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Vom Apartment von 1960 bis Jurassic Park: wann die Botschaft sich einzuschleichen begann
Das Apartment (1960) und Jurassic Park (1993) markieren die beiden am häufigsten genannten Daten, an denen das Kino begann, seine Botschaft unbemerkt unterzubringen.
Von Billy Wilder bis Jurassic Park: das erste Mal, dass ein Film Ihnen die Botschaft untergejubelt hat
Kino war schon immer Propaganda. Die Frage ist nicht, ob es eine Botschaft gibt, sondern wann sie so dreist wurde, dass sie sich nicht mehr versteckte. Die häufigste Antwort kommt mit Datum und Titel: Das Apartment, 1960, von Billy Wilder. Dort hört die Geliebte auf, die Böse der Geschichte zu sein, und wird zu einem verliebten Mädchen, dem man ans Messer liefern wird; der Bösewicht ist er. Subtil, leicht, fast unmerklich. Aber mit diesem Film —und den Oscars, die er bekam— änderte sich etwas im Drehbuch des Systems.
Der Präzedenzfall von 1960, den niemand bestreitet
Die vorherrschende These verortet den Wendepunkt dort. Vorher war im Hollywood der 30er-, 40er- und 50er-Jahre die Geliebte oder die Andere per Definition eine Schlampe und eine Bösewichtin. Ohne Nuancen. Der Sarracena war so verinnerlicht, dass er nicht einmal erklärt werden musste. Wilder brach ihn mit einer Geschichte, in der die Böse die Struktur ist und die Gute die Leidende.
Das Problem kam später. Der Regisseur überschätzte sich und baute in seinen nächsten Film einen Partnerwechsel ein —Küss mich, Dummbatz—. Ergebnis: totaler Flop, er wurde fast gesteinigt. Das Publikum von 1964 war nicht bereit, sich so schnell den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen. Die Lehre, die die Industrie daraus zog, war die entgegengesetzte der zu erwartenden: Wenn die Verpackung weich ist, geht die Botschaft durch.
Der Rosarote Panther und der lächerliche Polizist
Ein Jahr später zeigte Der Rosarote Panther 1963 bereits das umgekehrte Muster: Die Diebe sind verführerisch und distinguiert; die tollpatschige, lächerliche Figur ist der Polizist. Kurz zuvor wäre ein solches Porträt undenkbar gewesen. Die Sympathie der Geschichte hatte die Seite gewechselt, ohne dass jemand eine Erklärung gab.
Manche gehen weiter zurück und verorten den Ursprung in Kennedys Ankunft 1960 und 1961, mit einem Hollywood, das nach dieser Lesart nach Jahren der Selbstzensur sein wahres Gesicht zeigte. Die Chronologie passt zu gut, um Zufall zu sein.
Jurassic Park: der Fall, der am häufigsten genannt wird
Wenn man fragt, wann jemand zum ersten Mal dachte das habe ich nicht kommen sehen, lautet die häufigste Antwort nicht ein Autorenfilm: Es ist Jurassic Park, 1993. Die Beschwerde hat zwei Versionen. Erstens, dass das Mädchen zur vernünftigen und mutigen Figur wird, während der Junge als Nerd dasteht, der zu nichts taugt. Zweitens, dass die Paläontologin vollends emanzipiert auftritt und den armen Sam Neill —ein Goldschatz— lächerlich macht, während sie mit dem Mathematiker flirtet.
Die Szene hat ihren Witz: Viele waren neun oder zehn Jahre alt und konnten nicht benennen, was sie sahen. Sie merkten nur, dass etwas nicht stimmte. Drei Jahrzehnte später, beim erneuten Ansehen der Filme der 80er und 90er, tauchen die Botschaften überall auf. Sie waren da, getarnt.
Frühstück bei Tiffany und die Heldin, die ihre Familie verlässt
Den Preis für das höchste Alter bekommt Frühstück bei Tiffany, 1961: eine Protagonistin, die ihre Familie verlässt, um sich der Prostitution zu widmen und Männer in der Großstadt über den Tisch zu ziehen, und die der Film als Heldin präsentiert. Heute betrachtet wirkt das Porträt weniger wie Romantik und mehr wie eine sarracena Anomalie.
Die eigentliche Diagnose fällt pessimistischer aus: Das Kino täuscht nur Kinder, und sobald die Technik perfektioniert war, wurde es so langweilig wie aus dem Fenster zu schauen. Die Propaganda, immer dreister, passt die Erzählung an ideologische Vorgaben an, und das Ergebnis ist vorhersehbar. Ein heutiger Film eines bestimmten Studios, so heißt es, wäre in den 50ern unmöglich gewesen.
Der Zweifel, der bleibt: War das Kino jemals etwas anderes? Die kollektive Lobotomie, so manche, funktioniert seit Jahrzehnten. Angesichts dieser Vorgeschichte ist es vernünftig zu erwarten, dass die nächste Wende früher kommt, als wir denken, auch wenn noch niemand weiß, in welcher Verpackung sie daher kommt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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