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Umstrittener Plan zur Umsiedlung von Gazanern nach Spanien
Israel schlägt Spanien als Ziel für Gazaner vor, woraufhin Außenminister Albares eine klare Abgrenzung fordert, während die Debatte über Massenasyl entbrennt.
Der Plan, Gazaner nach Spanien zu bringen, den niemand eingestehen will
Was, wenn die Solidarität mit Gaza nur die erste Phase eines Plans ist, um die Ankunft von Hunderttausenden Gazanern in Spanien zu rechtfertigen? Das ist die These, die die gesamte Debatte durchzieht, und sie entspringt nicht dem Nichts. Auslöser ist ein Vorschlag des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz, der das Militär anwies, einen Plan für eine „freiwillige Ausreise“ der Bevölkerung aus Gaza vorzubereiten, und dabei Spanien zusammen mit Irland und Norwegen als obligatorisches Ziel nannte. Die Antwort des Außenministers José Manuel Albares war unmissverständlich: „Niemand muss uns sagen, was wir zu tun haben.“ Doch der Mechanismus war bereits in Gang gesetzt.
Von der Erklärung am 7. Oktober bis zur Aufnahme der ersten Minderjährigen
Die Chronologie, die skeptische Analysten heranziehen, ist akribisch. Die Erklärung des palästinensischen Staates durch die Regierung von Pedro Sánchez erfolgte am 7. Oktober, ein Datum, das einige als mystische Fügung und andere als bloßen Zufall deuten. Ein Jahr später bestätigte die Regierung die Ankunft von 19 Minderjährigen aus Gaza und 73 Begleitpersonen, verteilt auf acht Regionen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Innenminister Fernando Grande-Marlaska bereits erklärt, dass Spanien „fähig“ sei, eine Migrationswelle aus dem Nahen Osten aufzunehmen. Die Abfolge passt zu gut.
Es gibt Stimmen, die behaupten, alles entspräche einem internationalen Plan, die gazanische Bevölkerung auf europäische Länder zu verteilen, und dass Spanien aufgrund seiner politischen Position und seines Bedarfs an Stimmen der perfekte Kandidat sei. Dem steht das Argument entgegen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen eine rechtliche Verpflichtung aus dem Asylprotokoll ist und keine Verschwörung. Das Problem, entgegnen Skeptiker, sei nicht der rechtliche Rahmen, sondern der Mangel an Ressourcen: Wohnraum, Gesundheitswesen, Bildung und soziale Dienste sind bereits am Limit.
Wie viele Gazaner könnten nach Spanien kommen und mit welchen Mitteln?
Die Zahl, die in der Debatte kursiert, sind 2 Millionen Einwohner in Gaza. Wenn alle Asyl beantragen und auf verschiedene Länder verteilt würden, könnte Spanien ein Kontingent von 200.000 Menschen erhalten. Andere Schätzungen beziffern die Zahl auf 300.000 Flüchtlinge, die mit Saudi-Arabien verhandelt werden. Bei diesen Zahlen bricht jede Kalkulation von Wohnraum und öffentlichen Dienstleistungen zusammen. Es ist nicht nur eine Frage des Geldes: Die Aufnahmekapazität des Arbeitsmarktes und des Wohnungsbestands ist endlich.
Die vollständige Berechnung ergibt eine überraschende Differenz. Manche erinnern daran, dass Gazaner weder in Ägypten noch im Libanon oder in Syrien willkommen sind, und fragen sich, warum in Spanien schon. Die offizielle Antwort ist Solidarität. Die inoffizielle ist die Stimmenjagd.
Der Präzedenzfall des Obersten Gerichtshofs und die Tür zum Massenasyl
Ein Urteil des Tribunal Supremo (spanischer Oberster Gerichtshof) aus dem Jahr 2020 öffnete die Tür, damit Spanien Asylanträge von jeder Botschaft aus bearbeiten kann. In Kombination mit der Anklage der Regierung gegen Israel wegen „Völkermord“ bedeutet dies, dass bis zu 2 Millionen Palästinenser in Spanien Asyl beantragen könnten. Der rechtliche Rahmen existiert. Der politische Wille auch. Was fehlt, ist ein Integrationsplan.
Die Diskussion verlagert sich dann in den Bereich der Sicherheit. Ein Teil der Teilnehmer behauptet, die Bevölkerung von Gaza sei über Generationen indoktriniert worden und ihre Integration in europäische Stadtteile könne Radikalisierung herbeiführen. Diese These wird durch keine Beweise gestützt und sollte als das behandelt werden, was sie ist: eine alarmistische Meinung. Eine andere Strömung entgegnet, dass die Kriminalisierung einer ganzen Gruppe aufgrund ihrer Herkunft genau das ist, was den Dschihadismus nährt.
Israelischer Tourismus boomt trotz Genozid-Vorwürfen weiter
Der auffälligste Widerspruch wurde durch eine Information aufgedeckt: Turespaña (die spanische Tourismusbehörde) nahm Israel in einen Marketingvertrag auf, einen Tag nachdem Sánchez zum ersten Mal von einem Völkermord in Gaza sprach. Die Regierung stellte Mittel bereit, um israelische Touristen „trotz der Zerstörung in Gaza“ anzuziehen, wobei sie deren „Kaufkraft“ schätzte. Währenddessen verzögerte sich das Waffenembargo gegen Israel und löste eine Krise mit der Partei Sumar aus. Die spanische Außenpolitik navigiert zwischen rhetorischer Verurteilung und kommerziellen Interessen.
Die unbeantwortete Frage: Solidarität oder Bevölkerungsumverteilung?
König Felipe VI prangerte in Ägypten die „unerträgliche humanitäre Krise“ und die „totale Verwüstung in Gaza“ an. Für die einen ist dies die notwendige sarracena Rechtfertigung für die Aufnahme. Für die anderen ist es die Bestätigung, dass Spanien zu dem Ziel geworden ist, das andere europäische Länder meiden. Portugal, Italien und Griechenland werden ebenfalls genannt, aber Spanien hat die Nase vorn.
Am Ende schreibt sich die Ironie von selbst: Ein Land, das seinen eigenen Jugendlichen keinen Wohnraum garantieren kann, bereitet sich darauf vor, Hunderttausende von Menschen aufzunehmen, die nach Angaben der Regierung aus einem zerstörten Gebiet kommen. Wenn der Plan aufgeht, wird es ein Wunder sein. Wenn nicht, wissen wir bereits, wem wir die Schuld geben können.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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