Vater freigesprochen nach 228 km/h Fahrt zur kranken Tochter

Das Berufungsgericht von Cuenca spricht einen Vater frei, der mit 228 km/h erwischt wurde, als er seine kranke elfjährige Tochter ins Krankenhaus brachte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vater freigesprochen nach 228 km/h Fahrt zur kranken Tochter
Vater freigesprochen nach 228 km/h Fahrt zur Notaufnahme seiner Tochter

Ein Radar der Guardia Civil erwischte sein Auto bei 228 Kilometern pro Stunde auf einer Autobahn mit einem Limit von 120. Der Fahrer war nicht auf der Flucht: Er transportierte seine 11-jährige Tochter, die Metastasen in der Wirbelsäule hatte und weinend vor Schmerzen auf dem Rücksitz saß. Die Fahrt endete mit einer Verurteilung — eine Geldstrafe von 1.620 Euro und ein Jahr und ein Tag Führerscheinentzug — aber das Provinzgericht von Cuenca hat dieses Urteil gerade aufgehoben. Das Urteil vom 15. September 2026 erkennt den Rechtfertigungsgrund des Notstands an und spricht ihn frei.

Der Fall, zuerst vom Diario Vasco gemeldet, bietet alle Zutaten, um die Gemüter zu spalten: die reale Angst der Eltern, die von Valladolid zum Krankenhaus in Albacete fuhren, die schwindelerregende Geschwindigkeitszahl und ein Gericht, das sich entschied, den Vorfall aus der Sicht des Fahrers zu betrachten, nicht mit der Distanz eines Gerichtsmediziners, der bereits weiß, wie der Nachmittag ausgegangen ist.

Was geschah am 17. April 2025

Kurz nach einer Mittagspause nahmen die dorsalen und lumbalen Schmerzen des Mädchens zu. Ihre Unruhe erreichte einen Punkt, an dem sie den Verband löste, der ihre permanente Kopfwunde bedeckte. Die Minderjährige hatte ihr Sehvermögen vollständig verloren und vier neurochirurgische Eingriffe hinter sich; sie befand sich noch in Chemotherapie. Angesichts dieser Situation fürchteten ihre Eltern, dass sie dringend medizinische Hilfe benötigte.

Das Strafgericht Nr. 1 von Cuenca hatte festgestellt, dass das Mädchen wegen Rückenschmerzen im Bereich der Metastasen behandelt wurde, ohne weitere Komplikationen, ohne Fieber und mit Übelkeit, aber ohne Erbrechen. Auch ihre Kopfwunde wurde versorgt. Das Berufungsgericht weist darauf hin, dass die Tatsache, dass die Behandlung nicht besonders komplex war und alles, "umgangssprachlich gesprochen, bei einem Schrecken blieb", die Schwere des während der Fahrt Erlebten nicht mindert.

Der juristische Schlüssel: der Notstand gemäß Artikel 20.5

Die Verteidigung stützte sich auf die Entschuldigung des Notstands gemäß Artikel 20.5 des Strafgesetzbuchs, die die Verantwortung ausschließt, wenn jemand eine Pflicht verletzt, um Schaden von sich selbst oder anderen abzuwenden. Dies erfordert eine schwere, reale und unmittelbare Gefahr; dass legale Mittel unzureichend sind; und dass der verursachte Schaden nicht größer ist als der, den man verhindern will.

Das Gericht argumentiert, dass die Forderung nach absoluter Unvermeidbarkeit die Anwendung der Entschuldigung unmöglich machen würde. Die Krise hatte bei den Eltern die "logische Angst und Furcht geweckt, dass etwas Ernstes geschehen könnte", und angesichts ihrer Krankengeschichte war die dringende Beurteilung "logisch und vernünftig". Jede Verzögerung, fügt die Kammer hinzu, "hätte dramatische Folgen haben können".

Die Grenze: Was passiert, wenn bei 228 km/h jemand stirbt?

Hier bricht der Konsens zusammen. Laut einer Analyse, die in der Debatte kursiert, schützt das Erfordernis, dass der verursachte Schaden nicht größer sein darf als der abgewendete, übermäßige Geschwindigkeit als abstrakte Gefahr, deckt aber nicht den Tod eines Dritten ab: Ein Leben kann nicht durch die Vermeidung eines Gesundheitsrisikos für eine andere Person kompensiert werden. In diesem Szenario, so die Analyse, läge eine fahrlässige Tötung vor und höchstens eine mildernde Umstände aufgrund eines unvollständigen Notstands oder der augenblicklichen Verzweiflung.

Die grundlegende Diskussion ist eine andere: Ob es eine rationale Entscheidung oder Leichtsinn ist, das Tempolimit auf einer spanischen Straße zu verdoppeln und das Auto in ein Projektil zu verwandeln. Manche warnen, dass bei 228 km/h das Tunnelblick-Feld enger wird, der Bremsweg explodiert und jeder ungeplante Vorfall unschuldige Opfer fordert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig: Eine Revision beim Obersten Gerichtshof ist möglich.

Der Abkürzungsweg, den fast niemand nutzt: die 112

In einem solchen Notfall gibt es eine weniger schädliche und kostenlose Option: die 112 per Freisprecheinrichtung anrufen oder, besser noch, den Beifahrer rufen lassen. Sie können das nächstgelegene Krankenhaus mit dem entsprechenden Dienst angeben, einen Rettungswagen an einen Punkt auf der Route schicken oder die Guardia Civil alarmieren, um Eskorte zu leisten. Es wird dokumentiert und verändert die spätere Darstellung vollständig.

Eine Anekdote eines Sanitäters während seines Wehrdienstes unterstreicht dies: Bei einem echten Notfall diente ihm ein Auto der Guardia Civil als Schutzschild. Man muss nicht immer aufs Gaspedal treten. Manchmal reicht es, das Telefon abzunehmen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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