Muface: 800 Millionen teurer, wenn Sumar das Modell abschafft
Die Auflösung von Muface und die Rückkehr der Versicherten zum öffentlichen Gesundheitswesen würde jährlich 800 Millionen Euro mehr kosten. Dies geht aus einer Berechnung des Instituts für die Entwicklung und Integration des Gesundheitswesens (IDIS) hervor: Die Rechnung stiege von 2.230 auf 3.030 Millionen. Und genau dies schlägt Sumar vor. Die Paradoxie ist klassisch: Die Partei, die am stärksten auf die Nachhaltigkeit des öffentlichen Systems drängt, unterzeichnet eine Maßnahme, die das System nach dieser Rechnung verteuert.
Es ist kein leeres Versprechen. Yolanda Díaz hat die These übernommen, die Más País und Podemos seit Jahren vertreten: Die Auflösung von Muface (Beamte), Isfas (Streitkräfte) und Mugeju (Justizbeamte) sowie die Überführung aller Versicherten in die Sozialversicherung (Seguridad Social), eine Gruppe von über zwei Millionen Menschen einschließlich Haupt- und Mitversicherter.
Was Sumar mit Muface, Isfas und Mugeju vorschlägt
Das Programm ist wörtlich: «Eingliederung der Personen, die derzeit Leistungen über private Krankenversicherungs-Mutualitäten (MUFACE-MUGEJU-ISFAS) beziehen, in den universellen Gesundheitsschutz. Wir werden diese Bevölkerung schrittweise, gestaffelt und geplant in die Leistungserbringung des öffentlichen Gesundheitssystems integrieren.» Das Kleingedruckte fügt ein weiteres Detail hinzu: Die Möglichkeit für lokale Behörden wird gestrichen, kollektive private Versicherungen für ihre Bediensteten abzuschließen.
Auf gut Deutsch: 1.081.052 Beamte wählen heute über Muface das private Gesundheitswesen — Adeslas, Asisa oder DKV — im Vergleich zu 405.880, die sich für das öffentliche entscheiden. 73% der Versicherten würden ihre bevorzugte Option verlieren. Die Rechtfertigung lautet, dass Beamte denselben Leistungskatalog erhalten wie jeder andere Bürger der Sozialversicherung, nur über einen anderen Weg.
Die Berechnung, die das Nachhaltigkeitsargument umkehrt
Hier taucht der unbequeme Fakt auf. Laut IDIS ist das Muface-Modell 800 Millionen günstiger als die öffentliche Alternative. Durch die Integration sinken die Ausgaben nicht: Sie steigen. Und die Auswirkungen wären bei den Wartelisten spürbar. Das Gesundheitsministerium berechnet durchschnittlich 122 Tage für eine Operation und 95 Tage für einen Reaccionariorzttermin. Zwei Millionen zusätzliche Patienten im öffentlichen System würden, derselben Studie zufolge, 30 weitere Tage hinzufügen: fünf Monate bis zur OP und vier Monate bis zur Sprechstunde.
CCOO akzeptiert die umfassende Änderung nicht. Ihre Antwort ist, dass man «das System der Gesundheitsmutualitäten wie Muface, Mugeju oder Isfas weiterhin verteidigen wird, aber dafür muss die Regierung eine bessere Finanzierung bereitstellen, um qualitativ hochwertige Dienstleistungen anzubieten». Das Problem wäre also nicht das Modell, sondern das Geld. Und dieses Geld ist genau das, was in den letzten zehn Jahren niemand gelöst hat.
DKV droht mit Ausstieg, wenn die Finanzierung nicht um 40% steigt
Die Mutualität befindet sich, in Worten der Branche, in «schwerer Gefahr». Die privaten Versicherer, die den Vertrag tragen — Adeslas, Asisa und DKV — häufen Millionendefizite an. DKV droht mit dem Ausstieg, wenn die Finanzierung nicht mindestens um 40% erhöht wird, und die größte Gewerkschaft der Beamten, CSIF, warnt vor einer Kettenreaktion: «Ihr Ausstieg würde alle anderen Mutualitäten mitreißen.» Da der geltende Vertrag seinen Anwendungszeitraum ausgeschöpft hat, ist die Verlängerung zu einem Machtkampf zwischen Versicherern, Gewerkschaften und dem Finanzministerium geworden.
