Vom Big-Berühmtheit zum Verkauf von ONCE-Losen in Spanien

Vom Star der zweiten Staffel von Gran Hermano in Spanien zum Verkauf von ONCE-Losen: der Unfall, der Raquel Morillas entstellte, und die Debatte über ihren Job.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von Gran Hermano 2 zur ONCE: der Preis der Prominenz in den 2000ern

Anfang der 2000er war Gran Hermano (Big Brother) das Massenphänomen des spanischen Fernsehens. Raquel Morillas, Kandidatin der zweiten Staffel, wurde zu einem bekannten Gesicht in den Talkshows. Ein Autounfall entstellte sie und beendete ihre Karriere. Heute verdient sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Losen der ONCE (Spaniens Organisation für Blinde). Ihre Geschichte fasst eine Epoche zusammen, in der Ruhm in bar bezahlt wurde – und manchmal auch in sehr teuren Rechnungen.

Die Reality-Blase: schnelles Geld und Wohnungen in Sicht

In jenem Spanien ohne soziale Medien bedeutete ein Platz bei Gran Hermano ein garantiertes Einkommen. Die Gagen für Auftritte, Diskotheken und Moderationen erreichen heute überraschende Summen: Ein Kandidat, der die erste Staffel nicht im Finale erreichte, kaufte innerhalb eines Jahres eine Wohnung für sich und eine für seine Mutter. Das Paar aus Morillas und Noemí Ungría, ebenfalls Kandidatin, blieb von diesem Geldfluss nicht verschont: Von dem Ruhm-Geld kaufte man sich einen Mazda-MX5-Cabrio. Von Millionen zu sprechen ist keine Übertreibung: Die einträglichsten Namen der Zeit kassierten sie über Jahre in Talkshows.

Der Unfall, der alles veränderte

Auto und Geschwindigkeit spielten einen bösen Streich. Bei dem Unfall prallte Morillas gegen die Leitplanke und erlitt Verletzungen, die ihr Gesicht für immer zeichneten. Die Karriere, die auf einen Stammplatz in den Telecinco-Talkshows hinauszulaufen schien, endete abrupt. Kurz darauf soll Ungría ihr Leben in einer anderen Beziehung neu aufgebaut haben und ließ Morillas nicht nur mit den körperlichen Folgen, sondern mit dem Zusammenbruch eines persönlichen und beruflichen Projekts zurück.

Das neue Leben bei der ONCE und die Debatte über ihre Bedingungen

Heute arbeitet Morillas bei der ONCE. Ihre Arbeitsbedingungen lassen niemanden gleichgültig: Manche weisen darauf hin, dass sie über dem Mindestlohn verdient und Zielprämien erhält, während andere daran erinnern, dass der Unfall keine Anekdote war und eine Behinderung vor Arztkosten nicht schützt. Die unbequeme Frage ist, ob all das Geld aus ihrem Ruhms-Moment etwas nützte, als das Leben sich gegen sie wandte. Für manche ist Morillas' Geschichte die einer Blase, die auf der Straße platzte; für andere ein Überlebensfall mit mehr Glück als bei vielen ihrer Mitkandidaten.

Inzwischen wird das ONCE-Los weiterhin jeden Tag verkauft, mit derselben Routine, die das Rampenlicht auslöschte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (62 Antworten).

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