupten andere, dass das System so konzipiert ist, dass die Mittelschicht jene trägt, die freiwillig ausscheiden. Die Schlussfolgerung, mit Vorbehalten, ist, dass die Geschichte weniger wichtig ist als ihre Wirkung: Immer mehr Menschen mit hohen Einkommen denken darüber nach, das Spiel vorzeitig zu verlassen, und das System, das dies ermöglicht, hat keine Möglichkeit, den Planer vom Erfinder zu unterscheiden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (172 Antworten).

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