Vermietung in Spanien: Warum nur Ausländer anrufen

Vermieter klagen über Anrufe ausschließlich von Migranten. Ist es Rassismus oder ein Filterproblem? Daten, Mietausfallversicherungen und Meldepflicht erklären die Situation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum erhalten Vermieter nur Anrufe von Ausländern?

Ein Eigentümer inseriert eine Mietwohnung. Innerhalb weniger Stunden gehen Dutzende Anrufe ein. Alle stammen von Personen mit Migrationshintergrund. Kein Spanier meldet sich. Diese Szene, die sich in Wohnungsforen wiederholt, wirft eine unbequeme Frage auf: Ist der Markt nach Nationalität segmentiert oder gibt es eine Voreingenommenheit bei den Anforderungen, die nationale Arbeitnehmer ausschließt?

Der Filter der Mietausfallversicherung: Wer erfüllt die Kriterien?

Versicherer für Mietausfälle verlangen Gehaltsabrechnungen, unbefristete Verträge und Bankbürgschaften. Immer mehr Vermieter nutzen diese als erstes Screening. Das Ergebnis: Viele spanische Arbeitnehmer, insbesondere Geringverdiener oder Befristete, werden automatisch ausgeschlossen.

Währenddessen rufen Ausländer – viele mit Jobs in der Schattenwirtschaft oder befristeten Verträgen – weiterhin an, obwohl sie den Filter nicht bestehen, oft mit unmöglichen Angeboten für WG-Zimmer.

Laut kursierenden Daten kann eine Wohnung für 1.500 Euro monatlich von 10 Personen bewohnt werden: 150 Euro pro Kopf. „Die ersten Monate zahlen sie, dann hören sie auf und holen die Großmutter und drei Kinder herein“, wird gewarnt. Hinzu kommen explodierende Rechnungen: 250 Euro Strom und 100 Euro Wasser pro Monat.

Eine Nachfrage, die das Angebot übersteigt

Eine Anzeige erhält 26 Anrufe in der ersten Stunde. Zwei Monate später steht die Wohnung immer noch an der Spitze der Kontaktliste, aber niemand erfüllt die Bedingungen. Die Paradoxie ist, dass die Nachfrage extrem hoch ist, aber das Angebot an solventen Profilen minimal.

„Die Gleichung ist einfach: Sie teilen die Miete durch die Anzahl der Matratzen, die hineinpassen. Die Kosten pro Kopf sind lächerlich“, erklären Experten. Das eigentliche Problem ist nicht, wer anruft, sondern dass das Rechtssystem und die Versicherungen stabile Mieter ausschließen, während jene, die um jeden Preis Wohnraum suchen – oft Neuankömmlinge –, die Anrufe dominieren.

Meldepflicht (Empadronamiento): Der Schlüssel zu allem

Das Empadronamiento (die Registrierung im Melderegister) ist das erste Ziel. Einmal registriert, hat man Zugang zu Beihilfen, Gesundheitsversorgung und Familiennachzug. Mehrere dokumentierte Fälle zeigen direkte Anrufe aus Kolumbien, die ausschließlich nach dem Empadronamiento fragen. „Dein Zimmer ist keine Unterkunft, es ist ein Verwaltungsakt“, wird ironisiert.

Die Kritik richtet sich dagegen, dass Aufnahmepolitiken zusammen mit mangelnder Kontrolle über Scheinmeldungen Wohnungen zu bloßen Einstiegstoren ins System machen. Währenddessen stoßen Spanier, die eine Mietwohnung suchen, auf unmögliche Anforderungen: zwei Gehaltsabrechnungen von je 1.600 Euro für eine Miete von 1.000 Euro, langjährige Berufserfahrung, Bankbürgschaft. „Die Voraussetzungen für eine Miete übersteigen bereits die für einen Kauf“, fasst ein Betroffener zusammen.

Das verwirrende Detail

Eine Verwaltungsgesellschaft berichtet, dass ihre Wohnung seit zwei Monaten an der Spitze der Kontaktliste steht, ohne dass jemand die Bedingungen erfüllt. Dennoch sinken die Preise nicht. Das Angebot schrumpft und die Nachfrage – sowohl von Inländern als auch von Ausländern – staut sich. Das Filtersystem verdrängt theoretisch ideale Mieter und zieht jene an, die aufgrund von Notwendigkeit oder Strategie diese Nachweise nicht erbringen können. Der Markt ist nicht gebrochen: Er ist polarisiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (321 Antworten).

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