UNED-Student sucht PDF eines Lehrbuchs wegen des Preises

Ein Geografie- und Geschichtsstudent an Spaniens Fernuniversität sucht das PDF von «La inquietud en el barro», weil die Lehrbücher «sauexpensive» sind; andere Nutzer empfehlen Skripte und…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

UNED-Student sucht PDF eines Lehrbuchs wegen des Preises
Die UNED und ihre Lehrbücher: günstige Einschreibung, Literatur zum Goldpreis

Eine Einschreibung an der UNED (Spaniens nationale Fernuniversität) lohnt sich – bis die Literaturliste kommt. Ein Geografie- und Geschichtsstudent berichtet, dass er sich für mehrere Fächer eingeschrieben hat und über die Preise der Lehrbücher «fassungslos» ist: Ein paar hat er gebraucht gekauft, doch das PDF von «La inquietud en el barro» sucht er zum Ausdrucken, weil die Bücher, wörtlich zitiert, «sauexpensive» sind. Die Suche nach kostenlosen UNED-Büchern wird für ihn damit zur ersten echten Aufgabe des Semesters.

Nach Aussage der Thread-Teilnehmer wiederholt sich die Klage semester für semester, und das Muster ist immer dasselbe: Der Student zahlt die Einschreibung, zahlt die Pflichtliteratur und stellt fest, dass das Material, das er zum Bestehen braucht, nicht frei zugänglich ist. Das Ergebnis, so ihre These, sei ein informeller Markt aus Skripten, Scans und Links, die von Hand zu Hand weitergereicht werden.

Wo man UNED-Skripte und Lehrbücher sucht

Die erste hilfreiche Antwort kommt mit zwei konkreten Ressourcen: eine inoffizielle Seite mit Geschichtsskripten und ein Blog von Studierenden des Geschichts-Studiengangs mit eigenem Materialarchiv nach Fächern. Diese beiden Namen fallen immer, wenn jemand nach UNED-Büchern als PDF fragt.

Der zweite Tipp ist hausbackener: Wenn das regionale Studienzentrum nicht weit entfernt liegt, steht das Lehrbuch vielleicht in dessen Bibliothek, und ein Scan genügt. Der Student, der die Anfrage eröffnet hat, ist in Barcelona, im Zentrum Nou Barris, und dieses geografische Detail ist wichtig: Die Bibliothek des Zentrums ist laut den Teilnehmern der günstigste legale Weg, das komplette Kursmaterial zu bekommen.

Danach ist der Rest Google. Foren durchsuchen, Links auftreiben, in Gruppen fragen. Nichts, was man nicht an einem Nachmittag erledigen könnte – aber auch nichts, was garantiert ist.

Der Scan, den niemand hochgeladen hat, und das Urheberrecht

Das meist wiederholte Argument in diesen Kreisen ist die Ausrede des harmlosen Scans: Die Bücher, die im Netz auftauchen, seien «Unfälle», die Leute seien «sehr ungeschickt» und luden aus Versehen hoch, was sie nicht hochladen wollten, und ein gescanntes Lehrbuch, das man geliehen bekam, sei normal, um es makellos zurückzugeben. Die Ironie rundet es ab: Niemand würde ein urheberrechtlich geschütztes Buch einer akademischen Koryphäe hochladen.

Man sollte den Witz von der Regel trennen. Ein komplettes Lehrbuch zu fotokopieren oder zu scannen und zu verbreiten ist kein Unfall: Es ist eine Urheberrechtsverletzung, mit oder ohne Ironie. Das spanische Gesetz erlaubt Privatkopien für den persönlichen Gebrauch, nicht die Bereitstellung für Dritte. Diese Nuance ist wichtig, denn die Grenze zwischen dem Studenten, der sein eigenes Buch scannt, und dem, der es in ein Forum stellt, ist die Grenze zwischen privater Nutzung und Verbreitung.

Der Vergleich mit der Präsenzuniversität, der nicht trägt

Die härteste Kritik richtet sich gegen das Modell: Die UNED sei ein Abzocke, heißt es da, weil man an einer Präsenzuniversität ein ganzes Studium nur mit Fotokopien überstehen kann. Der Vergleich hat einen Haken. Auch dort ist das Material geschützt; anders ist nur die Verfügbarkeit: Kopierläden neben dem Hörsaal, Skripte von Kommilitonen und eine Bibliothek zehn Minuten entfernt.

An der UNED ist der Student auf sich gestellt, das Lehrbuch ist die einzige Stimme des Professors, und der Preis wird ohne Zwischenhändler gezahlt. Deshalb ist die Suche nach kostenlosen UNED-Büchern in der Praxis ein weiteres Pflichtfach des ersten Semesters.

Die Prognose mit Vorbehalt: Solange das Lehrbuch das Tor zum Fach bleibt und sein Preis nicht sinkt, wird der informelle PDF-Kreislauf nicht verschwinden. Ebenso wenig die Bibliothek des Studienzentrums, die die unumstrittene Option bleibt.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6 Antworten).

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