Truth Social: 1.099 Euro zahlen, um Tweets vor allen anderen zu lesen

Ein Investor zahlt 100.000 Dollar für den Truth-Social-Feed und verkauft die Exklusivität für 1.099 Euro im Monat weiter. Das Problem: die Latenz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Früher Zugang zu Trumps Feed: das Geschäft, das Tweets in Luxusabos verwandelt
Es ist kein Trading-Kurs und kein Telegram-Signal: Es ist ein VIP-Pass für den Truth-Social-Feed. Der Preis: 1.099 Euro im Monat, um zu sehen, was der US-Präsident vor allen anderen veröffentlicht. Die deklarierte Anfangsinvestition: 100.000 Dollar. Die Rechnung ist makellos: Mit 100 Abonnenten liegen die monatlichen Einnahmen bei 109.900 Euro. Die Rendite des Geschäfts läge allein durch die Gebühren bei 10 % pro Monat. Jede weitere Finanzanalyse erübrigt sich.
Ein Geschäft, das auf Exklusivität beruht, nicht auf Daten
Das Konzept ist nicht neu: Insiderinformationen sind das älteste Geschäft der Märkte. Der Unterschied hier: Der angebliche Vorteil beruht auf einem sozialen Netzwerk mit genau einem relevanten Nutzer, dem Ex-Präsidenten und Kandidaten. Trotzdem lehnt der Verkäufer es ab, das Publikum auf 10.000 Personen à 20 Euro auszuweiten, weil er die Exklusivität verlieren würde. Die Exklusivität ist das Produkt, nicht der Inhalt.
Der Trugschluss der Geschwindigkeit: Latenz als endgültiges Argument
Die Skeptiker erinnern schnell daran, wo der Haken liegt: Selbst mit Echtzeit-Feed nutzen Hochfrequenzhändler seit Jahrzehnten Infrastrukturen mit Latenzen im Mikrosekundenbereich. Ein Mensch kann, so schnell er auch tippt, nicht mithalten. Die Antwort des Verkäufers fasst das Problem zusammen: „Meine Latenz reicht, um eine Kuh zu braten." Schlecht, wenn der Wettbewerbsvorteil Geschwindigkeit heißt und die Latenz für die Küche taugt.
Am Ende gewinnt nur einer sicher: der, der die Monatsgebühr kassiert. Der Anbieter des Frühzugangs verliert vielleicht seine 100.000 Dollar, aber immerhin behält er einen anständigen Grill. Die Frage, die in der Luft bleibt: Braucht es 92 Abonnenten, damit das Geschäft aufgeht, oder reicht es, wenn der erste Käufer versteht, was er da kauft?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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