Madrid verliert 2.417 Mietinserate am Tag des Dekrets

Laut einer im Umlauf befindlichen Zählung sank die Zahl der Mietinserate in der Stadt Madrid am ersten Tag des Dekrets von 11.815 auf 9.398, ein Rückgang von 20,46 %. In 20 Tagen ging die Zahl weiter…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid verliert 2.417 Mietinserate am Tag des Dekrets
Madrid verliert 2.417 Mietinserate am Tag des Dekrets

Eine 100-Quadratmeter-Wohnung in bester Lage, zwei Neubauwohnungen auf dem Markt und ein 90-jähriger Eigentümer, der die Immobilienfirma anrief, um die Vermietung zu stoppen und die Wohnungen für den Verkauf taxieren zu lassen. Diese Szene, geschildert von einem Teilnehmer der Diskussion Anfang Oktober 2026, fasst zusammen, was nach seinem Zeugnis mit dem Madrider Mietmarkt geschah, sobald die Königlich-Spanischen Gesetzesdekrete 26/2026 und 27/2026 angekündigt wurden: Die Inserate verschwanden zu Tausenden, und Wohnungen, die vermietet werden sollten, gingen in den Verkauf oder in die Schublade.

Die Zahlen, die in der Stadt Madrid Tag für Tag notiert wurden, sind nach einer im Thread kursierenden Zählung aussagekräftig. Vor dem Dekret zeigte das Portal Idealista **11.815 Mietinserate** in der Hauptstadt. Am ersten Tag des Dekrets war die Zahl auf **9.398** gefallen, **20,46 % weniger**, laut derselben Zählung. Das sind **2.417 Inserate weniger** in nur wenigen Stunden. Die Frage, die viele Leser zu diesem Thema führt — wie viele Wohnungen vom Mietmarkt genommen wurden — hat laut dieser Quelle eine Antwort: rund 2.400 in der Stadt Madrid am ersten Tag, und der Rückgang ging weiter.



Von 9.400 auf 8.190: der Rückgang, der nicht aufhörte

Was am ersten Tag geschah, war laut der fortlaufend veröffentlichten Beobachtung kein isolierter Ausrutscher. Der Bestand an Mietwohnungen in der Gemeinde Madrid zeichnete eine nicht endende Abwärtskurve: Von den anfänglichen **9.400** ging es auf **8.442** am 15. Oktober zurück, kurz darauf auf **8.388**, dann auf **8.312**, **8.267** und schließlich **8.190**. In 20 Tagen hatte das Mietangebot in der Stadt Madrid weitere rund **12 %** eingebüßt. Der Ausgangswert von 11.815 Inseraten lag bereits weit zurück.

Die Entwicklung verlief nicht in allen Vierteln und Portalen gleich, aber in den veröffentlichten Zählungen zeichnete sich derselbe Trend ab. In Barcelona, wo ähnliche Maßnahmen seit über einem Jahr galten, betrug der Mietbestand nur noch **747 Wohnungen**, gegenüber den **6.012**, die Madrid im selben Moment noch auswies, laut den im Thread genannten Daten. Der Vergleich wurde als Argument benutzt: Was in der katalanischen Hauptstadt praktisch verschwunden war, hatte in Madrid gerade erst begonnen.

Manche halten einen Teil des Rückgangs für saisonal oder administrativ, eine einfache Rotation von Inseraten, die vermietet und entfernt werden. Die skeptischste Rechnung zeigt auf, dass **2.000 vermietete Wohnungen an einem einzigen Tag** für einen Markt, der ohnehin schon mit deutlich geringerem Tempo lief, eine unvorstellbare Zahl ist. Das pessimistischste Szenario geht von einer anderen Grundlage aus: Die Wohnungen werden nicht vermietet, sie werden zurückgezogen.

Warum werden Wohnungen vom Mietmarkt genommen?

Der im Debate am häufigsten genannte Grund ist die rechtliche Unsicherheit. Die Dekrete — vor allem das zweite, das mit Sumar verbunden ist — führen Deckelungen bei Mieterhöhungen, Räumungsverbote und Einschränkungen ein, die viele Eigentümer als Kontrollverlust über ihr Eigentum verstehen. Die praktische Folge, so diejenigen, die diese Lesart vertreten: Ein Teil der Vermieter verkauft lieber, statt zu vermieten. Der Fall des 90-jährigen Schwiegervaters, der eine Ruine sanierte und in zwei Wohnungen umwandelte, wird als Beispiel für dieses Muster angeführt.

