Teruel: Gebäudeeinsturz offenbart Risiken im Altimmobilienmarkt

Ein Gebäude aus den 80ern stürzt in Teruel ein, angrenzende Häuser werden evakuiert. Wohnungen in der Straße kosten zwischen 150.000 und 180.000 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Teruel: Gebäudeeinsturz offenbart Risiken im Altimmobilienmarkt
Das in Teruel eingestürzte Gebäude aus den 80ern hatte tragende Säulen wie Zigarettenpapier

Am 22. Juni 2023 stürzte ein Wohnblock aus den 1980er Jahren in Teruel ein. Die Evakuierung erfolgte in letzter Minute und verhinderte eine Tragödie, doch der Einsturz wirft unbequeme Fragen auf: Wie viele heute teuer gehandelte Wohnungen sind wirklich stabil? Während Nachbargebäude weiterhin geräumt werden, bleiben die Preise in derselben Straße konstant bei 150.000 bis 180.000 Euro, laut aktuellen Inseraten.

Vierzig Jahre sind kein Alter für ein Gebäude

Die erste Reaktion war Entsetzen über das Alter des Gebäudes. Doch die Daten relativieren dies: Der spanische Wohnungsbestand hat ein Durchschnittsalter von 85 Jahren. Ein Haus aus den 80ern ist also nicht alt, sondern im besten mittleren Alter. Experten betonen, dass nicht das Datum, sondern Material und Wartung entscheidend sind; historische Bauten wie das Pantheon oder der Königspalast von Madrid (fertiggestellt 1760) stehen sicher. Im Gegensatz dazu werden Objekte aus den 60ern in Top-Lagen oft für 300.000 Euro angeboten, was einer ernsten Prüfung kaum standhält. Der Einsturz eines ähnlichen Blocks in Carabanchel zeigt, dass solche Fälle keine Seltenheit sind.

Hanglage, Feuchtigkeit und geborstene Säulenköpfe

Das Bild, das niemand sehen will, tauchte wieder auf: Verformte Säulen, gesprengter Beton an den Auflagerpunkten, wo Balken und Stützen zusammentreffen. Dies ist kein kosmetisches Problem. Damalige Normen sahen keine zusätzlichen Verstärkungen an diesen kritischen Knotenpunkten vor, weshalb sie zuerst versagen. Hinzu kommt der Untergrund: Das Gebäude stand auf einem steilen Hang mit Wassereintritt, der regelmäßiges Abpumpen erforderte. Im Erdgeschoss befand sich ein Umspannwerk, das verstärkte Strukturen verlangt. In Aragón lösen Gips und Kalkstein durch Wasser Dolinen (Unterhöhlen) auf, die viele Versicherungen ausschließen. Der lokale Polizeibeamte fasste es zusammen: Die Hauptsäulen waren wie Zigarettenpapier.

Wer zahlt, wenn das Haus einstürzt?

Hier beginnt das eigentliche Dilemma für Eigentümer. Die Deckung für das Gebäude selbst basiert nicht auf dem Verkehrswert, sondern auf der Versicherungssumme: Ist die Wohnung 100.000 Euro wert, aber nur mit 50.000 Euro versichert, ist dies die maximale Entschädigung. Viele Policen decken Erdbewegungen oder Naturkatastrophen ab, jedoch nur bei explizitem Abschluss und genauer Klauselprüfung. Entscheidend ist zudem die Inspección Técnica de Edificios (ITE), eine technische Gebäudeprüfung, die ohne Entfernung von Verkleidungen oft wenig erkennt.

150.000 Euro in der Straße des Einsturzes

Der Markt reagierte kaum. Wohnungen in derselben Straße werden weiterhin für 150.000 bis 180.000 Euro inseriert. Nach Notarkosten und Renovierungen wird die Rechnung teuer. Die einzige Zugeständnis des Immobilienmarktes an die Physik war eine ironische Phrase: Der Preis für Wohnraum sei eingebrochen. Diese Bemerkung charakterisiert den Sektor besser als jeder Quartalsbericht.

Offene Fragen bleiben: Was geschah Stunden vor dem Kollaps? Warum wurde die Georadar-Untersuchung nicht rechtzeitig durchgeführt? Wie viele weitere Häuser am selben Hang stehen auf instabilem Grund? Mit neuen Rissen in Nachbargebäuden verdichten sich die Hinweise.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (236 Antworten).

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