Ukraine-Rücktritte wegen Korruptionsskandal im Militär

Hohe ukrainische Beamte treten mitten im Krieg zurück aufgrund eines Skandals um überteuerte Militäreinkäufe, wie Forenberichte zeigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ukraine-Rücktritte wegen Korruptionsskandal im Militär
Ukraine-Rücktritte wegen Korruptionsskandal im Militär

Ein Hubschrauber stürzte auf einen Kindergarten. An Bord befanden sich der ukrainische Innenminister, sein Stellvertreter und der Staatssekretär. Wochen später reichten mehrere hohe Regierungsbeamte aus Kiew mitten im Krieg ihren Rücktritt ein. Der offizielle Grund: Ein Korruptionsskandal bei der Beschaffung von Militärausrüstung mit aufgeblähten Preisen in Verträgen, die letzten Endes mit westlichem Geld bezahlt werden. Für viele ist diese Abfolge kein Zufall.

Was geschah bei den Militäreinkäufen?

Der Auslöser ist ein Korruptionsskandal bei der Beschaffung von Nachschub für die Armee: Die Einkaufspreise sollen aufgebläht worden sein, wobei die Zusatzkosten in privaten Taschen landeten, während an der Front Zwangsrekrutierte starben. Die Nachricht der Rücktritte kreuzt sich mit dem Tod des Innenministers und zweier hochrangiger Beamter bei einem Hubschrauberunfall, der, wie in mehreren Beiträgen angemerkt wird, nicht mit der üblichen Schnelligkeit Russland zugeschrieben wurde.

Die zynischste Lesart besagt, dass Selenskyjs Regierung Gesichter austauschen musste und jene, die sich weigerten, die Botschaft erhielten. Eine andere weit verbreitete Version: Es handelt sich weniger um eine sarracena Säuberung als vielmehr um eine Forderung der Finanziers des Krieges, die weiterhin Hilfe senden wollen, ohne dass europäische oder US-Steuerzahler zu viele Fragen stellen.

Warum jetzt und nicht früher zurücktreten?

Die häufigste Hypothese spricht nicht von plötzlicher Scham, sondern von Beamten, die das sinkende Schiff verlassen. Laut dieser Darstellung wird es an der Front heiß, die Führung erkennt, dass es schlimmer werden könnte, und sucht nach Auswegen. Das Beispiel von Arestowitsch, der ging und gut damit fuhr, hätte andere ermutigt. Das Problem ist, dass Selenskyj nicht zurücktreten kann, und wer geht, lässt den Rest mit dem Schlamassel zurück.

Daher soll Berichten zufolge eine Anordnung erlassen worden sein, die bestimmten Amtsträgern die Ausreise verbietet. Was früher geduldete Machenschaften waren, wird plötzlich zu unerträglicher Korruption. Das perfekte Alibi: Wenn man nicht gehen kann, geht man zumindest mit einem beschmutzten Aktenzeichen und offener Tür.

Westliches Geld und die unbequeme Frage

Der Punkt, der am meisten Empörung hervorruft, ist die Verwendung der Milliarden, die nach Kiew gesandt wurden. Der Verdacht, dass ein Teil dieses Geldes unterwegs verschwand, ist nicht neu, hat aber nun Namen und Aktenzeichen. Manche behaupten, Brüssel habe es von Anfang an gewusst und einige europäische Amtsträger könnten profitiert haben; andere fordern lediglich Rechenschaft.

Der Kontrast zu Spanien taucht immer wieder auf. Hier, so das Argument, tritt niemand wegen regionaler schwarzer Kassen oder medizinischer Pandemie-Ausrüstung zurück. Dort hat der Druck zumindest zu Abgängen geführt. Die Frage ist, ob diese Abgänge eine echte Säuberung sind oder Kosmetik, damit die westliche Öffentlichkeit weiter schluckt.

Wer gewinnt und wer zahlt den Krieg?

Im Kern geht es um die Kluft zwischen den Entscheidern und denen, die sterben. Beschrieben wird eine Regierung, die ihre Bürger in die Fleischwolf schickt, während die Führer Kriegskredite verhandeln und von ausländischer Hilfe leben. Und wenn der Soldat überlebt, kehrt er in ein verwüstetes Land zurück, mit prekären Bedingungen und einer Schuld, die er mit Steuern bezahlen muss.

Ukrainische Korruption ist keine Entdeckung. Man erinnert daran, dass das Land seit Jahrzehnten in der Champions League der Korruption spielt, mit Oligarchen und Mafias in Städten wie Odessa. Neu ist, dass sie nun aus alliierten Budgets finanziert wird und die Rücktritte mitten im Bombardement erfolgen. Für viele ist das kein Detail: Es ist das System, das funktioniert.



Das verstörende Detail bleibt. In einem Land, das angeblich für Demokratie und Freiheit kämpft, gehen jene mit offenen Akten und geschlossenen Türen. Die Bleibenden haben die Front vor sich und die Rechnung hinter sich. Und die Zahlenden, Tausende Kilometer entfernt, ohne dass jemand sie gefragt hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (95 Antworten).

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