US-Amerikaner staunt über Müllabfuhr auf Ibiza

Ein US-Besucher entdeckt auf Ibiza automatisierte Müllwagen, während in New York und Madrid noch von Hand gesammelt wird.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

US-Amerikaner staunt über Müllabfuhr auf Ibiza
New Yorker ist fasziniert von der Müllabfuhr auf Ibiza

Ein LKW hebt einen Container mit einem hydraulischen Arm an, entleert ihn und stellt ihn wieder auf dem Bürgersteig ab. Niemand steigt aus dem Fahrzeug. Es gibt keine Arbeiter, die am Trittbrett hängen oder tropfende Säcke zwischen zwei geparkten Geländewagen schleppen. Die Szene, gefilmt an einem Freitag um 11:10 Uhr auf Ibiza, stammt von einem amerikanischen Besucher, der sich vom spanischen System der Müllentsorgung begeistert zeigt. Und er vergleicht es mit New York.

Die Verwunderung ist die eigentliche Nachricht. Jemand aus der größten Wirtschaftsmacht der Welt betrachtet als Zauberei etwas, das in weiten Teilen Spaniens seit Jahrzehnten Routine ist: Der LKW erledigt die körperliche Arbeit. Ein Video zeigt den Restmüllcontainer; das nächste den Bio- und Glascontainer. „Niemand verlässt den LKW“, betont er. In New York springen die Müllwerker alle paar Meter aus dem Fahrzeug, zwängen sich zwischen parkenden Autos hindurch und laden zerrissene Säcke von Hand, einer nach dem anderen, bis zu fünfzehn an einem einzigen Punkt.

Was der Besucher auf Ibiza sah

Der LKW greift den Eimer, hebt ihn über den Trichter und stellt ihn leer an seinen Platz zurück. Dann folgten die Fraktionen: Die Kompostierung wird genauso eingesammelt, ohne dass jemand aus dem LKW steigt, ebenso wie das Glas. Die gestellte Frage ist direkt: Wie ist es möglich, dass die Reinigungsdienste von New York dies nicht mit Nachdruck vorantreiben? Die Szene kommt ihm vor wie von einem anderen Planeten – dabei ist sie in weiten Teilen Spaniens völlig normal.

Auf diese Frage gibt es eine unbequeme Antwort für beide Seiten, und die Diskussion wandte sich schnell diesem Thema zu.

Gibt es automatisierte Müllwagen in den USA?

Ja, und sie sind nichts Neues. In der Diskussion tauchen Peterbilt-, Mack- und International-LKW mit zwei seitlichen Armen für kleine und mittlere Container sowie einem Frontarm für große Container von Gebäuden und Geschäften auf. Derselbe Manöver, das den Besucher sprachlos machte, wurde bereits 1984 in Los Angeles gefilmt, mit Arnold Schwarzenegger im Hintergrund – aufgrund der kuriosen Verbindung des Österreichers zur Abfallwirtschaft.

Auf der anderen Seite der Medaille setzt Madrids Zentrum weiterhin auf Arbeiter hinter dem LKW und Fahrradhelmen. Automatisierung ist keine geografische Grenze, sondern eine Frage kommunaler Investitionen. Das widerlegt sowohl europäische Überheblichkeit als auch spanische Selbstzweifel. Die Technologie existiert auf beiden Kontinenten; was sich unterscheidet, ist, welche Gemeinde sie gekauft hat und für welche Routen sie eingesetzt wird.

Unterflurcontainer, Saugsysteme und Ratten

Hier offenbart sich ein Sprung, dessen sich viele Spanier nicht bewusst waren: Pneumatische Systeme, die den Müll vom Gebäude bis zu einer Zentralstation saugen, Container, die der LKW wie Kartoffeln aus der Erde zieht, und ganze Wohnanlagen ohne einen einzigen Müllwagen auf der Straße. Ein solches System funktioniert seit 2001 in einer Wohnanlage im Süden Murcias, mit direkter Absaugung zum Müllverbrennungsanlage. Der Stolz hält so lange, bis jemand die Rechnung prüft: 90 Euro alle drei Monate für Müll, privaten Sicherheitsdienst und Gartenpflege. „Star Trek“, nennt er es.

