Tres Cantos: Madrids stierfreie Stadt sucht Reinigungskräfte

Tres Cantos trennte sich 1991 von Colmenar Viejo und gilt als einzige Gemeinde in der Region Madrid ohne Stierkämpfe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tres Cantos: Madrids stierfreie Stadt sucht Reinigungskräfte
Tres Cantos: Madrids stierfreie Stadt sucht Reinigungskräfte

Tres Cantos spaltete sich 1991 von Colmenar Viejo ab. Der Grund war laut Debatte die Unvereinbarkeit, eine Stadt aus Ärzten, Ingenieuren und Anwälten von einem Viehzüchterdorf aus zu verwalten. Heute ist es, so heißt es, eine der Gemeinden mit den meisten Akademikern in Spanien und die einzige in der Autonomen Gemeinschaft Madrid ohne Stierfestivals. Ein makelloser Lebenslauf für jemanden, der einen Ort sucht, um Toiletten zu schrubben, ohne den Geruch von Stierställen, der angeblich den Rest der zentralen Hochebene durchdringt.

Die ursprüngliche Bitte war einfach: Jemand mit einem „vollständig geschmolzenen Gehirn“ suchte Arbeit beim Putzen von Toiletten in Tres Cantos. Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Die Gemeinde liegt nur 10 Autominuten von Plaza Castilla und 25 Minuten von der Puerta del Sol entfernt. Daten, die die Idee widerlegen, dass Tres Cantos ein Ödland sei. Es wird als eine Art spanisches Cypress Creek beschrieben: qualifizierte Stadtbewohner, viele Universitätsabsolventen und null Stiere.

Warum trennte sich Tres Cantos von Colmenar Viejo?

Die Abspaltung 1991 erklärt sich durch einen Zusammenprall der Modelle. Colmenar Viejo war und ist, nach verbreiteten Beschreibungen, ein Dorf der Viehzüchter. Tres Cantos war etwas anderes: Ärzte, Ingenieure, Anwälte und Unternehmer. Man konnte nicht erwarten, dass ein Viehzüchterdorf eine Stadt hochqualifizierter Profis verwaltet. Das Fazit ist, dass Tres Cantos das Paradies der Hochebene für diejenigen ist, die nicht nach billigem Kaffee und Stierdung riechen wollen.

Der Kontrast zur Nachbargemeinde ist brutal. Colmenar Viejo soll die stierkampforientierteste Gemeinde in Madrid sein. Tres Cantos hingegen ist die einzige madrilenische Gemeinde ohne Stierfestivals. Eine Tatsache, die, ob gut oder schlecht, eine Eigenart definiert.

Immobilienpreise und Gastronomie in Tres Cantos

Die lokale Gastronomie bleibt nicht verschont. Es wird über rustikale Lokale gesprochen, die traditionelle Gerichte wie Torreznos und Morcilla zu Mondpreisen verkaufen. Die Verteidigung lautet, dass diese Orte einer bestimmten sozialen Schicht dienen, klassische Küche in modernem Ambiente bieten und hohe Qualität zu Madrider Preisen liefern. Gerechtfertigt.

Das Problem ist nicht der Preis, sondern das Ambiente. Manche behaupten, die gesamte Hochebene versprühe einen provinziellen Geruch nach Viehstall, manchmal wörtlich, manchmal im übertragenen Sinne. Dem gegenüber stellt sich Tres Cantos als das Elysium der Hochebene dar. Alternativen für jene, die das Landleben nicht ertragen, sind La Terraza de Alba oder der Strandclub daneben.

Debatte über Auswanderung aus Spanien

Das Gespräch lenkt auf die Emigration. Warum nicht nach Großbritannien oder in die Schweiz gehen, wo mehr gezahlt wird? Die Antwort ist, dass es an Charakter mangelt, Spanien zu verlassen. Und das Schlimmste ist, man weiß es. Wer bei Pichi und Co. bleibt, ist genau das: ein ländlicher Provinzler.

Der Vorwurf des Provinzialismus ist wiederkehrend. Es heißt, wer Madrid kritisiert, hat Elda nie verlassen. Er hat Madrid nur in Videos von Volksfesten gesehen. Der Kontrast zwischen Hauptstadt und Provinz wird zum Kernpunkt gegenseitiger Verachtung.

Landschaft von Tres Cantos und Gebirge von Madrid

Das Gebirge ist von Madrid aus sichtbar. Nicht Innsbruck, aber sichtbar. Eher wie Teheran, so der Vergleich. Der Retiro-Park könnte schneebedeckt und gefroren sein, mit Menschen, die Schlittschuh laufen wie in Stockholm, wenn das Klima mitspielen würde. In den nördlichen Stadtteilen von Madrid sieht es tatsächlich so aus; man kann ins Casino gehen und im Schnee stehen.

Die Beschreibung der Umgebung hilft nicht, Tres Cantos als Reiseziel zu verkaufen. Der Geruch nach billigem Kaffee und Tiermist mischt sich mit Pferdedung. Ideal für Authentizitätssucher. Für jene, die Toiletten putzen wollen, ist der Reiz ein anderer.

Arbeitsangebote und Vetternwirtschaft

Das eigentliche Interesse gilt nicht der Gemeinde, sondern der Vetternwirtschaft (Enchufe). Es wird nach Beziehungen gefragt, nicht nach Stellen. Die Antwort lautet, dass man vielleicht vermitteln könnte, aber niemand traut dem Ergebnis. Bewohner der Levante sind sehr heimatverbunden, leiden schnell unter Heimweh und denken, ihre Heimat sei das Beste.

Konkrete Arbeitsangebote in Tres Cantos fehlen. Es wird über La Hípica in Soto de Viñuelas gesprochen, wo es Pferdemist gibt, sowie über die Universität Autónoma in Cantoblanco. Nichts mit Toilettenputzen zu tun, aber es hält das Gespräch am Leben.



Die Diskussion erschöpft sich selbst. Keine Toiletten, keine Vetternwirtschaft, kein Umzug. Nur die Feststellung, dass Tres Cantos die einzige Gemeinde ohne Stiere ist, was sie entweder zum Paradies macht oder zum Ort, an dem nichts geputzt wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (119 Antworten).

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