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UNESCO: Kampagne gegen Verschwörungstheorien
Die UNESCO veröffentlicht ein Handbuch zur Bekämpfung von Verschwörungstheorien, räumt aber ein, dass reale Geheimnisse existieren.
UNESCO stellt Toolkit gegen Verschwörungstheorien vor
Die UNESCO hat ein Handbuch verteilt, damit Bürger jeden widerlegen können, der behauptet, Regierungen seien nicht vollständig transparent. Das Paket, präsentiert zusammen mit Twitter, der Europäischen Kommission und dem Jüdischen Weltkongress unter dem Hashtag #ThinkBeforeSharing, betont, dass Ereignisse nicht „heimlich hinter den Kulissen von mächtigen Akteuren mit negativen Absichten manipuliert“ werden. So lautet die offizielle Darstellung. Das Problem liegt jedoch im Kleingedruckten: Dort räumt die Organisation selbst ein, dass echte Verschwörungen existieren, warnt aber davor, bestimmte Namen mit angeblichen Intrigen in Verbindung zu bringen.
Was die UN bei Erkennung einer Theorie empfiehlt
Das Protokoll ist einfach. Wer online auf eine von der UNESCO als Verschwörungstheorie eingestufte Aussage stößt, soll „reagieren“ und einen Link zu einer Faktencheck-Seite in den Kommentaren posten. Bei einem Gesprächspartner aus Fleisch und Blut lautet der Rat, nicht darauf einzugehen: „Jede Diskussion kann als Beweis dafür gewertet werden, dass Sie Teil der Verschwörung sind“, warnt das Dokument und geht davon aus, dass der vermeintliche Verschwörer „seine Überzeugungen leidenschaftlich verteidigen wird“. Besser sei es, Empathie zu zeigen, Spott zu vermeiden und – falls man Journalist ist – dies in sozialen Medien anzuprangern und den Presserat zu informieren.
Misstrauen gegenüber den Faktenprüfern kommt nicht von ungefähr. Eine Analyse zeigt, dass viele ihre Arbeit mit politischer Aktivität in persönlichen Blogs kombinieren, ohne spezifische Qualifikation oder überprüfbare Methoden. Die UNESCO hingegen behandelt sie als letzte Instanz.
Was für die UNESCO eine echte Verschwörung ist
Hier offenbart sich der Widerspruch. Unter der Überschrift „Was ist eine echte Verschwörung?“ erkennt der Text an, dass „große und kleine echte Verschwörungen EXISTIEREN“. Die Bedingung ist nicht die Wahrheit, sondern der Kanal der Veröffentlichung: Nur was „von Whistleblowern und Medien unter Nutzung verifizierbarer Fakten und Beweise aufgedeckt wird“, gilt als real. Diese Definition schließt jede abseits der Presse enthüllte Intrige aus und dreht die Logik um: Wären Medien von den Verschwörern kontrolliert, würde der Betroffene selbst die Grenze zwischen Realität und Erfindung ziehen.
Daraus ergibt sich ein Bumerang-Effekt. Viele Reaktionen auf die Mitteilung lassen sich auf eine lateinische Maxime reduzieren: excusatio non petita, accusatio manifesta. Wer sich rechtfertigt, ohne angeklagt zu sein, verbirgt etwas.
Operation Mockingbird und Obamas Gesetzänderung 2013
Die Historie unterstützt die offizielle Erzählung nicht. In den 60er- und 70er-Jahren machte der Hinweis, dass die CIA Journalisten ausspioniere und Medien kontrolliere, einen automatisch zum Verschwörungstheoretiker. Die Operation Mockingbird war genau das: Eine Agenturoperation, die Washingtoner Journalisten 1963, 1972 und 1973 überwachte und Reporter für Propagandaveröffentlichungen bezahlte. Aufgedeckt wurde dies vom Church-Komitee nach dem Watergate-Skandal; die Aufnahmen der Gespräche im Oval Office von John F. Kennedy gehören heute zu den Präsidentenarchiven.
Es gibt ein zweites, weniger zitiertes Kapitel. Das Smith-Mundt Act von 1948, theoretisch ein Anti-Propaganda-Gesetz, verhinderte, dass die US-Regierung Propaganda an ihr eigenes Publikum richtete. Am 2. Juli 2013 änderte die Obama-Administration dieses Gesetz und öffnete die Tür für legale Propaganda der Regierung und der CIA gegenüber US-Bürgern. Die großen Medien erwähnen dies kaum.
Vom Hunter-Biden-Laptop bis zu den Faktenprüfern
Der jüngste Fall im kollektiven Gedächtnis ist der Laptop von Hunter Biden. Über ein Jahr lang bezeichneten Mainstream-Medien die Geschichte als „russische Desinformation“ und Faktenprüfer löschten Spuren in sozialen Netzwerken, aus Angst, sie könnte die Präsidentschaftskandidatur seines Vaters beeinträchtigen. Als sie schließlich zugaben, dass der Inhalt echt war, war der Schaden bereits angerichtet. Dies dient als Beispiel dafür, was passiert, wenn das Label „Verschwörungstheorie“ vergeben wird, bevor Fakten überprüft wurden.
Reaktion: Manipulation „offensichtlich sichtbar“
Die Mitteilung erreichte genau das Gegenteil des Beabsichtigten. Statt die Gemüter zu beruhigen, verstärkte sie das Misstrauen. Ein weit verbreiteter Standpunkt besagt, die Welt werde nicht heimlich, sondern offensichtlich manipuliert, und die Kampagne gegen Verschwörungstheorien sei der Beweis, dass etwas faul ist. Andere weisen auf die Bühne hin: Wenn die UN, deren Vertreter niemand gewählt hat, beteuert, es gebe keine koordinierte Elite, dann existiert sie wohl doch.
Das Grundargument der Antworten betrifft die Legitimität. Niemand hat die UN und ihre Organisationen gewählt; in einer Demokratie, so heißt es, sollte es kaum eine Rolle spielen, was diese über den Glauben der Bürger vorschreiben. Derselbe Einwand gilt für Foren wie Davos, wo globale Regulierungsrahmen ohne demokratische Mandate geschmiedet werden.
Andere kritisieren die Naivität der Botschaft: Wenn Verschwörungstheorien nur Fantasien einiger Spinner sind, ist der enorme institutionelle Aufwand zu ihrer Bekämpfung unverständlich. Niemand startet eine weltweite Kampagne gegen jemanden, der niemanden überzeugt. Und die Geschichte liefert Skeptikern Munition: Der Unabhängigkeitskrieg der USA, die Gründung der Federal Reserve oder der Tonkin-Zwischenfall waren undurchsichtige Episoden, die später durch die offizielle Version normalisiert wurden.
Klar ist, dass das Handbuch echte Verschwörungen daran definiert, wer sie publiziert, nicht an ihrem Nachweis, und begründete Enthüllungen mit unbegründeten Gerüchten gleichsetzt. Mit dieser Linie: Wo bleibt der Journalismus, der aufdeckt, was die Macht lieber verschweigt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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