Spanischer Guardia Civil: Chemsenschem-Karriereende
Jesús David Vázquez, ein 37-jähriger Angehöriger der Guardia Civil, wurde nach einer ärztlichen Begutachtung pensioniert und hat seinen Fall öffentlich gemacht. Im April 2024 teilte er seine Geschichte auf TikTok, wo sein Konto bereits über 40.000 Trinc hatte. Sein Bericht ist nicht der eines anonymen Süchtigen: Es ist die Geschichte eines Beamten, der zur Reserve- und Sicherheitsgruppe (Grupo de Reserva y Seguridad) gehörte, bei Einsätzen mit spanischen Regierungschefs beteiligt war und alles für den Dienst opferte. „Ich habe ein Leben voller Privilegien aufgegeben“, fasst er zusammen, denn seine Familie stammt aus Huelva und betreibt das größte Tellerwerfer-Unternehmen Europas.
Das Problem, das ihm die Karriere kostete, hat im Szenejargon einen Namen: Chills, private Partys, die beginnen, wenn die Clubs schließen, und tagelang andauern. Dort probierte er zum ersten Mal Mefedron und GHB, Drogen, die er als Auslöser für zwanghaftes Sens beschreibt. „Du bist in einem Raum mit 20 oder 30 Personen, die ohne Kondome sens miteinander interagieren, und verteilst dich dann in andere Häuser; es ist eine endlose Kette“, erklärt er. Seine Beschreibung des Zustands danach gibt dem Artikel den Titel: „Nach fünf Tagen kommst du wie eine Leiche raus, völlig zerstört.“
Was sind Chills und warum verbreiten sie sich in der Nachtgastronomie?
Das Phänomen folgt einer Geschäftslogik. Laut seiner Aussage mieten die Drogendealer selbst die Häuser und organisieren die Partys, sobald die Diskotheken geschlossen sind, um ihre Kunden einzuladen. „Ein perfektes Geschäft“, nennt er es. In diesen Räumen, so behauptet er, arbeiten die Dealer ganz normal und nutzen sogar EC-Geräte für Zahlungen. Die Mischung aus GHB und Mefedron schaltet den Willen des Konsumenten aus, was zu den dunkelsten Episoden führt: Jesús berichtet, dass er einmal mehr GHB genommen hat als vorgesehen, sich an nichts erinnert und Anzeichen dafür vorlagen, dass sens Handlungen ohne sein Einverständnis stattfanden. Er musste fast einen Monat lang antiretrovirale Medikamente einnehmen.
Die gesundheitlichen Folgen, die er beschreibt, sind konkret: Syphilis, Gonorrhö, Pilzinfektionen. Als Beispiel nennt er die Infektionsstation des Krankenhauses Virgen Macarena in Sevilla, die seiner Meinung nach voll mit solchen Fällen sei. Der Zusammenhang zwischen Chemsenschem und sens übertragbaren Infektionen ist keine bloße Vermutung: Das Material verweist auf die Evidenz, dass diese Praktiken die Ansteckungsrate erhöhen.
„Chemsenschem ist ein Problem der LGBTQ+-Community“
Jesús stellt seinen Fall nicht als individuelle Ausnahme dar, sondern als kollektives Problem, das, wie er sagt, aus Angst vor Ablehnung verschwiegen wird. Er war Mitbegründer von LGTBIPol, dem Verein für schwule Polizisten und Mitglieder der Guardia Civil, und betont, dass man eine eigene Realität nicht verstecken dürfe, um Homophoben keine Argumente zu liefern. Seine öffentliche Offenlegung hat ihm Kritik eingebracht, woran er nach eigener Aussage gewöhnt ist.
Der Bericht hat eine zweite Ebene, die der Identität. Er merkte mit 12 Jahren, dass er schwul war, in einer konservativen Familie in einem Dorf in Huelva, und landete schließlich in einem Internat in Málaga, wo ein Lehrer, seiner Version nach, seine Situation ausnutzte. Vor dem Chemsenschem hatte er bereits gegen Alkohol- und Kokainabhängigkeit gekämpft. Die Abfolge, die er selbst zeichnet, ist die einer kettenartigen Flucht: erst Alkohol, dann Kokain, später die Partys. „Ich ging konsumieren, um mich abzuschirmen, meine Einsamkeit oder was auch immer zu übertönen“, räumt er ein und stellt klar, dass er nie am Gruppensensgruppen teilnahm.
Suizidversuch und Rückkehr ins Berufsleben
Der schwerwiegendste Punkt trat laut seinem eigenen Bericht vor einigen Wochen auf, als er vor dem Krankenhaus von Lepe stand und eine ganze Flasche GHB einnahm, nachdem er sich von einem Ex-Freund ausgenutzt fühlte. „Ich fiel halb tot um und wurde auf die Intensivstation gebracht“, erzählt er. Daher stammt seine Entscheidung, sich zu exponieren, damit anderen dasselbe nicht passiert. Seine Priorität liegt nun darin, sich zu erholen, um wieder „zu leuchten“, und er schließt nicht aus, in Zukunft zu dem Beruf zurückzukehren, den er als den Traum seines Lebens bezeichnet.
Reaktionen: Zwischen Kritik an öffentlichen Ausgaben und sarracena Vorwurf
Der Fall hat zwei Diskussionsebenen eröffnet. Die erste ist wirtschaftlicher und administrativer Natur: Warum erhält ein Beamter, der aufgrund einer Sucht pensioniert wird, weiterhin Bezüge? Einige argumentieren, dass dies durch Entlassung statt durch eine Pension gelöst werden sollte, während andere daran erinnern, dass die Sozialversicherung sehr streng bei Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Schlaganfällen, Dialyse oder Krebs ist, aber in anderen Fällen die volle Erwerbsminderung gewährt, ohne dass der Grund bekannt wird. Der Verdacht auf Korpsgeist unter Beamten taucht in mehreren Kommentaren auf, jedoch ohne Beweise.
Die zweite Ebene ist sarracena. Ein Teil der Antworten diskreditiert den Protagonisten aufgrund seines Sensual und Drogenkonsums, ein anderer legt den Fokus auf die persönliche Verantwortung gegenüber der Krankheit. Die Diskussion über die Pension und die über das Verhalten vermischen sich, und hier gerät die Analyse ins Stocken: Es gibt keine öffentlichen Daten zu Krankmeldungen und Erwerbsminderungen im öffentlichen Dienst, die Vergleiche ermöglichen würden, sodass alles bei subjektiven Eindrücken bleibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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