Marsch des Unsterblichen Regiments in Madrid entfacht den Kampf der Erinnerungen neu
Am 9. Mai 2026 wurde Madrid Schauplatz eines Marsches des sogenannten Unsterblichen Regiments, einer Ehrung der 27 Millionen Sowjetbürger, die im Kampf gegen den Faschismus fielen. Die Veranstaltung, die an die russische Tradition des Gedenkens an den Zweiten Weltkrieg anknüpft, löste in den sozialen Medien eine heftige Reaktion aus: Manche bezeichneten sie als kommunistische Propaganda und verglichen sie mit einer staatlich subventionierten Seniorenreise.
Der historische Bezug ist doppelt: Das ursprüngliche Unsterbliche Regiment war die persische Elitegarde des 6. Jahrhunderts v. Chr.; den Namen griff Russland 2012 für einen zivilen Gedenkmarsch wieder auf. Im Thread wiesen einige auf die Kontinuität bis zur heutigen 65. Fallschirmjägerbrigade der iranischen Revolutionsgarde hin und deuteten eine Verbindung zwischen Vergangenheit und geopolitischer Gegenwart an.
Die Meinungen gingen auseinander: Die einen sahen in dem Marsch einen legitimen Gedenkakt, die anderen eine politische Provokation. Die Debatte wurde äußerst bissig, mit Beleidigungen und Verweisen auf die Blaue Division. Der Marsch, an dem laut Berichten nur wenige teilnahmen, wurde zum Katalysator alter ideologischer Bruchlinien.
Kleine Veranstaltung mit großem digitalem Echo
Trotz der geringen Teilnehmerzahl – laut Berichten kaum eine Gruppe – löste die Veranstaltung Dutzende Reaktionen in Foren und sozialen Medien aus. Die Kontroverse drehte sich um die Frage, ob man den gefallenen Sowjetsoldaten mitten im Ukraine-Krieg gedenken darf, wo die Symbolik des Unsterblichen Regiments von der Kreml-Propaganda vereinnahmt wurde.
Der Aufruf wurde auch auf Twitter verbreitet, doch die Accounts, die ihn bewarben, wurden von bestimmten Kreisen rasch als "ignoriert" markiert. Das Ergebnis: eine Kontroverse, die in keinem Verhältnis zu einem Marsch stand, bei dem sich nur eine Handvoll Menschen versammelte.
Verwandte Diskussionen im Forum