Trump-Zölle: Warum der befürchtete 'Schwarze Montag' ausblieb

Der S&P 500 fiel unter 6.000 Punkte, schloss aber mit nur -0,9 %, während der spanische Ibex 35 in fünf Tagen um 1,45 % stieg.

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Trump-Zölle: Warum der befürchtete 'Schwarze Montag' ausblieb
Trump-Zölle: Warum der befürchtete 'Schwarze Montag' ausblieb

War der 3. Februar ein Schwarzer Montag? Die kurze Antwort lautet: Nein. Die lange Antwort ist, dass es für einige Stunden so aussah: Die Eröffnung der europäischen Märkte war düster genug, um apokalyptische Szenarien zu entfachen, und die Reaktionen von Kanada und Mexiko auf die US-Zölle überraschten viele Anleger. Beim Börsenschluss war das Bild deutlich weniger dramatisch: Der S&P 500 verlor 0,9 % und der Ibex 35 (der spanische Leitindex) verzeichnete in fünf Sitzungen einen Anstieg von 1,45 %. Ein deutlicher Rückgang, gewiss, wenn man den vorangegangenen Freitag als Maßstab nimmt.

Was mit den Trump-Zöllen wirklich geschah

Der Auslöser war der Handelskrieg. Die US-Regierung aktivierte Zölle, worauf Kanada und Mexiko prompt reagierten – ein Schritt, der laut Analysten vom Markt nicht vollständig eingepreist war. Hier liegt der Kern des Problems: Es war nicht die Ankündigung selbst, sondern die Vergeltung. Einige behaupten, dass am Vormittag eine Verschärfung der Krise und neue Maßnahmen aus Washington eingepreist wurden, nicht nur ein einfacher Zollkonflikt.

Das Problem ist, dass sich das Narrativ bereits bildete, bevor die Märkte öffneten. Die europäische Eröffnung war schwach, was ausreichte, um das Etikett eines „Schwarzen Montags“ zu verteilen. Doch ein Minus von 3 % ist kein totaler Crash. Ein Marktteilnehmer bemerkte sarkastisch: Wir sind von Atomraketen zu dem Punkt gelangt, an dem die Börsen um 3 % fallen und sich wie das Ende der Welt anfühlen. Die Messlatte hat sich tatsächlich verschoben.

S&P 500 fällt unter 6.000 und Santander steigt um 7 %

Die Tagesdaten widerlegen die Panik. Der S&P 500 verlor zwar die 6.000-Punkte-Marke, schloss aber mit einem Minus von 0,9 %. Die Santander-Aktie stieg um mehr als 7 %. Der Ibex 35 legte in fünf Tagen 1,45 % zu. Und Bitcoin, das gestern noch bei 89.000 Dollar lag, war bereits wieder bei 101.000 Dollar. Jeder Vermögenswert erzählte eine andere Geschichte, und keine davon war die der Apokalypse.

Einige führen technische Faktoren an: Die Umsetzung von Investitionsplänen durch den Monatswechsel könnte den Markt gestützt haben. Andere blicken auf den politischen Kalender und behaupten, dass ein größerer Sturz erst nach den deutschen Wahlen erfolgen wird. Eine dritte, skeptischere Strömung bestreitet das Ganze direkt: Es wird keinen Crash geben, weil alles manipuliert sei.

Kanada reagiert mit Kennzeichnung und TikTok tritt in Verhandlungen ein

Die kanadische Reaktion hatte ihren symbolischen Moment: Premierminister Justin Trudeau rief dazu auf, kanadische Produkte zu wählen und auf die Etiketten zu achten. Eine Geste des patriotischen Konsums, die am Markt zwar keinen Index bewegt, aber den politischen Ton des Streits angibt.

Währenddessen schreiten die Verhandlungen voran. Berichten zufolge bereitet sich China darauf vor, mit Washington zu verhandeln, wobei TikTok Teil der Gespräche sein könnte. Der Zollkonflikt ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein Teil eines größeren Schachspiels. Das erklärt, warum sich die Märkte erholen, sobald das Gefühl aufkommt, dass die Drohung teilweise nur ein Bluff war.

Das Gespenst von 1929 und warum der Vergleich hinkt

Jede ernsthafte Korrektur bringt Vergleiche mit der Geschichte mit sich. Finanziell gesehen seien wir im Jahr 1929, politisch im Jahr 1939. Der Vergleich ist populär, aber falsch. Ein Marktteilnehmer, der vier Crashs in fünfzig Jahren miterlebt hat, stellte klar: Der des Jahres 2000 war der härteste, mit täglichen Einbrüchen von 5 % und 7 %, wobei 3 % ein guter Tag waren. Die Krisen von 2008 und 2020 waren im Vergleich dazu ein Witz.

Das eigentliche Problem ist ein anderes: Viele Menschen wurden von dieser Bewegung unvorbereitet getroffen, mit Verlusten von fast 30 % und ohne Gewissheit auf eine Erholung. Das ist kein klassischer Schwarzer Montag, aber für diejenigen, die es erleiden, fühlt es sich verdammt ähnlich an.



Letztendlich blieb der „Schwarze Montag“ an der US-Börse bei einem Minus von 0,9 %. Morgen wird wahrscheinlich jemand wieder die Diskussion eröffnen.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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