Syrien lehnt Abschiebung von 700.000 Flüchtlingen ab

Syrien weist den deutschen Plan zur Rückführung von 700.000 Syrern zurück. Außenminister Al-Shaibani bezeichnet sie als strategische Ressource.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Syrien kontert Deutschland: Flüchtlinge sind eine 'strategische Ressource'

Die syrische Übergangsregierung hat den deutschen Plan zur Repatriierung von mehr als 700.000 syrischen Flüchtlingen kategorisch abgelehnt. Außenminister Asaad al-Shaibani erklärte: „Wir lehnen jeden Versuch einer zwangsweisen Abschiebung ab.“ Er fügte hinzu, dass die Syrer in Deutschland eher eine „strategische Ressource“ als eine Belastung seien. Die über das soziale Netzwerk X verbreitete Erklärung ist ein Dämpfer für Kanzler Friedrich Merz, der die Rückführung als eine seiner Prioritäten in der Migrationspolitik angekündigt hatte.

Die Weigerung aus Damaskus überrascht Analysten, die die geopolitische Entwicklung der Region verfolgt haben, nicht. Syrien, regiert vom neuen Regime nach dem Fall Assads, versucht, den Zufluss von Überweisungen aufrechtzuerhalten, die Emigranten aus Europa senden. Laut Daten der Weltbank überstiegen die Geldtransfers nach Syrien im Jahr 2024 1,5 Milliarden US-Dollar. Für die neue syrische Exekutive sind diese Mittel entscheidend für den Wiederaufbau eines Landes, das durch 13 Jahre Bürgerkrieg verwüstet wurde.

Die EU gefangen in ihrer eigenen Migrationsfalle

Der Vorfall offenbart die Schwäche der europäischen Migrationspolitiken. Während der Krise von 2015 akzeptierte Deutschland unter Angela Merkels Führung die massive Ankunft von Syrern. Nun scheitert der Versuch einer Umkehr an der Realität, dass Flüchtlinge keine Figuren sind, die man beliebig umplatzieren kann. Der syrische Minister nutzte den Begriff „strategische Ressource“ mit doppeltem Sinn: Während sie für Europa Kosten für Sozialleistungen und kulturelle Spannungen bedeuten, stellen sie für Syrien eine Devisenquelle und potenziell eine Diaspora dar, die politisch Einfluss nehmen kann.

In der öffentlichen Debatte wurden Stimmen laut, die die Situation mit Marokko vergleichen, das ebenfalls in der Vergangenheit die Rückführung seiner Staatsangehörigen abgelehnt hat. Andere weisen darauf hin, dass eine friedliche Lösung unmöglich erscheint und die EU drastische Maßnahmen wie Haftzentren außerhalb des europäischen Territoriums, nach dem Vorbild Australiens auf Nauru, erwägen sollte. Allerdings machen das Völkerrecht und die Lage vor Ort eine schnelle Lösung unwahrscheinlich.

Welchen Spielraum hat Deutschland bei der Durchsetzung von Abschiebungen?

Rechtlich kann kein Land ein anderes zwingen, seine Staatsangehörigen gegen dessen Willen ohne bilaterales Abkommen wieder aufzunehmen. Syrien hat kein Rückführungsabkommen mit Deutschland, und die neue Verwaltung in Damaskus hat keine Anreize, eines zu unterzeichnen. Tatsächlich sehen die neuen syrischen Führer – von einigen als verkleidete Dschihadisten bezeichnet – in den Emigranten ein Druckmittel gegenüber dem Westen. Wie ein Analyst feststellte: „Diese 700.000 Syrer sind das Äquivalent einer Armee im europäischen Hinterland.“

Währenddessen steht die deutsche Bevölkerung vor der Alltagsrealität gescheiterter Integration, mit ganzen Stadtvierteln, in denen kaum Deutsch gesprochen wird, und deutlich höheren Arbeitslosenquoten innerhalb der syrischen Gemeinschaft. Die Ironie besteht darin, dass dasselbe Land, das die Türen öffnete, nun keine Werkzeuge hat, sie zu schließen. Und die neue Regierung Merz, die Härte versprach, stellt fest, dass Härte nutzlos ist, wenn der andere die Tür nicht öffnet.



Die in sozialen Medien kursierenden Bilder zeigen den Kontrast zwischen West-Berlin und den Ruinen von Damaskus. Aber die Entscheidung der Flüchtlinge beschränkt sich nicht auf die städtische Ästhetik: Es geht um Geld, Sicherheit und Zukunft. Die offene Frage bleibt, ob Europa bereit ist, den politischen und wirtschaftlichen Preis einer zwangsweisen Abschiebung zu zahlen – die wahrscheinlich einen offenen Konflikt erfordern würde – oder ob es das Problem einmal mehr bis zur nächsten Krise ungelöst lässt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (165 Antworten).

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