Kackt man in der Krise weniger? Der Rückgang des Toilettenpapierverbrauchs in Spanien
Was misst der Toilettenpapierverbrauch eigentlich? In Spanien zeigen die Daten einen anhaltenden Rückgang, der zu Interpretationen jeder Art geführt hat. Laut den verfügbaren Zahlen verbrauchte eine durchschnittliche Familie früher 106 Kilo pro Jahr, was etwa 0,80 Rollen pro Person und Tag entspricht. Der Rückgang hat sich mit der Wirtschaftskrise beschleunigt, was die Frage aufwirft, ob der Schließmuskel treu dem BIP folgt.
Die wirtschaftlichen Hypothesen: weniger Verzehr, weniger Abfall
Die naheliegendste Erklärung: Wenn die Wirtschaft schrumpft, isst man weniger und kackt daher auch weniger. Wie ein Analyst spottete: „Die Schrumpfung der Wirtschaft und die Schrumpfung des Afters hängen eng zusammen." Der Rückgang des Papierverbrauchs fiel mit dem Platzen der Immobilienblase und steigender Arbeitslosigkeit zusammen. Es ist nicht abwegig anzunehmen, dass sich die Einsparungen beim Einkauf auch auf die Zahl der Toilettengänge auswirken.
Demografie und Gewohnheiten: das Papier bekommt Konkurrenz
Eine andere Richtung verweist auf strukturelle Veränderungen: Die zunehmende Einwanderung aus Ländern, in denen Wasser statt Papier verwendet wird, senkt den Pro-Kopf-Verbrauch. Zudem gewinnen Feuchttücher als Ersatz an Boden, obwohl ihre Umweltbelastung größer ist. Auch eine stärkere Nutzung von Bidets oder Hygieneduschen wird erwähnt, ebenso die Überalterung der Bevölkerung, die den Verbrauch von Windeln, nicht aber von Papier erhöht. „Es gibt immer mehr Mohren, die sich mit der Hand säubern", fasst eine verbreitete Meinung zusammen, wobei die wissenschaftliche Literatur lieber von kultureller Vielfalt spricht.
Die Zahl, die niemand erwartete: Katalanen sind die größten Sparer
Die ursprüngliche Studie wies darauf hin, dass Katalonien beim Toilettenpapier-Sparen führend war. Am anderen Ende dagegen sprechen die optimistischsten Schätzungen von einem Rückgang des Gesamtverbrauchs um 10-15 % seit den Vorkrisenjahren. Manche sehen darin ein Symptom „extremer Geizkrämerei"; andere schlicht, dass die Krise sogar im Badezimmer zwickt.
Mit diesen Zahlen ist das Einzige, was nicht geschrumpft ist, der Einfallsreichtum bei der Erklärung des Rückgangs. Toilettenpapier ist zu einem ungewöhnlichen Barometer der Wirtschaftslage geworden, und der Indikator steht derzeit weiter auf Rot.
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