Trade Republic: Risiko bei der Omnibus-Konto-Struktur

Bei Trade Republic liegen Gelder auf einem Omnibus-Konto. Kritiker warnen, dass die deutsche Einlagensicherung nur 100.000 € pro Konto deckt, nicht pro Kunde.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trade Republic und die 4 %: Wer haftet bei einer Insolvenz?

Das Geld, das Tausende Kunden bei Trade Republic parken, liegt nicht auf Konten in ihrem Namen. Es befindet sich auf einem Omnibus-Konto, einem Sammelkonto, das das Unternehmen bei einer Treuhandbank führt. Die Unterkonten aller Kunden sind dort lediglich als Buchungspositionen vermerkt. Dieses Detail, das zunächst technisch klingt, verändert grundlegend, was im Fall einer Insolvenz der Treuhandbank passiert. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Plattform sagen es unmissverständlich: Trade Republic ist nur verpflichtet, den Saldo zurückzuerstatten, den es von der Treuhandbank einfordern kann. Das bedeutet, dass der Kunde das Insolvenzrisiko dieser Bank trägt, falls die Forderung nicht durchsetzbar ist.

Was deckt die deutsche Einlagensicherung ab?

Nach Berechnungen, die in der Diskussion kursieren, deckt die deutsche Entschädigungseinrichtung (FGD) 100.000 Euro pro Konto, nicht pro Person. Bei einem Omnibus-Konto würde diese Grenze für alle Einleger gelten, die an dieses eine Konto angebunden sind. Daraus ergibt sich die kritische Zahl: 100.000 Euro, verteilt auf alle Kunden mit Guthaben auf diesem Sammelkonto. Viele Beobachter kommen zu dem Schluss, dass dieser Betrag praktisch wertlos wird, sobald die Kundenbasis wächst.

Es gibt jedoch Nuancen. Ein Teil der Analyse besagt, dass die irische Einlagensicherung greifen könnte, wenn das Omnibus-Konto bei einer irischen Bank geführt wird, und dass die Grenze dann pro Anleger statt pro Konto gelten würde. Die Plattform selbst mahnt zur Vorsicht: Man sollte Kontoauszüge sichern, um im Ernstfall Ansprüche geltend machen zu können. Die Debatte ist jedenfalls noch nicht abgeschlossen.

Was passiert, wenn Trade Republic selbst insolvent wird?

Hier ist die Lage schwieriger. Trade Republic fällt nicht unter die klassische Einlagensicherung, sodass eine Insolvenz der Plattform diesen Schutz nicht auslöst. Als möglicher Ausweg wird die Bankenabwicklung genannt: Der deutsche Aufsichtsbehörden würde die Positionen des Unternehmens einer anderen Bank zuweisen, ähnlich wie bei der Übernahme der Banco Popular durch die Santander oder der Credit Suisse durch die UBS. In diesem Szenario verlieren Aktionäre, aber nicht die Einleger.

Das praktische Problem ist jedoch ein anderes: Die Daten deutscher Banken werden bei der Bundesbank registriert, aber die Übertragung des gesamten Kundenbuchs auf eine andere Institution ist nicht sofortig. Wer schon einmal eine Bankenübernahme erlebt hat, weiß, dass es dauern kann, bis das Geld wieder verfügbar ist.

Gilt das gleiche Risiko für Aktien?


Nein. Aktien gehören dem Kunden; die Plattform fungiert nur als Vermittler. Das Risiko betrifft daher nur das flüssige Kapital auf dem Konto. Dies gilt für Trade Republic und jeden anderen Broker mit ähnlicher Struktur. Die offene Frage bleibt, ob traditionelle Broker anders agieren: Die Buchungsposition ist dieselbe, es ändert sich nur, wer sie verwahrt.

Die 4 % Rendite und das dahinterliegende Geschäft

Die Verzinsung von 4 % ist kein Geschenk. Sie dient dazu, Bargeld auf die Plattform zu ziehen und dort zu halten, damit es mit wenigen Klicks in Finanzprodukte investiert werden kann, für die Gebühren erhoben werden. Laut dieser Analyse ist der nicht investierte Anteil für das Geschäft irrelevant; entscheidend ist der Kapitalfluss.

Ein Vergleich mit Geldmarktfonds drängt sich auf. Mehrere Fonds bieten ähnliche Renditen bei voller Liquidität, allerdings ohne den Schutz der Einlagensicherung. Der Unterschied liegt also nicht in der Rendite, sondern darin, was genau geschützt wird.

Werbung und Influencer-Marketing

Die Plattform hat Content-Creator für die Bewerbung bezahlt. Das entwertet das Produkt nicht, erklärt aber, warum die Botschaft beim Publikum vor allem die 4 % hervorhebt und nicht die Struktur des Omnibus-Kontos. Die Kleingedrucktes steht im Vertrag, nicht im Video.

Wie viele haben die Bedingungen wirklich gelesen, bevor sie ein Konto eröffnet haben?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (94 Antworten).

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