Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft für Fahrer nach tödlichem Unfall

Die Staatsanwaltschaft von Bizkaia beantragt eine zweijährige Haftstrafe für den Fahrer, der einen Fußgänger tötete, während er seine Tochter ins Krankenhaus brachte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft für Fahrer nach tödlichem Unfall
Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft für Fahrer nach tödlichem Unfall

Am 4. September 2022 wurde ein 57-jähriger Fußgänger, der von einem Fußballspiel in Bilbao zurückkehrte, von einem BMW X6 erfasst und getötet, der die Kontrolle verlor und auf den Gehweg fuhr. Der 32-jährige Fahrer hatte es eilig, seine 14 Monate alte Tochter wegen Krampfanfällen in die Notaufnahme zu bringen. Die Staatsanwaltschaft von Bizkaia fordert für ihn zwei Jahre Gefängnis wegen rücksichtsloser Fahrweise und fahrlässiger Tötung, unter Berufung auf eine unvollständige Rechtfertigung des Notstands. Für viele ist dies das erste Mal, dass diese juristische Formel auf einen eiligen Elternteil angewendet wird.

Was genau am Nachmittag des Unfalls geschah

Der Vorwurf der Anklage ist detailliert. Der Mann verließ Loiu mit seiner Frau und Tochter auf dem Weg zur IMQ-Klinik in Astut. Das Kind hatte hohes Fieber und begann nahe der Avenida de Enekuri zu krampfen. Die Mutter wechselte auf den Rücksitz und hielt das Kind. Der Vater, der sie im Rückspiegel beobachtete, beschleunigte bis auf 195,5 km/h in einer Zone mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60. Im Tunnel von Bernaola erreichte er 189,40. In der Morgan-Straße, begrenzt auf 30, unterschritt er nicht 100.

Nach dem Verlassen des Tunnels geriet das Auto in einer Kurve ins Schlingern, sprang über eine Bremsschwelle und flog buchstäblich: Alle vier Räder verloren den Bodenkontakt. Es stieß gegen einen Busch und eine Straßenlaterne, bevor es auf den Gehweg der Ballets-Olaeta-Straße prallte, wo mehrere Menschen gingen. Joseba Larrondo, 57, der mit zwei Freunden vom Spiel des Athletic Club im San Mamés zurückkam, erhielt den direkten Aufprall. Er starb innerhalb weniger Minuten an schwerem Schädel-Hirn-Trauma. Er war ledig und kinderlos. Seine Mutter und Schwester sind dem Verfahren als Nebenkläger beigetreten.

Was ist die unvollständige Rechtfertigung des Notstands

Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass der Fahrer gegen das Gesetz gehandelt habe, aber von der Situation überwältigt gewesen sei. Die unvollständige Rechtfertigung spricht nicht frei: Sie mildert die Strafe. Sie wird typischerweise bei psychotischen Episoden oder schweren Bewusstseinsstörungen angewandt, nicht bei Eltern mit pädiatrischen Notfällen. Deshalb hat die Anklageschrift Aufmerksamkeit erregt. Die Staatsanwältin fordert zudem zweieinhalb Jahre Führerscheinentzug und eine Entschädigung von 6.200 Euro an die Stadtverwaltung von Bilbao für Schäden an der städtischen Infrastruktur.

Die zentrale Frage lautet, ob der Notstand rechtfertigt, mit 190 km/h zu fahren. Die Regel ist klar: Weder Krankenwagen noch Polizei dürfen alle Verkehrsregeln ignorieren. Ein medizinischer Notfall rechtfertigt den Weg zum Krankenhaus, nicht die Zerstörung eines Gehwegs. Manche argumentieren, der Vater habe so gehandelt wie jeder andere mit einem krampfenden Kind. Dagegen spricht ein entscheidender Fakt: Bei dieser Geschwindigkeit war die Wahrscheinlichkeit, das Mädchen bei einem Unfall zu töten, höher als die Chance, rechtzeitig anzukommen.

Warum rief er keinen Krankenwagen

Hier setzt die Debatte an. Ein medizinisch ausgestatteter Rettungswagen wäre binnen Minuten eingetroffen und hätte das Kind mit Lebensunterstützung transportiert. Der Fahrer bestellte keinen. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass er die 112 angerufen hat. Er nahm den X6 eines Bekannten und fuhr fünfzehn Minuten durch städtische Straßen. Öffentliche Dienste entsandten keine Einheit. Einige sehen diese Lücke als mildernden Umstand: Wenn das System versagt, handelt der Vater allein. Andere betrachten es als Ausrede: Die meisten pädiatrischen Notfälle werden gelöst, ohne rote Ampeln zu missachten.

Welche Strafe wird erwartet und warum

Das Strafgesetzbuch erlaubt Richtern, bis zu zwei Jahre Haft ohne tatsächliche Inhaftierung zu verhängen, wenn keine Vorstrafen vorliegen. Die unvollständige Rechtfertigung mildert die Strafe um eine oder zwei Stufen. Die Privatanklage, vertreten durch die Familie des Opfers, hat ihre Schriftsätze noch nicht eingereicht. Wenn sie mehr als zwei Jahre fordert, könnte der Richter das Urteil verschärfen. Die Verteidigung wird argumentieren, dass der Vater niemanden töten wollte. Die Staatsanwaltschaft hat diese These teilweise akzeptiert. Das wahrscheinliche Ergebnis: Eine symbolische Verurteilung, Entschädigung und Führerscheinentzug. Die Familie des Toten erhält nichts zurück.



Der Fall lässt eine unbeantwortete Frage offen: Was ist das Leben eines Fußgängers wert, der vom Fußballspiel zurückkehrt, im Vergleich zur Dringlichkeit eines Vaters, der seine Tochter sterben sieht? Die Staatsanwältin antwortete mit zwei Jahren. Der Richter wird entscheiden, ob das Gerechtigkeit ist oder einfach das Machbare.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (128 Antworten).

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