Zwei Portionen für sechs: Der Rückgang der touristischen Ausgaben
„Sie bestellen zwei Portionen Churrasco für sechs Personen“. Dies ist das Beispiel, das La Voz de Galicia am 24. August 2023 aufgriff. Die Zeitung zitierte Mirian Cidrás vom Strandkiosk Galifornia am Tuia-Strand (Bueu). Betreiber von Strandbars in Sanxenxo und Bueu wiesen darauf hin, dass „obwohl viele Leute mit Geld kommen“ ein Rückgang der Ausgaben spürbar sei, sowohl bei Essen und Trinken als auch bei der Nutzung von Tretbooten oder Liegen.
Die Preise, die nicht mehr passen
Im Thread nennen mehrere Nutzer Preise, die sie als überhöht empfinden: Oktopus zu 15 Euro pro Portion, Churrasco zu 10, zwei Biere im Plastikbecher mit Oliven für 9 Euro, normaler Kaffee zu 1,50 oder zwei Kamillentees in einer Bar im Industriegebiet für 4 Euro. Andere erwähnen ein kleines Eis zu 2,50, mittleres zu 3,80 und großes zu 4,20 in Elche sowie ein komplettes Frühstück zu 7,50 in Potes. Es handelt sich um Zeugnisse und Berechnungen der Teilnehmer, nicht um Daten des Berichts.
Manche fassen den Effekt auf die Bestellung arithmetisch zusammen: „Wenn du eine Portion und zwei Drittel bestellst, entspricht das mindestens einem Tagesmenü.“ Das Terrassen-Snacking, das früher zum Kochen-Ersatz diente, konkurriert nun mit dem gesamten Abendessen, so mehrere Teilnehmer. Und wenn die Rechnung aus dem Ruder läuft, kürzt der Kunde laut dieser Lesart zuerst die Anzahl der Gerichte; danach die Anzahl der Tage.
Warum geben Touristen weniger aus?
Mehrere Teilnehmer argumentieren, dass nicht nur die Strandbars teurer werden: Auch Hypotheken, Einkaufskorb und Sprit steigen. Sie fügen hinzu, dass Löhne langsamer wachsen als die Preise. Wenn das Geld für Pflichtausgaben knapp wird, trifft die Anpassung das Entbehrliche, und Essen gehen ist das Erste, was geopfert wird, so das Argument.
Manche weisen auf ein weniger offenes Detail hin: Der Konsumkredit, mit dem laut diesem Bericht viele den Urlaubsstart finanzierten, erschöpft sich kurz vor September. Ab dann muss rationiert werden. Mehrere Nutzer beschreiben, dass Kühlbox, Tupperware und Einkäufe im Supermarkt mit vorbereiteten Speisen, die im Schatten gegessen werden, zurückkehren.
Die elastische Portion: dieselbe Platte, vier Zahlungen
Ein Nutzer schildert den Fall, der seiner Aussage nach den größten Ärger verursachte. Ein Stand mit Schild 10 Euro pro Portion für Oktopus und Churrasco. Zwei Paare bestellen je eine Portion zum Teilen, im Stehen, ohne Tisch. Die Endrechnung: 80 Euro. Der Betrieb verstand eine Portion als einen Gast, sodass der Preis vom Schild mit vier multipliziert wurde. Derselbe Nutzer versichert, dass Diskussionen beim Bezahlen und Beschwerden über die Rechnung häufig wiederholt wurden.
Der Vorfall illustriert laut diesem Zeugnis ein Informationsproblem, nicht nur ein Preisproblem. Die Karte sagt eines, der Kellner interpretiert etwas anderes, und der Kunde entdeckt die Regel erst, wenn er nicht mehr aufstehen kann. Im Süden, fügt er hinzu, steht der Preis für halbe Portionen auf der Karte.
Vom Volumen- zum Margenverkauf
Ein Teilnehmer behauptet, die spanische Gastronomie basiere auf engen Margen und hoher Umschlagsgeschwindigkeit, und dieses Modell wandele sich zum europäischen Stil: hohe Marge, ähnliches Volumen. Er nennt das Beispiel Bier: Statt 1,50 kostet es 3,50, wodurch die Bar zum häuslichen Luxusgut wird. Ein anderer fügt hinzu, wer leere Lokale hat, nimmt jede Bestellung dankbar an; wer Warteschlangen hat, flucht darüber, denn ein Tisch mit geteilten Portionen blockiert den Platz, den sonst ein Steakbesucher eingenommen hätte.
Das Argument, ausländische Touristen seien der Retter, greift laut einigen Teilnehmern auch nicht ganz. Ein Deutscher oder Engländer kommt nicht hierher, um etwas zu zahlen, das sich nur um 50 Cent von den Preisen in ihrem Land unterscheidet, so ein Nutzer. Ein anderer weist darauf hin, dass es in ihren Ländern auch Inflation gibt, aber ihre Löhne wahrscheinlich schneller angepasst werden, sodass der Auslandstourismus in den nächsten Jahren vielleicht nicht so schlecht läuft.
Ein Nutzer hebt ein Detail hervor: Churrasco gehört zu den günstigsten Gerichten. Wenn selbst dieses Gericht für sechs Personen rationiert bestellt wird, liegt das Problem nicht nur beim Touristen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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