Tausend Therians fordern in Berlin ein AfD-Verbot

Mehr als 1.000 Menschen, die sich mit Tieren identifizieren, fordern in Berlin ein Verbot der AfD – ein Aufeinandertreffen von Subkultur und deutscher Politik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tausend Therians fordern in Berlin ein AfD-Verbot
Berlin: Tausend Therians fordern ein AfD-Verbot

Tausend Menschen. Für eine Hauptstadt mit fast vier Millionen Einwohnern ist das keine gewaltige Zahl, und doch hat die Angabe, die über die Berliner Kundgebung kursiert, gereicht, um die Debatte zu entfachen: mehr als 1.000 Teilnehmer, eine einzige Parole und ein klarer Adressat, die AfD, die rechtsensrecht Partei Deutschlands. Der Widerspruch liegt nicht in der Zahl, sondern darin, wer hinter dem Anliegen steht: Menschen, die sich ganz oder teilweise mit nichtmenschlichen Tieren identifizieren. Die sogenannten Therians.

Der Aufruf verbreitete sich über soziale Medien und beziffert die Teilnehmerzahl in der deutschen Hauptstadt auf über tausend. Über das Ausmaß hinaus ist vor allem der Sprung bemerkenswert: Eine Subkultur, die bislang auf digitalen Plattformen lebte, trägt eine Verbotsforderung auf die Straße, die die deutsche Öffentlichkeit bereits länger beschäftigt.

Was Deutschland für ein Parteiverbot verlangt

In Deutschland setzt ein Verbot einer politischen Partei voraus, vor dem Bundesverfassungsgericht nachzuweisen, dass sie darauf abzielt, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu bekämpfen oder zu beseitigen. Die Hürde ist hoch, das Verfahren langwierig, und die Entscheidung hängt nicht davon ab, wie viele Menschen demonstrieren. Ein Verbot zu fordern ist leicht; es zu begründen, deutlich weniger. Deshalb wirkt die Forderung der Therians heute mehr als symbolische Geste denn als eröffnete rechtliche Weg.

Was Therians sind und warum sie bei einer Protestaktion auftauchen

Der Begriff bezeichnet Menschen, die sich teilweise mit einer Tierart identifizieren, ohne dass dies bedeutet, dass sie sich für einen Hund halten oder einen anderen rechtlichen Status beanspruchen. Es ist eine überwiegend junge Subkultur, stark im Internet präsent und mit fast keiner institutionellen Sichtbarkeit. Ihr Auftreten bei einer politischen Protestaktion – und die unverhältnismäßige Resonanz, die es erzeugt – sagt weniger über die Gruppe selbst aus als über die Polarisierung Deutschlands, wo die Brandmauer gegen den Rechtsensrecht inzwischen in allen nur denkbaren Formaten diskutiert wird.

Die eigentliche Frage bleibt: Kann ein Staat eine Partei für das verbieten, wofür sie steht, und sich gleichzeitig weigern zu entscheiden, welche Identitäten einen Platz auf dem öffentlichen Platz verdienen? Die Antwort steht nicht auf den Transparenten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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