Trump droht mit 25 % Zöllen, Trudeau reist nach Mar-a-Lago

Trump droht mit 25 % Zöllen gegen Kanada und Mexiko, Trudeau fliegt unangekündigt nach Mar-a-Lago. Zum Duell gehören der Witz vom 51. Bundesstaat und eine entscheidende Zahl: 60 %...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump droht mit 25 % Zöllen, Trudeau reist nach Mar-a-Lago
Trump droht mit 25 % Zöllen, Trudeau reist nach Mar-a-Lago

Donald Trump hat damit gedroht, Produkte aus Kanada und Mexiko mit einem Zoll von 25 % zu belegen, und Justin Trudeau hat mit einem Notflug nach Mar-a-Lago reagiert – unangekündigt und ohne öffentliche Tagesordnung. Der offizielle Auslöser ist kein handelspolitischer: Washington will, so heißt es, das Scheitern bei der Eindämmung der Einwanderung und der illegalen Drogen bestrafen, die aus diesen beiden Ländern in die USA gelangen. Das anschließende Gespräch war einem Pokerduell so ähnlich wie nur möglich – zwischen zwei Partnern, die jahrzehntelang nicht öffentlich gestritten hatten.

Trudeau warnte Trump, der Zoll würde die kanadische Wirtschaft vernichten. Die Antwort war eine Gegenfrage: Kann sein Land also nur überleben, indem es die Vereinigten Staaten um 100 Milliarden Dollar betrügt? Danach – das berichtet Fox News – schlug der US-Präsident vor, Kanada solle der 51. Bundesstaat werden. Im Raum war Gelächter zu hören. Nervöses.

Warum droht Trump Kanada und Mexiko mit Zöllen?

Ein Zoll von 25 % ist keine symbolische Abgabe. Es ist die Art von Maßnahme, die ganze Lieferketten umstrukturiert und bei flächendeckender Anwendung alles verteuert – vom Auto bis zum Stahl. Die offizielle Begründung vermischt Grenzsicherheit und Drogenbekämpfung, zwei Themen, die in der Praxis polizeilich kooperativ geregelt werden, nicht über Zollsätze.

Die verbreitetste Lesart: Das ist ein Verhandlungsschachzug – hoch eröffnen und schauen, was sich fangen lässt. Dagegen spricht, dass Trump dasselbe Muster schon bei anderen Partnern angewandt hat und dass Kanada und Mexiko neben China die drei größten Lieferanten der USA sind. Wer hier Theater vermutet, sitzt in der falschen Vorstellung.

Kanada und die 60 % des Öls, das die USA importieren

Hier liegt die Zahl, die alles durcheinanderbringt. 2022 machte Kanada 60 % der Rohölimporte der USA aus, so die branchenübliche Angabe. Kanadisches Öl kommt über Pipelines und per Bahn, und zu dieser Zahl muss man das Erdgas rechnen, bei dem Kanada ein Schlüssellieferant des US-Marktes ist.

Das macht das Duell für beide Seiten unangenehm. Kanada zu treffen heißt, die eigene Energieversorgung zu treffen; es nicht zu tun, lässt die Drohung als leeres Papier zurück. Manche behaupten, alles, was Kanada produziert, lande am US-Markt, und wer über das Kapital herrsche, herrsche über das Land. Das Argument hat zur Hälfte recht: Die wirtschaftliche Abhängigkeit ist enorm – in beide Richtungen, wenn auch asymmetrisch.

Der 51. Bundesstaat, die Landkarte und der Witz, der keiner war

Würde Kanada der 51. Bundesstaat, wären die USA das flächenmäßig größte Land der Welt. Die Bemerkung löste Gelächter im Raum und stundenlange Kommentare außerhalb aus. Für eine Aufteilung gibt es keineswegs Konsens: Angeführt wird, dass Quebec und Neufundland eher als europäisches Gebiet nach Art Grönlands passten denn als neuer Stern auf der Flagge.

Demgegenüber steht die Historie. Die Beziehungen zwischen Kanada und den USA wurden jahrzehntelang als vorbildlich beschrieben, und Trudeaus Besuch ändert nichts am strukturellen Rahmen. Die berechtigte Frage ist eine andere: Bleibt die Zollandrohung ein Bluff, oder beschließt jemand, sie einzutreiben?

Bei diesen Zahlen auf dem Tisch ist Vorsicht geboten: Auf die Details kommt es an. Handelskriege werden laut angekündigt und in Anlagen beigelegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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