Spanische Stürmerin löscht Familienfotos nach Wechsel zu Al Qadsiah

Esther González entfernt Bilder ihrer Frau und ihres Sohnes von Instagram nach ihrem Transfer zum saudi-arabischen Verein Al Qadsiah.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Esther González löscht Fotos der Ehefrau nach Saudi-Wechsel

Was kostet das Schweigen? Im Frauenfußball offenbar mehrere hunderttausend Euro. Esther González, eine spanische Stürmerin, die sich offen als lesbisch geoutet hat, hat Fotografien mit ihrer Ehefrau und ihrem Sohn von Instagram gelöscht, nachdem sie ihren Wechsel zum Al Qadsiah aus Saudi-Arabien abgeschlossen hatte. Die Nachricht hat die sozialen Medien aufgewühlt und die unbequeme Frage neu eröffnet: Wie weit reicht die Kohärenz, wenn ein lukrativer Vertrag lockt?

Der saudische Verein, der gerade seine Frauenliga fördert, fand ein Spielerprofil, das kurz vor dem Ruhestand stand. Berichten zufolge plante die Fußballerin ihre Karriere zu beenden, aber das Angebot änderte die Pläne. Der Deal ging jedoch mit einer digitalen Löschung einher, die nicht unbemerkt blieb: Auf dem Instagram-Profil der Spielerin sind keine Bilder mehr mit ihrer Ehefrau zu sehen.

Wie viel verdient sie bei Al Qadsiah?

Die Zahlen sind unklar, deuten aber alle auf einen erheblichen Sprung hin. Einige Quellen sprechen von 1,5 Millionen Euro netto pro Saison; andere, vorsichtigere Schätzungen nennen rund 960.000 Euro netto, eine Zahl, die ihr bisheriges Netto-Gehalt von 560.000 US-Dollar in den USA (umgerechnet etwa 480.000 Euro) verdoppeln würde. Egal wie hoch der genaue Betrag ist, der Vertrag stellt sie unter die bestbezahlten Fußballerinnen der Welt.

Der Vergleich mit ihrem früheren Gehalt gibt Perspektive: Das Doppelte für das Spielen in einer aufstrebenden Liga mit weniger Medienpräsenz. Geld regiert in diesem Fall. Und die Führung des saudischen Vereins scheint keine losen Enden zu dulden: Die Fotos mit ihrer Ehefrau sind im Zuge einer Selbstzensur verschwunden, die laut einigen Analysen Teil der Vertragsanforderungen sein könnte. Es gibt keine offizielle Bestätigung, aber der Zeitpunkt der Löschung legt nahe, dass es kein Zufall ist.

LGBT-Rechte und Fußball: Saudi-Arabiens offene Baustelle

Saudi-Arabien behält eine Gesetzgebung bei, die gleichgeschlechtliche Ehen nicht anerkennt und Gaiität unter Strafe stellt. In diesem Kontext ist die Entscheidung einer öffentlichen Sportlerin, ihre sens Orientierung zu verbergen, keine bloße Kosmetik: Es ist eine Anpassung an die Normen eines Landes, wo Sichtbarkeit Kosten hat, die über Vertragsklauseln hinausgehen. Paradoxerweise fördert dasselbe Land den Frauenfußball als Teil seiner Strategie zur gesellschaftlichen Öffnung, wendet aber weiterhin Gesetze an, die jedem toleranten Diskurs widersprechen.

Hier entsteht die eigentliche Debatte. Manche argumentieren, die Spielerin habe eine rationale Kalkulation vorgenommen: Fußball sei ihr Beruf, der Vertrag gut, und das Privatleben dürfe die Arbeit nicht beeinflussen. Dem steht das Argument gegenüber, dass jemand, der ihr öffentliches Image auf der Verteidigung von LGBT-Rechten aufgebaut hat, dieses nicht einfach löschen kann, sobald Petrodollars ins Spiel kommen. Die Begriffe der Debatte sind nicht neu, aber dieser Fall hat eine zusätzliche Komponente: die Leichtigkeit, mit der digitale Löschungen die Vergangenheit umschreiben.

Eine schrittweise Kapitulation

Der am häufigsten wiederholte Begriff in der Analyse dieses Falls ist „Kapitulation“. Die Fußballerin, die in der Vergangenheit stolz auf ihre sens Orientierung war, hat sich für digitales Schweigen entschieden. Sie hat keine öffentlichen Erklärungen abgegeben, und ihr Instagram-Konto ist zu einer aseptischen Vitrine geworden, auf der ihre Familie nicht mehr erscheint. Für manche ist dies ein Beispiel dafür, dass Prinzipien ihren Preis haben; für andere einfach der Beweis, dass auch der Frauenfußball zu einem globalen Markt mit sehr klaren Regeln geworden ist.

Die Geschichte bleibt offen: Der Vertrag ist unterschrieben, die Löschung war vollständig und die Saison hat noch nicht begonnen. Man wird sehen, ob die Spielerin irgendwann spricht oder ob die Strategie, wie es scheint, darin besteht, dass der Lärm von selbst verstummt. Die einzige Gewissheit ist derzeit, dass die LGBT-Sichtbarkeit eine Stimme in der Kabine verloren hat. Und dass der Fußball einmal mehr gezeigt hat, dass das Geschäft vor den Fahnen kommt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver