Spanischer Soldat in Ukraine getötet, Leiche fehlt

Der Kantabrier Miguel Ortiz starb am 24. November 2023 durch eine russische Drohne in der Ukraine. Seine Familie fordert die Bergung seiner sterblichen Überreste.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanischer Soldat in Ukraine getötet, Leiche fehlt
Der kantabrische Soldat, der in der Ukraine fiel und dessen Leiche nicht geborgen wurde

Es gibt einen Widerspruch, den die Familie von Miguel Ortiz nicht verdauen kann. Die ukrainische Armee hält das Etikett „vermisst“ für einen Mann aufrecht, der nach Angaben seiner Angehörigen tot ist und dessen Absturzort dem ukrainischen Militär bekannt sein soll. Seine Schwester Beatriz Ortiz sagte unumwunden: „Sie wissen genau, wo er gefallen ist. Sie sollen tun, was sie tun müssen, sie sollen einen Weg finden.“ Der kantabrische Soldat mit dem Rufzeichen „Abuelo“ hatte Frau und zwei Kinder – im Alter von 14 und 19 Jahren – zurückgelassen, um sich im Herbst 2023 bei der Internationalen Legion der Streitkräfte der Ukraine zu verpflichten. Seine erste Mission war auch seine letzte.

Was geschah dem kantabrischen Soldaten in der Ukraine?

Die letzte Kommunikation mit seinen Angehörigen fand am 22. November 2023 statt. Er sandte ein Video, in dem er berichtete, dass er zu einer „Rettungsmission“ für vermisste und offenbar verwundete Soldaten entsandt worden sei. Zwei Tage später, am 24. November, fiel er bei derselben Operation durch einen russischen Drohnenangriff. Seine Leiche wurde nicht geborgen. Am 14. Februar bestätigte das spanische Außenministerium, dass ein kantabrischer Freiwilliger im Krieg in der Ukraine als „vermisst“ gelte. Die Familie schließt es „nahezu aus“, dass er als Geisel genommen wurde, und hat die Hoffnung aufgegeben, ihn lebend zu finden: Wäre er in russischer Hand, hätten sie Signale erhalten, so ihre Argumentation.

Warum erklärt die Ukraine ihn für vermisst und nicht für tot?

Weil keine Todesbescheinigung vorliegt. Die Familie behauptet, die ukrainische Armee wisse, dass er tot sei, führe ihn aber weiterhin als vermisst. Solange der Tod nicht offiziell beglaubigt ist, kann die Familie ihn nicht bestatten: Es gibt keine Leiche, kein Grab und vorerst auch keine Erklärung. Von den Angehörigen wurden DNA-Proben angefordert, ein Verfahren, das praktisch bedeutet, dass die Identifizierung noch offen ist. Sein Schwager Manuel Ruiz Iglesias erklärte gegenüber COPE Cantabria, dass die vom Ministerium bereitgestellten Informationen dürftig seien und der Soldat entweder „in einem russischen Gefängnis sitzt oder tot ist“. Die Familie fragt sich zudem, warum sie weiterhin sein Gehalt erhält, wenn er nicht für tot erklärt wurde.

Wie viel verdient man beim Kampf für die Ukraine?

Weniger, als das Bild des gut bezahlten Söldners suggeriert. In der Debatte wird eine Schätzung zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Monat für internationale Freiwillige genannt, eine Zahl, die im Vergleich zu den damaligen Bezügen im Irak lächerlich wirkt: Laut einem Teilnehmer der Diskussion bot ein US-Unternehmen 12.000 Dollar steuerfrei für zivile Missionen in der Grünen Zone und bis zu 15.000 Dollar für LKW-Fahrer. Wer beide Szenarien vergleicht, sieht darin keinen Karriereweg, sondern eine Entscheidung, die sich kaum allein mit Geld rechtfertigen lässt.

Ist es strafbar, sich als Söldner in einem ausländischen Konflikt zu engagieren?

Diese Frage schwebt über dem Fall, bleibt aber ohne offizielle Antwort. Manche erinnern daran, dass auf der Gegenseite einige ausländische Freiwillige bei ihrer Rückkehr strafrechtlichen Verfolgungen ausgesetzt waren, während andere darauf hinweisen, dass sich gegen Bezahlung in einem Kriegsland zu engagieren kein Tourismus ist. Im spanischen Fall hat niemand konkretisiert, welcher rechtliche Rahmen – falls überhaupt vorhanden – jene abdeckt, die bei einer fremden Armee unterschreiben. Das administrative Schweigen dauert in solchen Angelegenheiten meist an, bis der Betroffene in den Schlagzeilen auftaucht.

Die nicht stimmende Bilanz der Verluste

Zwischen den beiden Kategorien in der Akte klafft eine unbequeme Lücke. Ein Teilnehmer der Debatte behauptet, ohne Beweis anzuführen, dass diese Grenze zwischen Toten und Vermissten erkläre, warum die offizielle ukrainische Darstellung 31.000 gefallene Soldaten nennt, während Tausende Kämpfer einfach als „vermisst“ geführt werden. Eine unabhängige Überprüfung dieser Berechnung fehlt, und die Behörden haben sie nicht bestätigt, doch der Verdacht ist bereits Teil der Erzählung.

Der Schatten der Blauen Division und das Medien-Schweigen

Der Vergleich kursiert in den Kommentaren zum Fall: Ein Spanier, der sich außerhalb Spaniens zum Kampfe verpflichtet, hat Präzedenzfälle, die keineswegs ruhmreich sind. Die Blaue División (die spanische Freiwilligeneinheit, die im Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion entsandt wurde) taucht in den Argumenten jener auf, die in solchen Entscheidungen mehr Kriegromantik als politisches Bewusstsein sehen. Zudem wird die geringe Beachtung des Themas in den Mainstream-Medien im Vergleich zu anderen Episoden des Krieges kritisiert. Die Intransparenz bezüglich der konkreten Umstände – Mission, Einheit, Befehlskette – wird so selbst zum Argument.

Auf dem Tisch liegt eine Forderung, die keiner Adjektive bedarf: Jemand möge eine Leiche bergen und ihr die Familie zurückgeben. Und eine Frage, die niemand beantwortet hat: Womit beschäftigt sich eigentlich die internationale Struktur, die europäische Veteranen für einen Krieg rekrutiert, der nicht ihrer ist?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).

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