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Suizidgedanken und Polypharmazie: Im Netz wird darüber gelacht
Eine anonyme Nachricht nennt drei Psychopharmaka in einer einzigen Einnahme und einen früheren Suizidversuch. Die überwiegende Reaktion: Witze und Verharmlosung.
Suizidgedanken: Die Polypharmazie, die niemand überwacht
Eine anonyme Nachricht mit einem Satz von neun Wörtern – „ich denke daran, mir das Leben zu nehmen“ – genügt, um zu sehen, wie heute im Internet über psychische Gesundheit gesprochen wird. Die häufigste Antwort ist keine Überweisung an einen Fachmann: Es ist ein Witz, ein „schon wieder“ oder ein Scherz über die Routine. Wer dort schreibt, ohne Namen und ohne Gesicht, hatte zuvor eine gleichzeitige Einnahme von drei Psychopharmaka geschildert.
Drei Medikamente auf einmal und ein Erwachen auf dem Boden
Die konkreteste Schilderung stammt von diesem Nutzer: 20 Milligramm Olanzapin, 15 Milligramm Aripiprazol und 4 Milligramm Rivotril in einer einzigen Einnahme. Danach, so erzählt er, habe er sich hingelegt, die Kontrolle verloren und sei mit steifen Armen auf dem Wohnzimmerboden sitzend aufgewacht. Das sind selbst angegebene, nicht überprüfte Zahlen, aber sie beschreiben ein bekanntes Muster: Die Mischung von Antipsychotika und Benzodiazepinen ohne ärztliche Aufsicht erhöht das Risiko einer tiefen Sedierung und einer Atemdepression. In der gesamten Diskussion gibt es keinen einzigen Vorschlag, ärztliche Hilfe aufzusuchen; dafür aber Bitten um geliehene Tabletten.
Wie das Umfeld reagiert, wenn jemand es öffentlich erzählt
Der vorherrschende Ton ist der Spott. Manche erledigen die Sache mit einem schon wieder, andere führen sie auf eine wöchentliche Gewohnheit zurück, als wäre das Leiden eine Laune, die von selbst vorbeigeht. Persönliche Beleidigungen und Herabwürdigungen machen einen Großteil der Antworten aus – so weit, dass die Aufforderung, die Sache mit Fäusten auf der Plaza del Sol in Madrid auszutragen, neben dem Rest steht, ohne dass jemand einschreitet. Eine Minderheit hält es für einen Weckruf – und tut genau das, um es herunterzuspielen: Die implizite Schlussfolgerung ist, es möge vorübergehen.
Die beiden Berichte, die wirklich etwas beitragen
Gegenüber dem Lärm stehen zwei Berichte aus erster Hand. Einer gesteht drei oder vier Versuche, den letzten vor zehn Jahren, kurz nach dem Tod seines Vaters, und beschreibt wiederholte Magenausspülungen ohne psychotherapeutische Behandlung und ohne eine einzige Frage nach dem Grund. Ein anderer bestätigt einen Versuch im August des Vorjahres. Zwischen dem Tumult erscheint eine der meistbewerteten Antworten, der Verweis auf Der Selbstmord, das Werk von Émile Durkheim aus dem Jahr 1897, das suizidales Verhalten als soziales Faktum und nicht als individuelles Ereignis behandelte. Nebenbei bittet jemand um 5.000 Euro, um das Land zu verlassen.
Das Muster dieser Diskussion – Psychopharmaka ohne Begleitung, Notaufnahmen ohne Fragen und ein Netz, das mit Spott antwortet – lässt sich nicht durch einen Bereitschaftsdienst beheben. Beheben ließe es sich, mit Vorbehalten, durch eine Begleitung, die aufhört, reine Formalität zu sein. Der nächste identische Satz wird an einem ähnlichen Ort fallen und dort mit ziemlicher Sicherheit dieselbe Antwort finden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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