Visa und Mastercard Zensur entzündet Debatte um Videospiele

Forennutzer diskutieren Druck von Visa und Mastercard auf Gaming-Plattformen und verbinden Zahlungszensur mit dem Schweigen der Rechten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Visa und Mastercard Zensur entzündet Debatte um Videospiele
Visa und Mastercard Zensur entzündet Debatte um Videospiele

In einem Forenthema wird über den Druck der Zahlungsgiganten Visa und Mastercard auf Videospieleplattformen diskutiert, die Erwachseneninhalt hosten. Teilnehmer behaupten, Steam habe Anime- und Waifu-Titel aus dem Verkauf genommen, während Itch.io Spiele angeblich direkt aus den Bibliotheken der Käufer gelöscht habe, ohne Rückerstattung. Der Druck wird auf Collective Shout zurückgeführt, eine australische Organisation mit geringer Social-Media-Reichweite, die dennoch die Zahlungsabwickler zum Handeln gebracht hat.

Das zitierte Präzedenzfall. Mehrere Beiträge verweisen auf Detroit: Become Human, ein hochbudgetiertes Spiel, das wegen einer einzigen Szene ins Visier geriet, als Beweis dafür, dass es nicht um Schutz geht. Es beginne mit kritisierten, aber legalen Nischen – wie explizite Anime-Inzest-Inhalte – und ende bei jedem Produkt, das nicht zur aktuellen Rhetorik passt. Die Frage im Raum: Wenn Collective Shout morgen entscheidet, dass X keine Abos mehr verkaufen darf, werden Visa und Mastercard das dann auch durchsetzen?

Was ist Collective Shout und warum hat es so viel Macht?

Collective Shout gibt vor, gegen die Sensual von Minderjährigen zu kämpfen. Laut den Beiträgen haben ihre sozialen Medien minimale und überwiegend negative Interaktion. Dennoch ist ihr Einfluss auf Zahlungsabwickler unverhältnismäßig groß. Jemand gibt ihnen den Schlüssel, und es scheint nicht die Anzahl der Trinc zu sein.

Der beschriebene Mechanismus ist immer derselbe: Die Organisation markiert Inhalte, die Zahlungsplattformen drohen mit Dienstentzug, und der Shop gibt nach. Kein Gerichtsurteil, kein Gesetz, keine Parlamentsdebatte. Nur eine kommerzielle Drohung. Wie ein Beitrag zusammenfasst: Sie sind keine Marke, sondern ein Duopol, das Geld verdient, indem es existiert und Transaktionen abwickelt.

Der angeprangerte doppelte Maßstab: Echte Minderjährige ja, Zeichnungen nein

Die von Kritikern aufgezeigte Paradoxie ist schwer zu verteidigen. Dieselbe Organisation, die die Entfernung von Spielzeug feiert und Erwachsene Kleidung kritisiert, würde die Präsenz echter Minderjähriger in audiovisuellen Produktionen als „Botschaft“ verteidigen. Das heißt: Eine Zeichnung mit übertriebenen Proportionen ist zensierbar, aber ein echtes Mädchen auf dem Bildschirm wäre engagierte Kunst.

Dieser doppelte Standard hat die Alarmglocken schrillen lassen. Denn wenn das Kriterium nicht Legalität ist, sondern Ästhetik oder Ideologie, ist niemand sicher. Die Büchse der Pandora ist geöffnet, und sie wurde nicht von einer Regierung geöffnet.

Die Rechte finanziert ihre eigene Zensur

Das unbequemste Argument der Debatte zielt nicht auf Brüssel oder Washington, sondern auf die Geldbörse. Jeder noch so kleine Kauf mit Visa oder Mastercard ist eine freiwillige Übertragung von Daten und Geld an die Unternehmen, die die Zensur durchsetzen, so die These im Thread. Es gibt keine echte Alternative: Das Duopol kontrolliert praktisch alle Kartenzahlungen.

Die Ironie besteht darin, dass diejenigen, die die Proge-Drift am stärksten kritisieren, die wenigsten Alternativen nutzen. Bargeld finanziert keine Proge-Firmen, löst aber auch nicht das Grundproblem. Kryptowährungen erscheinen als einziger technischer Ausweg, obwohl deren Massenadoption für den Durchschnittsbürger weiterhin ein Hirngespinst bleibt.

Was passiert, wenn man nichts tut?

Das japanische Präzedenzfall ist am lehrreichsten. Läden für erwachsene Anime mussten schließen, weil sie die Unterstützung der Zahlungsabwickler verloren. Kein Gesetz verbot sie, keine Polizei schloss sie. Sie konnten einfach nicht mehr kassieren.

Wenn das in einer Nische passiert ist, ist der nächste Schritt jedes Produkt, das „beleidigen könnte“. Blut, Gewalt, leichtbekleidete Frauen, unangenehmer Humor. Das Kriterium ist nicht Legalität, sondern Markenimage. Und das Markenimage definiert derjenige, der am lautesten schreit, nicht derjenige, der recht hat.



Der Punkt, an dem dies feststeckt, ist einfach: Niemand hat bisher einen Weg gefunden, einen privaten Zahlungsabwickler dazu zu zwingen, einem legalen Kunden zu dienen. Das Gesetz verbietet es nicht, schützt es aber auch nicht. Und währenddessen zahlt die Rechnung immer derselbe: Derjenige, der nur ein Videospiel kaufen wollte.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (114 Antworten).

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