Die Kehrseite ist weniger glanzvoll. Zaragoza testete Unterflurcontainer und gab sie wieder auf, weil sie zu Nistplätzen für Ratten wurden; in Barcelona werden pneumatische Sammelsysteme gerade entfernt; und unterirdische Behälter lecken, wenn der LKW sie anhebt und nicht alles vollständig entleert wird.

Madrid, London und New York: Müll per Hand

London schneidet laut Berichten eines Teilnehmers nicht besser ab. Säcke auf dem Bürgersteig, nur zweimal wöchentliche Abholung in Gebieten wie Hammersmith & Fulham und Holland Park, Füchse, die die Säcke zerreißen, und eine Council Tax (kommunale Steuer), die keineswegs günstig ist. Und keine Mülleimer auf der Straße, aus Angst vor Anschlägen, so heißt es. Der Besucher, der auf Ibiza staunt, täte gut daran, dort spazieren zu gehen, bevor er Schlussfolgerungen über den alten Kontinent zieht.

In New York meanwhile, Säcke und Ratten, die sie nachts öffnen. Und die lokale Rechnung, wie ein Bewohner berichtet: Grundsteuer von Tausenden Dollar pro Jahr in Mittelschichtsvierteln, eine Zahl, die einem europäischen Steuerzahler schon beim bloßen Hinsehen auf den Müll schwer im Magen liegt.

Wer zahlt und wer verdient am Dienst

Eine These wiederholt sich: Das Geschäft konzentriert sich auf sehr wenige Auftragnehmer, dieselben in fast allen Gemeinden, mit öffentlichen Hilfsunternehmen für die Reinigung, befristeten Verträgen und Personal, das zwischen Arbeit und Arbeitslosengeld hin- und herpendelt. Wer diese Darstellung verteidigt, behauptet, dass die tatsächlichen Kosten des Systems das Vielfache dessen betragen, was in der Gebühr ausgewiesen wird, und dass die Rechnung etwas anderes misst. Dies sind ungeprüfte Aussagen, aber sie weisen auf einen vernünftigen blinden Fleck hin: Der Preis der Gebühr entspricht nicht den Kosten des Dienstes.

Im Hintergrund schwelt die klassische Debatte: Öffentliche Dienste mit Steuern, die nicht immer auf der Rechnung erscheinen, gegenüber privaten Diensten mit sichtbaren und oft teureren Rechnungen. Keines der beiden Modelle funktioniert, ohne das Kleingedruckte der lokalen Besteuerung zu betrachten.

Die Erzählung der Supermacht, in beide Richtungen

Der Austausch von Verwunderung funktioniert in beide Richtungen. Wer von den USA nach Europa reist, beeindruckt die öffentliche Gesundheitsversorgung und die Tatsache, dass man keine Krankenversicherung zahlt, die später ständig steigende Selbstbehalte und Zuzahlungen mit sich bringt. Wer dort lebt, beschreibt Straßen mit Schlaglöchern, Wohngebiete mit kaum Beleuchtung, Bürgersteige ohne Pflasterung in vielen Bereichen, alte öffentliche Verkehrsmittel und vernachlässigte Krankenhäuser.

Ein Video ist keine Statistik. Der Vergleich öffentlicher Dienstleistungen zwischen Ländern hat so viele Schichten – lokale Steuerpolitik, kommunale Verträge, städtische Dichte, Alter der Flotten –, dass jede schnelle Schlussfolgerung von selbst zusammenbricht. Was dieses Ereignis klar macht, ist bescheidener und nützlicher: Die wahrgenommene Qualität eines öffentlichen Dienstes hängt stark davon ab, auf welchem Bürgersteig man steht.

Wie lange wird es noch dauern, bis ein normales kommunales System für jemanden, der aus der größten Volkswirtschaft der Welt anreist, wie Science-Fiction wirkt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (182 Antworten).

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