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Trump plant 100.000-Dollar-Gebühr für H-1B-Visa
Trump erwägt eine jährliche Gebühr von 100.000 Dollar für das H-1B-Visum in den USA, was qualifizierte Zuwanderung auf Hochverdiener beschränken könnte.
Trump plant 100.000-Dollar-Jahresgebühr für H-1B-Arbeitsvisa
Ein indischer Ingenieur mit einem unterschriebenen Angebot im Silicon Valley, ein Arzt mit einer Stelle in einem texanischen Krankenhaus, ein Bankanalyst in New York. Alle teilen dasselbe Visum, das H-1B, und alle sehen sich derselben Rechnung gegenüber: 100.000 Dollar jährlich für das Recht, in den Vereinigten Staaten zu arbeiten. Die Maßnahme, angekündigt von der Administration Donald Trumps, verwandelt das wichtigste legale Einfallstor zum US-Arbeitsmarkt in eine Maut, die nur sehr hohen Gehältern vorbehalten ist. Die Debatte über eine Besteuerung qualifizierter Zuwanderung hat Spanien erreicht, mit einer unbequemen Frage: Dient sie dazu, Lohndumping zu stoppen, oder ist es ein Eigentor für die größte Volkswirtschaft der Welt?
Der Vorschlag ist nicht abgeschlossen. Dem aktuellen Stand der Diskussion zufolge würde die Gebühr für Personen gelten, die mit dem H-1B-Visum einreisen, wobei unklar bleibt, ob das Unternehmen oder der Arbeitnehmer sie zahlt. In einigen Wirtschaftsforen wird angedeutet, dass die Firma die Kosten trägt; in sozialen Medien verbreitet sich die gegenteilige Version. Diese Verwirrung ist nicht geringfügig: Sie ändert grundlegend, wer die Kosten übernimmt und somit welche Profile für US-Unternehmen noch sinnvoll sind.
Was ist das H-1B-Visum und wen betrifft es?
Das H-1B ist das Standardarbeitsvisum für ausländische Fachkräfte in den USA. Es erfordert einen unterschriebenen Vertrag mit einem US-Unternehmen, eine Voraussetzung, die bereits vor der neuen Steuer existierte. Was sich jetzt ändert, ist der Einstiegspreis. Mit einer Gebühr von 100.000 Dollar jährlich ist die Logik einfach: Nur hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitnehmer – erfahrene Ärzte, Senior-Tech-Profile – könnten die Kosten amortisieren. Junior-Programmierer, die bisher günstig ins Land kamen, hätten ihre besten Tage gezählt.
Manche behaupten, die Maßnahme treffe genau das Segment, das dem Aufnahmeland am wenigsten Wert bringt, und sehen darin eine Tugend. Das Gegenargument ist gleich stark: Die Nachfrage nach Ingenieuren in den USA ist enorm, die technische Arbeitslosigkeit liegt praktisch bei null, und Tech-Firmen sind auf externes Talent angewiesen, um Personal zu besetzen. Diesen Fluss zu besteuern, sagen Kritiker, sei eine schwer haltbare Autarkie des Talents.
Auswirkung auf Lohndumping
Am stärksten konvergieren die Positionen beim Gehalt. Wenn Spanischsprachige, lokale Arbeiter und Migranten um dieselbe Stelle konkurrieren, ist der Lohn der einzige Indikator, ob jemand ein unersetzlicher Experte oder ein billiger Streikbrecher ist. Durch die Steuer und das neue Minimum von 150.000 Dollar für ausländische Arbeitnehmer schrumpft der Spielraum, qualifizierte Arbeitskräfte zu Schleuderpreisen einzuführen. Die angestrebte Konsequenz dieser Lesart ist, dass der lokale Arbeitsmarkt nicht mehr unter unlauterem Wettbewerb leidet.
Nicht alle sehen das so. Ein Teil der Analyse weist darauf hin, dass die Maßnahme nicht zwischen Experten unterscheidet, die man im eigenen Land nicht findet, und Fachkräften, die einfach günstiger sind. Und ohnehin zahlt der undokumentierte Grenzgänger diese Gebühr nicht: Die Maßnahme betrifft nur den legalen Weg. Abschiebungen und Budgeterhöhungen für Einwanderungsbehörden sind ein anderer Krieg, der am anderen Ende des Systems geführt wird.
Einnahmen als eigentliches Ziel
Der Hintergrund ist fiskalisch. Die US-Staatsverschuldung und deren Zinskosten tauchen in der Diskussion als eigentlicher Motor der Maßnahme auf. Die wiederkehrende Idee ist, dass Washington Geld sucht, wo keines liegt, und dass eine Steuer auf qualifizierte Zuwanderung eine politisch rentable Einnahmequelle ist: Man kassiert bei denen, die nicht wählen. Verweise auf eine Staatsverschuldungskrise innerhalb von weniger als drei Jahren, zugeschrieben Ray Dalio, schweben über der Analyse.
Die offene Frage ist, ob die Einnahmen den Verlust an Talent ausgleichen. US-Tech-Unternehmen haben einen erheblichen Teil ihrer Belegschaft im Ausland ausgebildet. Wenn die Maut diese Profile vertreibt, könnten die steuerlichen Einsparungen im Vergleich zu den Innovationskosten zu kurz greifen. Eine Netto-Berechnung wurde noch nicht veröffentlicht.
Der spanische Spiegel
Die Diskussion wendet sich schnell Spanien zu. Der wiederholte Vorschlag ist, eine ähnliche Gebühr auf Zuwanderung zu erheben, um öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren, mit dem Argument, dass das eingenommene Geld Schulen und Krankenhäuser bezahlen würde, statt Abhängigkeit von Sozialleistungen zu importieren. Das Gegenargument lautet, dass arbeitende Migranten auch konsumieren, Steuern zahlen und die aggregierte Nachfrage stützen, sodass die Rechnung nicht so einfach ist.
Das Detail, das irritiert, ist, dass die Flaggschiff-Maßnahme der führenden Wirtschaftsmacht zur Ordnung ihrer Zuwanderung darin besteht, den Eintritt zu bepreisen. Nicht Auswahl nach Verdienst, Sektoren oder Arbeitsmarkterfordernissen. Eine Tarifgebühr. Und dass zum Zeitpunkt dieser Diskussion nicht einmal klar ist, wer sie zahlt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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