Das D'Hondt-Verfahren wendet in Spanien keinen einheitlichen Schwellenwert an; die effektiven Grenzwerte reichen von 15-20 % in Provinzen mit 1-5 Sitzen bis zu nahezu proportionaler Vertretung in solchen mit 11 oder mehr Sitzen. Folglich führt eine Stimme für Vox in kleinen Bezirken oft zu einem Sitz für die PSOE, während sie in großen Bezirken keine Auswirkung auf die Verteilung hat.
Das D'Hondt-Gesetz ist keine einheitliche Regel, die in ganz Spanien gleich angewendet wird. Es ist ein Verfahren zur Sitzverteilung, das mit der Größe jedes Wahlkreises kombiniert wird, und diese Größe verändert alles. In einer Provinz, die 3 Abgeordnete wählt, verhält sich das System fast wie ein getarntes Mehrheitswahlrecht. In einer, die 32 wählt, ähnelt es stark der reinen Proportionalität. Das Verständnis dieses Unterschieds trennt eine zählende Stimme von einer verlorenen.
## Warum eine 3-Sitze-Provinz anders ist als eine mit 32
Die Anzahl der Sitze pro Wahlkreis bestimmt den tatsächlichen Prozentsatz der Stimmen, der erforderlich ist, um einen Abgeordneten zu gewinnen. Es ist nicht die in dem allgemeinen Wahlgesetz festgelegte 3 %-Marke: Dies ist ein gesetzliches Minimum, das selten über Ergebnisse entscheidet. Der effektive Schwellenwert wird durch Arithmetik gesetzt. In einer 3-Sitze-Provinz geht der letzte Abgeordnete an denjenigen, der etwa 20 % der gültigen Stimmen überschreitet. In einer mit 5 Sitzen sinkt dieser Grenzwert auf 16 %-18 %. In einer mit 8 Sitzen liegt er bei etwa 10 %-12 %. Und in **Madrid**, mit **37 Sitzen**, oder **Barcelona**, mit **32**, fällt der Grenzwert auf 3 %-4 % ab.
Das bedeutet, dass eine Partei mit 10 % der Stimmen in **Soria** (2 Sitze) nichts erhält, während dieselben 10 % in **Valencia** (16 Sitze) in einen oder zwei Abgeordnete umgesetzt werden. Die Zersplitterung wird nicht überall gleich bestraft. In kleinen Provinzen kann die Aufteilung der Stimmen zwischen zwei Parteien desselben Blocks den letzten Sitz an die gegnerische Partei mit einem Vorsprung von einigen tausend Stimmen vergeben.
Die praktische Konsequenz ist, dass die Empfehlung zum strategischen Wählen nicht national sein kann. Sie hängt davon ab, wo man wählt. In **Ávila** (3 Sitze) liegt der Schwellenwert über 18 % und Vox gewinnt keinen Abgeordneten. In **Segovia** (3 Sitze) ist dieser Schwellenwert für Vox unerreichbar, es sei denn, es gibt einen historischen Umschwung. In **Teruel** (3 Sitze) macht die Konkurrenz mit anderen Formationen die Konzentration der Stimmen auf die PP zum einzigen Weg, um den Sitz zu bestreiten. Im Gegensatz dazu hat Vox in **Almería** (6 Sitze) eine Untergrenze von über 20 % und sichert sich einen direkten Sitz.
## Wo die Stimme für Vox Sitze ohne Verlust gewinnt
Es gibt eine Gruppe von Wahlkreisen, in denen die Proportionalität hoch genug ist, dass die Stimme für eine der beiden rechten Parteien in Sitze ohne Abfluss umgesetzt wird. In **Alicante** (12 Sitze), **Málaga** (11), **Sevilla** (12), **Murcia** (10), **Barcelona** (32), **Madrid** (37) und **Valencia** (16) erhalten beide Parteien Vertretung, ohne dass die Teilung der PSOE zugutekommt. Dies sind die Provinzen, in denen freies Wählen mathematisch rational ist.
Es gibt auch mittelgroße Wahlkreise, in denen Vox den Schwellenwert bequem überschreitet. **Cádiz** (9 Sitze), **Granada** (7), **Asturias** (7), **Toledo** (6), **Córdoba** (6), **Zaragoza** (7), **Illes Balears** (8), **Las Palmas** (8), **S.C. Tenerife** (7) und **Pontevedra** (7) ermöglichen es beiden Parteien, Abgeordnete zu gewinnen, ohne das Risiko, den letzten Sitz aufgrund von Zersplitterung zu verlieren. In **Almería** (6 Sitze) hat Vox eine sehr hohe Untergrenze, über 20 %, und sichert sich einen direkten Sitz.
