Valencia: Wohnungsproteste beleben den Geist der 15-M-Bewegung

Eine Zeltlager-Aktion in Valencia nach einer kilometerlangen Demonstration für bezahlbaren Wohnraum weckt Erinnerungen an die 15-M-Proteste und stellt die Stabilität der PSOE-Regierung infrage.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Valencia: Wohnungsproteste beleben den Geist der 15-M-Bewegung
Valencia protestiert gegen Wohnkosten: PSOE spürt das Ende der Legislaturperiode

Ein Zeltlager auf dem Rathausplatz in Valencia, organisiert im Anschluss an eine Demonstration für bezahlbares Wohnen, deren Teilnehmerzahl auf über einen Kilometer Länge geschätzt wird, hat ein Gespenst wiedererweckt, das Spanien bereits begraben glaubte: die 15M-Bewegung. Studierende der Universitat de València schlugen laut Berichten zuerst ihre Zelte auf; innerhalb weniger Tage griff die Protestaktion auch auf die Puerta del Sol in Madrid über. Damit kehrte die unbequeme Frage zurück: Ist dies eine spontane Bewegung oder eine inszenierte Aktion, um die Abnutzung der Regierung zu kaschieren?

Die Miete, die das Gehalt auffrisst

Der Auslöser ist nicht ideologischer, sondern rechnerischer Natur. Ein Bewohner der Stadt Valencia – weder im historischen Zentrum noch in einer Premium-Lage noch in einem benachteiligten Viertel – dokumentiert den Anstieg: Wohnungen mit 60 bis 70 Quadratmetern, die während der letzten Krise für 400 Euro monatlich vermietet wurden (oder 500 Euro inklusive Garage), kosten heute nicht weniger als 1.000 Euro. Für geräumige Wohnungen in modernen Gebäuden beginnt die Rechnung bei 1.400 Euro. Die am häufigsten geäußerte Einschätzung ist, dass das Problem seit fünf Jahren offensichtlich war, aber niemand es angehen wollte. Nun gibt es keine einfache oder kurzfristige Lösung.

Wer Immobilien kauft, um sie zu vermieten, erzielt laut weiteren kursierenden Berechnungen eine Bruttorendite von etwa 4%, ohne Schäden durch Mieter oder Mietausfälle einzukalkulieren. Dies ist das Argument, das die Gegenseite vorbringt, um den Eigentümer als Opfer statt als Übeltäter darzustellen.

„Spontan“: Das Adjektiv, das nicht überzeugt

Das Wort stößt auf Skepsis. Dass das erste Zeltlager ausgerechnet in Valencia startet, wo die PP regiert, und nicht in einer linksgerichteten Stadt, nährt den Verdacht eines strategischen Manövers. Manche behaupten, es handle sich um ein kopiertes Muster: Wenn eine Marke erschöpft ist, wird eine Bewegung gestartet, damit andere sie politisch nutzen können. Auch die Sprache wirkt diesmal kaum zufällig – „alle Parolen auf Katalanisch“, merkt ein Beobachter mit ironischem Unterton an.

Gegen die These der Inszenierung sprechen jedoch die Zahlen: Es gab Versammlungen mit 2.000 Teilnehmern, obwohl nur wenige erwartet worden waren. Absolut gesehen wenig, doch viel in einem Land, in dem Mobilisierung jahrelang stagnierte. Der Konflikt zwischen Manipulation und echtem Überdruss ist nun offen.

Der Fall Maricarmen und das Gespenst der Enteignung

Parallel dazu eröffnet die Debatte eine weitere Front. Öffentlich diskutiert wird ein Wohnfall, bei dem die Besetzerin angeblich Möglichkeiten hatte, das Objekt zu verlassen, diese aber nicht nutzte, während der Eigentümer jahrelang keine Mieteinnahmen erhielt. Medienwirksame Stimmen haben sogar vertreten, dass Enteignungen in bestimmten Fällen zulässig seien; auf der anderen Seite wird entgegnet, dass dies die Rechtssicherheit jedes Vermieters untergrabe.

Die PSOE balanciert erneut auf dem Drahtseil. Ein Hinweis auf Enteignungen erhitzt die Gemüter der einen Hälfte des Landes; Schweigen tut es bei der anderen. Und da die Legislaturperiode je nach Perspektive entweder in der Luft hängt oder bereits abgelaufen gilt, ist der Handlungsspielraum null.

Von der 15M zur 15-Maricarmen

Der Vergleich mit 2011 ist unvermeidbar und zugleich irreführend. Damals richtete sich der Zorn quer durch alle Schichten gegen Banken und Zwangsräumungen; heute lautet das meistgehörte Slogan „15-Maricarmen“, ein Etikett, das den Wohnprotest mit dem juristischen Fall vermischt. Der allgemeine Verdacht bleibt derselbe wie immer: Jemand könnte die Wählerstimmen einsammeln, die eine Partei verliert, und daraus eine neue Marke formen, samt Posten und Vorstadt-Villa.

Zwei Jahre später

Die Zeit hat ein umstrittenes Urteil gefällt. Nach 706 Tagen seit dem Funkenflug gibt es weder eine neue 15M-Bewegung noch einen klaren Wechsel innerhalb der PSOE: Einige behaupten, die Legislatur sei beendet, andere halten sie für stabil. Der Wohnpreis indes stieg weiter, und das Zeltlager blieb, was es war: ein Aufschrei. Dass die Angelegenheit weiterhin ungelöst ist, ist vielleicht die ehrlichste Erkenntnis von allen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (201 Antworten).

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