Tiefdruck 1, Estela 0: Der Himmel eröffnet den Streit neu
Das Tiefdruckgebiet traf mit voller Wucht ein und brachte einen Spielstand mit sich, der sich wie bei einem Fußballspiel wiederholte: Tiefdruck eins, Estela null. Wochenlang waren atlantische Fronten nur schwach angekommen und hatten den Boden kaum benetzt; diesmal fiel der Regen in Strömen. Für einen Teil der Öffentlichkeit schien dieser Vorfall den alten Streit um die Estela zu beenden – jene angeblichen Flugzeugspuren, mit denen laut der verbreitetsten Überzeugung das Klima nach Belieben manipuliert werden soll. Es sei vorab klargestellt: Eine großflächige Klimamanipulation hat keine wissenschaftliche Grundlage, und die Kondensstreifen von Flugzeugen bestehen im Wesentlichen aus kondensiertem Wasserdampf. Dennoch kehrt das Thema zurück, sobald der Himmel bedeckt ist.
Was wird dem AEMET und der Geoengineering zugeschrieben?
Unter den Anhängern der These kursiert eine wiederkehrende Idee: Dass die staatliche Wetteragentur (AEMET) im Voraus weiß, wann die Streifen persistent bleiben werden. An diesen Tagen setzen sie das Nebelsymbol, heißt es in einer Äußerung, um daraus zu schließen, dass wenn die Vorhersage Regen ankündigt, dies bedeutet, dass die Estela nicht funktionieren. Andere gehen weiter und behaupten, dass die AEMET auf ihrer Website selbst Klimamodifikationsoperationen in 84 Ländern bestätigt.
Es ist eine Lesart, die verschiedene Dinge vermischt: Geoengineering und Wolkenimpfung tauchen in technischen Dokumenten auf, aber das entspricht keinem geheimen Zeitkontrollprogramm, ebenso wenig wie das alte Projekt zur Abschwächung der Sonnenstrahlung, das einigen Milliardären zugeschrieben wird. Die Distanz zwischen einem Laborexperiment und einer Flotte, die ganze Kontinente besprüht, ist schlicht gewaltig.
Viele Modelle, eine einzige Vorhersage
Auf den Vorwurf, die Agentur versage absichtlich, antwortet man mit einem unspektakulären technischen Detail: Die Vorhersage stützt sich auf Modelle, und es gibt nicht nur eines. Aus der gesamten Pueblerino der Szenarien veröffentlicht die Agentur dasjenige, das sie für am wahrscheinlichsten hält. Wenn sie recht hat, wurde gut gewählt; wenn sie falsch liegt, tut die Luft einfach, was sie will. Diese Erklärung befriedigt die Skeptiker nicht, die in jedem Fehler einen weiteren Beweis sehen, und dort beginnt der Teufelskreis.
Der Bruchpunkt des Arguments: Wenn auch das Versagen bestätigt
Die schwächste Stelle der Erzählung ist ihre Elastizität. Wenn es regnet, gewinnt das Tief; wenn es nicht regnet, haben sie gesprüht. So irrt ihr euch nie, fasst eine Äußerung zusammen, die auf das klassische Problem der Hypothesen hinweist, die durch keine widerlegt werden können. Die Abfolge beschreibt eine andere Nachricht mit Ironie: Zuerst gab es keine Estela, dann doch, aber sie konnten eine Front nicht auflösen, und später konnten sie es doch, wenn auch zu unserem Besten.
Auch der technische Einwand taucht auf: Aus 12.000 Fuß Höhe sprüht niemand jemanden ein, und eine ganze Front zu stoppen liegt außerhalb jeder bekannten Fähigkeit. Höchstens, so räumt man ein, wird sie geschwächt oder teilweise ausgetrocknet. Genau diese Nuance ist es, die der radikalsten Version Terrain abnimmt.
72 Liter in Sevilla und eine unbestrittene Dürre
Während der Himmel sich mit Theorien füllte, registrierte der Boden echtes Wasser. Eine Nachricht beziffert die Menge, die an einem einzigen Tag in Sevilla gefallen ist, auf 72 Liter, wobei die Landwirte – so wird angemerkt – nach Monaten der Dürre begeistert sind. In Girona zählt ein anderer jeden ausgegebenen Liter. Der Regen kommt zudem mitten in der Saison der Agrarproteste, und mehrere Nachrichten rahmen ihn in diesen Konflikt ein: Wenn Wasser fällt, so wird suggeriert, geschieht dies, damit die Traktoren nicht rausfahren oder um den Sektor zu beruhigen. Die Dürre selbst bestreitet niemand.
Die wandelnde Erzählung
Bemerkenswert ist weniger die These als ihre Veränderung. Das Gespräch beginnt damit, jegliche Manipulation zu leugnen, fährt fort, zuzugeben, dass das Wetter vielleicht lokal verändert wird, und endet damit, zu behaupten, dass Fronten geschwächt, gebrochen oder ausgetrocknet werden können. Jede meteorologische Niederlage wird in eine Nuance umgewandelt. Manche vergleichen es mit einer Folter, die kurz unterbrochen wird, damit das Opfer Luft holen kann. Und andere fragen sich von der anderen Seite aus, warum man so viel Zeit mit etwas verschwendet, das man für eine bloße Fantasie hält.
Radare, Antennen und andere Theorien
Zur Liste der Verdächtigen kommen Geräte hinzu. Es werden die drei Doppler-Radare erwähnt, die in Portugal installiert sind, sowie das auf den Azoren, als Eingangstore der atlantischen Fronten, als wäre allein ihre Existenz ein Hinweis. Andere sprechen von Stationen, die Hochleistungs-Mikrowellen in die Atmosphäre senden sollen, von Ionosphären-Projekten, die Nachfolger von Tesla seien, und sogar von Antimaterie als Ursache kolossaler Entladungen. Keines dieser Elemente passt in eine überprüfbare Erklärung, aber zusammen nähren sie das Gefühl, dass oben etwas passiert, von dem niemand berichtet.
Der Wind, der nicht mehr weht, wo er früher wehte
Abseits der Estela ist das Zeugnis des Windes am schwersten einzuordnen. In Galizien, so berichtet eine Nachricht, dominierte der Nordostwind 80% des Jahres; in weniger als fünf Jahren dominiert nun der Südwestwind 90% der Zeit und weht böig. Ein anderer fügt hinzu, dass er sich als Kind nicht an den nebligen, abgeschirmten Sonnenschein erinnert, der jetzt oft auftritt, und schließt aus, dass es sich um einfache Verschmutzung handelt.
Es sind persönliche Beobachtungen, ohne offizielle Datenreihen, die sie bestätigen, aber sie weisen auf einen realen Hintergrund hin: Etwas bewegt sich in der Atmosphäre, und die Lehrbucherklärung überzeugt nicht alle. Dort stockt die Analyse. Das Tiefdruckgebiet hat diese Runde gewonnen und das Wasser kam, worum es ging. Was weiterhin nicht zusammenpasst, ist, warum für manche jede Front ein Misserfolg des Feindes ist und für andere der Beweis, dass der Feind existiert. Der Himmel gibt derweil keine Erklärungen ab.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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