Der galizische Fall verdient einen eigenen Absatz. In **A Coruña** (8 Sitze), **Pontevedra** (7), **Lugo** (4) und **Ourense** (4) ist die Untergrenze für Vox niedrig und Stimmen für Vox führen zu keinem Sitz. Es zieht weder Stimmen von der PSOE noch von der BNG ab, fügt aber auch dem Block nichts hinzu. In **Bizkaia** (8 Sitze) und **Gipuzkoa** (6) erreicht Vox den Schwellenwert nicht und nur die PP hat mathematische Optionen. In **Álava** (4 Sitzen) bestreitet die PP den letzten Sitz gegen den Nationalismus und Vox verfehlt den Grenzwert.
## Liste der Provinzen: Wo konzentrieren und wo aufteilen
Die technische Empfehlung aus der mathematischen Analyse teilt sich in zwei Blöcke. In kleinen Provinzen maximiert die Konzentration der Stimmen auf die PP die Sitze des Blocks. In großen wird die Stimme ohne Kosten aufgeteilt. Die Grenze liegt bei etwa 6-8 Sitzen, wo der Schwellenwert unter 14 % fällt und Vox echte Optionen beginnt.
Provinzen, in denen die Empfehlung lautet, die PP zu wählen: **A Coruña**, **Álava**, **Albacete**, **Ávila**, **Badajoz**, **Bizkaia**, **Burgos**, **Cáceres**, **Cantabria**, **Castellón**, **Ceuta**, **Ciudad Real**, **Cuenca**, **Gipuzkoa**, **Girona**, **Guadalajara**, **Huelva**, **Huesca**, **Jaén**, **La Rioja**, **León**, **Lleida**, **Lugo**, **Melilla**, **Navarra**, **Ourense**, **Palencia**, **Pontevedra**, **Salamanca**, **Segovia**, **Soria**, **Tarragona**, **Teruel**, **Valladolid**, **Zamora**. In **Ceuta** und **Melilla**, jeweils mit 1 Sitz, ist der Bezirk ein Ein-Personen-Wahlbezirk: Der Gewinner bekommt alles und die Aufteilung begünstigt die PSOE oder Coalición por Melilla.
Provinzen, in denen die Empfehlung lautet, PP oder Vox gleichgültig zu wählen: **Alicante**, **Almería**, **Asturias**, **Barcelona**, **Cádiz**, **Córdoba**, **Granada**, **Illes Balears**, **Las Palmas**, **Madrid**, **Málaga**, **Murcia**, **S.C. Tenerife**, **Sevilla**, **Toledo**, **Valencia**, **Zaragoza**. In **Murcia** (10 Sitze) nutzen beide Parteien ihre Stimmen zu 100 %. In **Toledo** (6 Sitze) stellt Vox sicher, dass es vertreten ist, ohne den Block zu schwächen.
Der Fall von **Soria** (2 Sitze) ist der extremste: Es endet entweder 1-1 oder 2-0, und die Stimme für eine dritte Partei garantiert der PSOE einen Abgeordneten. In **Palencia** (3 Sitze), **Zamora** (3), **Cuenca** (3), **Guadalajara** (3) und **Segovia** (3) gehen Stimmen für eine dritte Partei im Hinblick auf die Sitzvergabe verloren. In **Burgos** (4 Sitze) ist der Schwellenwert sehr hoch und die Aufteilung übergibt den zweiten Sitz der PSOE. In **Salamanca** (4) garantiert die Konzentration ein Ergebnis von 3-1 gegenüber 2-2. In **Lleida** (4) verfehlt Vox den Grenzwert und die Konzentration auf die PP ist der einzige Weg.
## Was die Arithmetik über strategisches Wählen sagt
Die aus der Analyse gezogene Schlussfolgerung ist, dass strategisches Wählen kein nationales Slogan ist, sondern eine Entscheidung, die von der Provinz abhängt. In Wahlkreisen mit 1 bis 5 Sitzen verwandelt der reale Schwellenwert von 15 %-20 % die Stimme für eine dritte Partei in eine verlorene Stimme, die der PSOE zugutekommt. In denen mit 11 oder mehr macht die nahezu reine Proportionalität die Wahl zwischen PP oder Vox für die endgültige Verteilung gleichgültig.
Das bedeutet nicht, dass das System unfair konstruiert ist. Es bedeutet, dass das D'Hondt-Gesetz, kombiniert mit der provinzialen Sitzverteilung, große Parteien in kleinen Provinzen begünstigt und Zersplitterung in großen erlaubt. Jede Wahlstrategie, die diesen Unterschied ignoriert, operiert mit einem unvollständigen Bild. Mathematik entscheidet keine Wahlen, aber sie entscheidet, wie viele Stimmen für jeden Sitz benötigt werden. Und das ändert sich je nachdem, wo die Stimme abgegeben wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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