Umfrage von El Confidencial stürzt Feijóo und löst Alarm im spanischen PP aus

Eine IMOP-Umfrage für El Confidencial sieht Spaniens PP unter dem Ergebnis von 2023 und nur ein bis zwei Punkte vor dem PSOE, Vox liegt bei nahezu 21 Prozent.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Umfrage von El Confidencial stürzt Feijóo und löst Alarm im spanischen PP aus
Die Umfrage, die Feijóo stürzt und den PP aufrüttelt

Eine Demoskopie-Studie von IMOP Insights, veröffentlicht in El Confidencial, hat im spanischen PP alle Alarmglocken ausgelöst: Alberto Núñez Feijóo verzeichnet laut der Eingangsthese der Diskussion innerhalb von nur zwei Wochen einen „sehr erheblichen“ Einbruch. Das Paradox: Eine Regierung, die von Affären wie Ávalos, Koldo, Tito Berni, Cerdán oder Leire zermürbt wird, dazu der Konflikt um Ceuta und das Thema Wohnungsbau in den Schlagzeilen – doch der Kandidat der Volkspartei kann davon nicht profitieren. Die Wahlabsicht des PP liegt im Umfragedurchschnitt unter dem Ergebnis von 2023, so ein Teilnehmer.

Was am meisten schmerzt, ist nicht der Absturz. Es ist der Kontext. PSOE und PP liegen nur ein bis zwei Punkte auseinander, Vox nähert sich der 21-Prozent-Marke, und Sumar stagniert weiter bei 6 bis 7 Prozent, so die in der Diskussion genannten Zahlen. 60 Prozent der Spanier wünschen sich einen Regierungswechsel, doch die Blöcke bleiben klar getrennt. Die Linke baut Unentschlossene ab und mobilisiert; der PP findet dagegen keinen Hebel.

Warum Feijóo nicht zulegt, obwohl die Regierung sich abnutzt

Die meistgenannte Erklärung liegt am Kandidaten selbst. Feijóo hat acht Jahre geschwiegen, und wenn er spricht, sinkt er, heißt es in der Debatte. Die Abfolge seiner Wahlkampfaussagen – Krankengeld für Arbeitnehmer streichen, zugeben, dass das Rentensystem nicht tragfähig ist, die Mindestlohn-Erhöhung von der Zustimmung der Arbeitgeber abhängig machen – wirkt wie ein Handbuch für die Gegenseite. Manche fassen es schonungslos zusammen: „Sobald er spricht, sinkt die Wahlabsicht.“

Das eigentliche Problem ist die Positionierung. Der PP schwankt zwischen Distanz zur Mitte und Angriffen auf die Politik Sánchez' Art, ohne zu definieren, was er selbst bietet. Der harte Kern fordert Geste und Bruch; der gemäßigte Wähler will Kompetenz und Ruhe. Feijóo hat diesen Widerspruch nicht aufgelöst, und das Ergebnis ist ein Kandidat, der die eigenen Anhänger nicht begeistert und Fremde nicht überzeugt.

Die Renten-Warnung und der Preis der Nichtentscheidung

Das Rentensystem taucht in der Diskussion als der Elefant auf, den niemand anschauen will. Ein Teilnehmer erklärt, 75 Prozent der PP-Wähler würden Rentner sein, und der Kandidat hat durchblicken lassen, das System sei nicht haltbar. Mitten im Wahlkampf hat dieser Satz einen offensichtlichen politischen Preis. Die Alternative, die sich stellt, ist gnadenlos: Die einen werden bei den Renten kürzen, die anderen die Steuern erhöhen – der Status quo hält nicht mehr.

Die zynischste Lesart: Feijóo will vielleicht gar nicht gewinnen. Sein Ziel sei es, den Schlamassel der Regierung nicht zu übernehmen und Vox dabei den Abnutzungskampf überlassen. Es ist eine unbelegte These, die aber die Passivität des Kandidaten besser erklärt als jedes Kommunikationshandbuch.

Der Vox-Faktor und das Szenario einer Wiederholungswahl

Vox bleibt stark, nahe an 21 Prozent, was jede Rechnung erschwert. Die parlamentarische Arithmetik ist nun mal so: Selbst wenn sich der Umfragefehler von 2023 wiederholte, würden PP und Vox damit nicht unter den 176 Sitzen bleiben, so die geteilte Analyse. Das Szenario der Blockade schwebt über dem Wahlkampf.

Manche halten es für richtig, dass der PP in der Opposition bleibt und ein Misstrauensvotum erleichtert, sobald die Regierung unhaltbar wird. Andere glauben, Feijóo bereite die Überraschung vor, keine Kooperation mit Vox und Neuwahlen zu erzwingen. Nichts davon ist bestätigt, aber beides beschreibt eine Partei, die an ihren eigenen Sieg nicht so recht glaubt.

El Confidencial, die Stimmung und der Rest der Umfrage

Die Umfrage misst nicht nur Wahlabsicht. Sie zeichnet auch das Bild der Klimawandel-Wahrnehmung: 80 Prozent der Frauen bezeichnen sich als besorgt, gegenüber 66 Prozent der Männer; bei den über 65-Jährigen liegt der Wert bei 80 Prozent, bei Jugendlichen bei 70 Prozent. Nach Wählerlagern: 90 Prozent der PSOE- und Sumar-Anhänger äußern Besorgnis, gegenüber 54 Prozent der PP-Wähler und 36 Prozent der Vox-Wähler.

Über die Glaubwürdigkeit des Mediums geht die Meinung auseinander. Ein Teil verwirft es als PSOE-nah, „eine Art El País 2.0“. Andere erinnern daran, dass es das Blatt war, das die großen internationalen Recherche-Enthüllungen des ICIJ exklusiv veröffentlichte. Die Debatte darüber, wer die Umfragen zurechtkocht, ist so alt wie das Handwerk selbst.

Der Name, der als Ersatz gehandelt wird

Im PP fällt immer wieder ein Name als Alternative: Xavier Albiol. Er wird als nahbarer, direkter, klartextlicher Mann beschrieben, dem ein Großteil der Widerstandskraft der Partei in Katalonien zugeschrieben wird. Der Einwand betrifft die Größenordnung: Ein Bürgermeister ist nicht dasselbe wie ein Ministerpräsident. Ayuso dagegen spaltet mehr: Man sieht in ihr mehr Kampfgeist, aber auch ein Risiko der Polarisierung.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob Feijóo sinkt, sondern wie weit er bis zum 29. November sinken kann und ob jemand in der PP-Zentrale einen Plan B hat, der über Warten hinausgeht. Die Antwort steht, Stand heute, noch nicht fest.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (58 Antworten).

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