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Vom Original zum Remake: Hollywoods Recycling-Industrie
Von 'The Last Man on Earth' (1964) zu 'I Am Legend' (2007): Drei Versionen derselben Geschichte und eine Industrie, die Klassiker ohne Nennung recycelt.
Vom Original zum Remake: Die Norm der Neuverfilmung
Eine ganze Generation ist überzeugt, dass Will Smith die Geschichte des letzten Überlebenden in einem leeren New York erfunden hat. Das stimmt nicht. Davor gab es eine actionreichere Neuverfilmung im Jahr 1971 und noch früher ein Original aus dem Jahr 1964 mit dem Titel „The Last Man on Earth“. Drei Filme, ein identisches Grundgerüst und ein unbequemer Verdacht: Ein großer Teil des Kinos, das in diesem Jahrhundert als neuartig verkauft wurde, ist lediglich eine Neuauflage mit höherem Budget. Das Phänomen ist weder neu noch auf Science-Fiction beschränkt. Was neu ist, ist die Dimension: Heute ist das Recycling die Hauptproduktionslinie der großen Studios.
Der Klassiker, dessen Vorgänger kaum jemand kennt
Der Fall von „I Am Legend“ ist keine Ausnahme, sondern das Muster. „Scarface“ hat eine Version von 1932 und eine weitere von 1983 mit Al Pacino; manche behaupten, das Remake ehre nicht nur das Original, sondern übertreffe es sogar. „Cape Antiestéticar“ (1962) wurde zu „Kap der Angst“ (1991) unter der Regie von Scorsese. „Krieg der Welten“ wandelte sich von 1953 zu 2005. Und „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1951) war bereits ein Remake, als er Premiere hatte.
Die Liste lässt sich mühelos erweitern: „Invasion of the Body Snatchers“ (1956), „Die Körperfresser kommen“ (1978), „Body Snatchers – Angriff der Körperdiebe“ (1993) und „Invasion“ (2007). Vier Versionen desselben Romans in einem halben Jahrhundert. Das Genre-Kino funktioniert seit Jahrzehnten wie eine Fließbandproduktion, bei der jede Generation den Gussform der vorherigen mit besseren Effekten und schlechterem Gedächtnis nachgießt.
Warum werden so viele Remakes ohne Erwähnung des Originals veröffentlicht?
Weil die Anerkennung Geld und Prestige kostet. Der oft zitierte Fall ist „The Pledge“, das Sean Penn als Remake von „Le Piège“ drehte, einem der besten europäischen Thriller, ohne ihn in den Abspann zu erwähnen. Die übliche Rechtfertigung lautet, dass beide auf einem Roman basieren, was es erlaubt, die Anerkennung des Zwischenfilms zu umgehen. Dieser Schachzug ist rechtlich fragwürdig und sarracena billig.
Es ist nicht die einzige Dreistigkeit. „Psycho“ hatte ein plan-für-plan Remake, das sein eigener Regisseur mit der Hoffnung drehte, das Experiment würde als Hommage verstanden. Die Kritik verstand es als das, was es war. Der Unterschied zwischen Hommage und Plagiat liegt meist in der Größe des Anwalts.
Generationsbias entscheidet, welches Remake legitim erscheint
Hier liegt der Schlüssel, der fast alles erklärt. Wer in den Neunzigern Teenager war, fand es perfekt, dass Scorsese „Kap der Angst“ kopierte: Gregory Peck und Schwarz-Weiß klangen nach Pleistozän. Im Gegensatz dazu wirkte das Remake von „RoboCop“ wie eine Beleidigung. Die Rechnung ist jedoch nahezu identisch: 29 Jahre zwischen den beiden ersten, 27 Jahre zwischen den beiden folgenden. In beiden Fällen eine Generation.
Die Schlussfolgerung ist unbequem: Wenn man eine Version damals genossen hat, ist es sehr schwierig, sich in die neue zu verlieben. Es ist kein ästhetisches Urteil, sondern emotionale Erinnerung. Das Original, das man zuerst sah, nimmt Platz und gibt ihn nicht frei.
Wenn das Remake das Original übertrifft: Fälle, die für sich sprechen
Sie existieren. „The Blob“ von 1988 gilt als besser als die Version von 1958, deren größter Reiz darin bestand, Steve McQueen beim Versuch zu sehen, zu schauspielern. „Der talentierte Mr. Ripley“ (1999) bearbeitete „Nur Sonne“ (1960) mit mehr als würdigem Ergebnis. Und „Father of the Bride“ hat bereits drei Versionen angesammelt: 1950, 1991 und 2022.
Das ehrlichste Remake ist das, das der Regisseur selbst von seinem eigenen Film macht. Michael Mann drehte „L.A. Takedown“ 1989 und überarbeitete es 1995 zu „Heat“. Sam Raimi tat dasselbe mit „The Evil Dead“ (1981) und „Evil Dead II“ (1987). Michael Haneke wiederholte „Funny Games“ 1997 und 2007. Cecil B. DeMille drehte „Die Zehn Gebote“ zweimal, 1923 und 1956. Wenn der Autor sich selbst kopiert, muss man zumindest keine Überraschung vortäuschen.
Das Geschäft mit den Remakes wird nicht aufhören, denn es funktioniert: Es ist die einzige Wette, die ein Studio als sicher verkaufen kann in einem Markt, der Misserfolge nicht mehr verzeiht. Die Frage ist nicht, ob es mehr geben wird. Die Frage ist, wie viele Filme, die wir heute als originell betrachten, tatsächlich die dritte oder vierte Version von etwas sind, das bereits existierte und an das sich niemand erinnert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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