Die Paradoxie kehrt zurück: Wenn das Modell mangels Geld zusammenbricht, wäre der Ausstieg keine geordnete Auflösung, sondern eine dringende Übernahme all dieser Versicherten durch das öffentliche Gesundheitswesen. Ohne Schritt-für-Schritt, ohne Staffelung und wahrscheinlich ohne Planung.
Der Vorschlag zur Auflösung von Muface entstand 2019 bei Más País
Die erste Partei, die dies schriftlich festhielt, war Más País, die bereits 2019 dieselbe Maßnahme vorschlug. Bis zu dem Punkt, dass der aktuelle Text stark einer Kopie ähnelt. Unidas Podemos nahm es nicht in ihr Programm auf, reichte aber 2021 einen bescheideneren Antrag ein: Dass neue Mitglieder sofort in das allgemeine Regime eingegliedert werden. Der Antrag wurde abgelehnt.
Und die PSOE? Schwankende Position. Die Finanzministerin María Jesús Montero hat das Modell öffentlich verteidigt. Aber im Jahr 2015 schlug die Fundación Alternativas, ein sozialistischer Thinktank, vor, Muface abzuschaffen und seine Mittel in die nationale Gesundheitsfinanzierung zu integrieren. Der ehemalige Minister Salvador Illa glaubt ebenfalls, dass eine Überarbeitung nötig ist, und die PSC hatte die Überprüfung des Modells in ihrem katalanischen Programm verankert, ein Ziel, das beiseitegelegt wurde, da keine Mehrheit zum Regieren erreicht wurde.
Was ändert sich wirklich für einen versicherten Beamten?
Es lohnt sich, die Mechanismen zu präzisieren, denn die Verwirrung ist groß. Muface, Mugeju und Isfas verwalten keine Renten: Sie verwalten Leistungen, darunter Gesundheitsversorgung und vorübergehende Arbeitsunfähigkeit. Renten sind Sache des Beamtensoldsystems (Clases Pasivas), und dort gab es tatsächlich eine tiefgreifende Änderung: Seit dem 1. Januar 2011 zahlen neu eingestellte Beamte Beiträge in das Allgemeine Regime (Régimen General) statt in das Beamtensoldsystem, ein Regime, das ausläuft.
Auch gibt es keine automatische Überweisung von Patienten in das öffentliche System. Die Änderung tritt ein, wenn der Versicherte selbst sie aus medizinisch-klinischen Gründen beantragt und eine gemischte Kommission Muface/Sozialversicherung sie genehmigt. Bei Krankschreibungen aufgrund vorübergehender Arbeitsunfähigkeit ist die Sozialversicherung vorteilhafter — 75% der Bemessungsgrundlage, mit Verbesserungen bis zu 100% — ein Anreiz, mit dem das Mutualitätssystem lange Krankheitsausfälle vermeidet.
Das Präzedenzfall der Mutualitäten und die Wahllasten
Dies ist bereits einmal passiert. MUNPAL, das Vorsorgesystem für kommunale Beamte, wurde ab 1993 in das Allgemeine Regime integriert, wobei die Sozialversicherung Rechte und Pflichten übernahm. Im professionellen Mutualitätswesen ist das Problem umgekehrt: Etwa 5.000 Anwälte, organisiert in der Bewegung J2, fordern eine Brücke zum Selbstständigenregime (RETA), um Renten von 300 oder 400 Euro zu entkommen.
Auf der politischen Seite erinnern manche daran, dass die Versicherten dies bei der Wahl berücksichtigen werden und dass die Arbeitsplätze der Versicherer und der behandelnden Krankenhäuser im selben Paket stecken. Auch kursiert eine unbequeme Frage: Warum behalten Abgeordnete eine private Versicherung, die aus öffentlichen Mitteln bezahlt wird, nachdem sie ernannt wurden, mit Deckung für sie und ihre Familien?
Mit einer Differenz von 800 Millionen, einem zusätzlichen Monat Wartezeit und einem Versicherer, der bereit ist zu gehen, lautet die Frage nicht, ob das Modell hält, sondern wer das Geld zahlt. Was, wenn das Problem nie Muface war, sondern die 800 Millionen, die niemand auf den Tisch legen will?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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