Das unter Befürwortern der Maßnahme am häufigsten kursierende Argument lautet, das Grundproblem sei der strukturelle Mangel an Angebot und die Regulierung korrigiere Missbräuche. Kritiker halten dagegen: Wenn das Angebot schneller zurückgezogen wird, als gebaut wird, sinken die Preise nicht, sie steigen. Und wenn Wohnungen, die vermietet werden sollten, zum Verkauf kommen, kann der Käufer sie touristisch nutzen oder einfach nicht vermieten — womit der Bestand an langfristigen Mietwohnungen noch weiter schrumpft.



Das Präzedenz, das bereits geschrieben ist

Selbst wenn die Dekrete im Abgeordnetenhaus scheitern sollten — zum Zeitpunkt der Diskussion standen sie noch zur Abstimmung aus —, war der Schaden für den Markt laut der vorherrschenden Lesart im Thread bereits geschehen. Das Bild der **absoluten rechtlichen Unsicherheit** und der Missachtung des Privateigentums schreckt ausländische und inländische Investoren ab, so die Argumentation. Wer will bei solchen Präzedenzfällen noch in Sanierung oder Neubau von Wohnungen investieren? Die Frage stellt sich auf jeder Seite der Berichterstattung.

Der Vergleich mit Katalonien ist kein Zufall. Dort gelten die Maßnahmen schon länger, und das Ergebnis ist laut den im Debate genannten Daten ein residueller Mietmarkt. Die Parallele zum Procés wurde als Warnung benutzt: Zuerst wird die Maßnahme beklatscht, dann das Abwandern der Unternehmen gefeiert, und am Ende bleibt ein Markt ohne Akteure. Die Sarracena daraus: Es findet sich immer jemand, der klatscht, während der Bestand verdampft.

Die Wirkung auf Preise und Mieter

Die unmittelbare Folge für Wohnungssuchende ist ein geringeres Angebot und mehr Konkurrenz um das, was übrig bleibt, so die Teilnehmer. Die noch inserierten Wohnungen werden umkämpft, und der Druck auf die Preise verschwindet nicht, er verlagert sich. Manche weisen darauf hin, dass bei vielen zurückgezogenen Wohnungen bereits Verhandlungen mit einem konkreten Mieter liefen, der nun die Wohnung verloren hat, die er fast gehabt hätte. Der eigentliche Geschädigte ist nicht der Spekulant, sondern derjenige, der ein Dach über dem Kopf braucht.

Die Rechnung für den durchschnittlichen Vermieter ist aufschlussreich, so ein Teilnehmer. Eine 84-Quadratmeter-Wohnung mit drei Zimmern, Garage und Abstellraum in Saragossa, vermietet für **850 Euro im Monat**, lässt dem Vermieter nach Nebenkosten der Eigentümergemeinschaft (**73 Euro**), Versicherungen (**37 und 16 Euro**), Sonderumlagen und Reparaturen eine so schmale Rendite, dass jeder Zinsanstieg oder jede Mietkappung sie in einen Verlust verwandelt. Bei einer Inflation von rund **8-10 % jährlich** ist eine eingefrorene Miete ein garantierter Verlust, so seine These.



Der Wohnungsbau als Hintergrund

Die Debatte über das Angebot endet nicht bei den Mieten. Bauen kostet heute rund **2.000 Euro pro Quadratmeter**, laut den kursierenden Berechnungen, was eine 100-Quadratmeter-Wohnung für unter **280.000 Euro** selbst im abgelegensten Dorf unmöglich macht, so ein Teilnehmer. Baurechtliche Vorschriften — etwa Mindestgrößen von 40 Quadratmetern in der Autonomen Gemeinschaft Madrid — verhindern günstigere Modelle wie Modulbauweise, so seine These. Günstiger Wohnungsbau existiere seit der Peseta nicht mehr, und die Inflation sei keine Kleinigkeit.

Die Schlussfolgerung, die sich Kritikern zufolge aufdrängt: Das Wohnungsproblem ist vor allem eine politische Entscheidung. Von den Regierungen von damals, von heute und von denen, die noch kommen. Und währenddessen nimmt der Mietbestand in Madrid laut der Zählung seinen Lauf: **8.190** Inserate und fallend. Die beunruhigende Zahl ist nicht der Rückgang von 20 % am ersten Tag. Sondern dass niemand weiß, wo der Boden liegt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (526 Antworten).

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