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Tezanos' CIS-Institut schürt Wahlmisstrauen in Spanien
Das CIS unter Tezanos gibt dem PSOE 152 Sitze und PP+VOX 157, private Umfragen sehen 195-210. Manche fürchten Unruhen, falls das Ergebnis der offiziellen Erzählung widerspricht.
Tezanos' CIS-Institut schürt Wahlmisstrauen in Spanien
Vier Tage vor dem 29N hat der neueste Barometer des CIS (das staatliche Meinungsforschungsinstitut Spaniens) alle Alarmglocken ausgelöst. Die Umfrage gibt dem PSOE 152 Sitze —fünfzig mehr als der Durchschnitt der übrigen Umfragen— und lässt PP und VOX bei 157, während die anderen Institute ihnen 195 bis 210 zuschreiben. Der Wert ist keine bloße statistische Abweichung: Er belegt, dass die offizielle Erzählung und die Straße auseinanderlaufen. Manche behaupten, die Hälfte der Bevölkerung werde das Ergebnis nicht akzeptieren, wenn es den privaten Instituten widerspricht. Und die andere Hälfte auch nicht.
Das CIS ist keine gewöhnliche Umfrageanstalt. Es ist ein Staatsinstrument, das unter Tezanos seit drei Jahren dasselbe Ergebnis mit leichten Korrekturen wiederholt. Kritiker sagen, seine Funktion sei nicht das Messen, sondern die Mobilisierung. Und diesmal könnte die Wirkung ins Gegenteil umschlagen: Ein so klarer PSOE-Sieg auf dem Papier demobilisiert die eigenen Anhänger und feuert diejenigen an, die nichts mehr glauben.
Die Kluft zwischen CIS und privaten Umfragen
Der Abstand zwischen dem CIS und den übrigen Umfragen beträgt im rechten Block mehr als 40 Sitze. Zur Veranschaulichung: 2023 lag die Differenz zwischen CIS und tatsächlichem Ergebnis laut einigen Beteiligten bei 13 Sitzen. Jetzt könnte das Loch nach Berechnungen der Analysten bei 50 liegen. In der Demokratie gibt es dafür kein bekanntes Beispiel. Viele fragen sich, warum Tezanos ein derart gewaltiges Desaster riskiert. Die Antwort, die in den Hinterzimmern kursiert: Das CIS will nicht richtig liegen, sondern Einfluss nehmen. Sein eigentlicher Wert ist nicht prognostisch, sondern politisch.
Manche behaupten, das CIS mache der Rechten einen Gefallen. Die Theorie: Eine so PSOE-freundliche Umfrage demobilisiert die sozialistischen Wähler —warum wählen gehen, wenn ich ohnehin gewinne?— und aktiviert diejenigen, die einen Wahlbetrug fürchten. Es ist das Paradoxon der taktischen Stimme: Je mehr der Sieg überzeichnet wird, desto mehr wird der Gegner angestachelt. Die Wahlbeteiligung wird entscheidend sein. Steigt die Enthaltung in den sozialistischen Hochburgen, ist die Strategie gescheitert.
Das Gespenst des Wahlbetrugs von 2023
Das Misstrauen kommt nicht aus dem Nichts. 2023 holte der PSOE laut einigen Beteiligten 13 Sitze mehr, als die Umfragen vorhersagten, und seitdem wächst der Schatten der Wahlfälschung stetig. Die schärfsten Kritiker sprechen offen von Wahlbetrug, von aufgeblähten Wählerverzeichnissen und manipulierten Briefwahlstimmen. Es gibt keine gerichtsfesten Beweise, doch die Erzählung hat sich in einem erheblichen Teil der Wählerschaft festgesetzt. Und das ist in der Politik fast so wichtig wie die Fakten.
Tezanos' CIS mit seiner Geschichte fragwürdiger Treffer nährt diesen Verdacht. Liegt das tatsächliche Ergebnis am 29N nahe bei dem der privaten Umfragen, ist das CIS blamiert. Liegt es hingegen nahe bei dem, was Tezanos sagt, wird die Hälfte der Bevölkerung von Betrug sprechen. In beiden Szenarien wird der Wahlabend alles andere als ruhig.
Die Reaktion in den Netzwerken: zwei Spanien, zwei Erzählungen
Der Kontrast zwischen den Plattformen ist ein perfektes Thermometer. Auf Bluesky, dem pogre Netzwerk, wird Tezanos' CIS als unumstößliche Wahrheit gefeiert. Auf X, dem Netzwerk der Rechten, lachen sich die Leute kaputt. Es ist keine Frage der Daten, sondern des Glaubens. Jedes Lager hat seine eigene statistische Realität. Und wenn die Realität zerbricht, zerbricht auch das Zusammenleben.
Die Anekdote lieferte ein Twitter-Nutzer, der die Lage in einem Satz zusammenfasste: „Wenn FRENTE OBRERO weniger als 600.000 Sitze holt, BETRUG." Die Übertreibung ist die neue politische Sprache. Und in dieser Sprache kann jedes Ergebnis als Verschwörung gedeutet werden.
Was kann in der Nacht des 29N passieren?
Es gibt zwei Szenarien. Gewinnt der PSOE, gibt es einen Aufruhr, weil 99% der Umfragen einen Sieg von PP+VOX vorhersagten. Gewinnen PP+VOX, gibt es einen Aufruhr, weil die Pogre auf das CIS vertrauten. In beiden Fällen wird sich die Hälfte der Bevölkerung betrogen fühlen. Und in beiden Fällen wird es Unruhen geben. Der Unterschied ist nur, wer sie anführt.
Die jüngere Geschichte Spaniens hilft nicht. Die spanische Politik steckt seit Jahren in der Logik des „du aber erst", und der 29N könnte der Punkt ohne Rückkehr sein. Das Misstrauen in die Institutionen ist der perfekte Nährboden für Zuspitzungen. Und das CIS von Tezanos hat sie nicht beruhigt, sondern genährt.
Am Ende lautet die Frage nicht, wer gewinnt, sondern ob jemand das Ergebnis akzeptieren wird. Und die Antwort ist, den Daten zufolge, nein. Die Nacht des 29N wird keine Nacht der Feier, sondern eine Schlacht sein. Und nicht wegen der Stimmen, sondern wegen der Erzählung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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