Trump rudert zurück: Chinas 145%-Zoll soll sinken

Trump kündigt eine deutliche Senkung des 145%-Zolls gegen China an. Berichte warnen vor 40 % blockierter Container in chinesischen Häfen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump rudert zurück: Chinas 145%-Zoll soll sinken
Trump rudert zurück: Chinas 145%-Zoll soll sinken

Wie lange hält ein Bluff, bevor er zum Rückzug wird? Der US-Präsident erklärte am Dienstag, die hohen Zölle auf chinesische Importe würden «erheblich gesenkt». Konkret: vom geltenden 145% auf einen Wert, den er selbst nicht nennen wollte, der ihm aber offenbar zu hoch ist. «Es wird nicht so hoch sein, nicht so hoch», sagte er im Oval Office und fügte hinzu, Washington werde «sehr freundlich» sein und dasselbe von Peking erwarten. «Wir werden sehr nett sein, sie auch, und wir werden sehen, was passiert.»

Die Kehrtwende kommt nach wochenlangen gegenseitigen Drohungen, zerrütteten Märkten und offenen Konflikten innerhalb seines eigenen Teams. Trump forderte China zudem auf, ein Abkommen zu schließen, und warnte, andernfalls werde er es «selbst machen».

Welcher Zoll steht zur Debatte und wer führt das Weiße Haus?

Der diskutierte Satz ist der 145%-Zoll auf chinesische Importe, eine Zahl, die praktisch einem Handelsstopp gleichkommt. Der Rückzieher war kein isoliertes Zeichen: Handelsminister Howard Lutnick, Befürworter einer Zollpause, hat sich mit dem Finanzminister zusammengeschlossen, um die harte Linie des Beraters Peter Navarro zu bremsen. Das bedeutet, dass die Administration seit Wochen einen internen Streit darüber führt, wie weit man die Spannung treiben kann.

Dieser Konflikt erklärt die Schwankung. Was als Machtdemonstration angekündigt wurde, ist zu einer verzweifelten Verhandlung geworden, bei der der Hausherr des Weißen Hauses live den Ton reduziert, ohne sichtbares Entgegenkommen aus Peking.

Der Bluff, den alle am Tisch sahen

Die vorherrschende Lesart ist, dass hier mit fremdem Geld – dem der Steuerzahler – gepokert wurde und der Tisch schnell durchschaute, welche Karten gespielt wurden. Die Operation wurde bereits als Lehrbuchbeispiel für Pump and Dump bezeichnet: Ankündigungen, die die Börse bewegen und billige Käufe vor dem Anstieg sowie teure Verkäufe vor dem Crash ermöglichen. Es ist keine juristische Anschuldigung oder laufende Untersuchung; es ist ein Verdacht, der in der Debatte kursiert.

Das Gegenargument hat ebenfalls Gewicht: Alles sei Teil einer berechneten Verhandlungsstrategie, bei der Trump hart zuschlägt, die Reaktion beobachtet und dann justiert, um Profit zu schlagen. Anhänger dieser These erinnern daran, dass das erklärte Ziel darin besteht, Produktion aus China zu verlagern, Zollsenkungen zu erzwingen und chinesische Unternehmen zu drängen, in den USA zu produzieren, wenn sie dort verkaufen wollen.

[SIZE_5]Die Kosten, die bereits in den Häfen spürbar sind[/SIZE]

Während über die Absicht diskutiert wird, bewegen sich die Zahlen. Es wird gewarnt, dass etwa 40% der Container in chinesischen Häfen mit Ziel USA feststecken und bisher 25 Fahrten von Supercargos storniert wurden. Diese Zahlen deuten auf einen echten Engpass in der Lieferkette hin, nicht auf einen verbalen Scharmützel.

Die Frage ist, wer diese Lähmung länger aushält. Manche behaupten, China werde schließlich darum bitten, das Problem loszuwerden, bevor hunderte chinesischer Firmen ruiniert werden; andere zweifeln daran, dass China schlechter dasteht. Die Kalkulation, wer die Lähmung besser übersteht, bleibt offen.

Warum die USA als Partner schlechter dastehen könnten

Hier liegt der Punkt mit der größten mittelfristigen Tragweite. Alles, was gerade gegen China angewendet wird, kann morgen Japan, Korea oder jeden anderen Partner treffen. Die Botschaft an die Welt lautet, dass Washington kein zuverlässiger Verbündeter ist: weder als Handelspartner, noch als Endmarkt für Exporte, noch als Hüter der Regeln, die es selbst vorangetrieben hat.

Jeder mit ihnen geschlossene Vertrag kann über Nacht platzen. Manche argumentieren, dass dies die weltweit größte Volkswirtschaft zu einem toxischen Partner macht, und dass globale Investitionsentscheidungen dies bereits internalisieren, mit Effekten, die nicht diese Woche, sondern in den nächsten zwölf Monaten sichtbar werden.

Tesla, Musk und der Nebeneffekt

Der Fall Tesla dient als Fieberthermometer. Sein Geschäft hängt davon ab, Elektroautos zu verkaufen, die aus Kostengründen in China hergestellt werden, und sein Eigentümer hat sich mit einem Präsidenten verbündet, der Zölle verhängt, den Klimawandel leugnet und auf mehr Öl setzt. Dieser Widerspruch ist schwer aufrechtzuerhalten, und der Markt bepreist ihn bereits.

Es geht nicht um Sympathien, sondern um Industriearithmetik. Wenn Komponenten und Montage aus Asien kommen und das Endprodukt in Amerika verkauft wird, trifft jede Zollhöhung direkt die Marge. Dass der Firmeninhaber einer der wichtigsten Fürsprecher dieser Politik ist, erhöht nur das Rauschen in der Gleichung.

Schulden und Dollar: Das Szenario der Debatte

Im finanziellen Bereich ordnet die Datenlage der US-Schuldenhalter die Debatte: Japan an erster Stelle, China an zweiter. Darauf aufbauend werden Szenarien entwickelt. Das extremste fragt, was passieren würde, wenn der Emittent aufhört zu zahlen: Der Dollar würde seinen Status verlieren und das Land in eine Vertrauensspirale mit schweren internen Folgen geraten.

Dies ist ein theoretisches Übungsensübung, keine Prognose. Andere Analysen gehen in die entgegengesetzte Richtung und behaupten, das eigentliche Ziel sei es, den Dollar zu schwächen, um die klar ungünstige Handelsbilanz der USA auszugleichen. Zwei unvereinbare Narrative koexistieren in derselben Debatte, ohne dass eines dominiert.

Unterdessen rückt Russland in der Ukraine langsam, aber stetig vor. Mit dem Rückgang verdienen, mit den Wochen des russischen Roulettes gewinnen und wieder mit dem Anstieg verdienen: Manche haben es klar erkannt. Es bleiben vier Jahre, um dies zu überprüfen.



Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung oder Anlageempfehlung dar.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (216 Antworten).

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