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Spanische Staatsbürgerschaft für alle Marokkaner: Die Rechnung geht nicht auf
Der Vorschlag, 37,8 Millionen Marokkanern die spanische Staatsbürgerschaft zu verleihen, würde Spaniens Wahlrechnung und das Verhältnis zu Brüssel sprengen.
Staatsbürgerschaft für alle Marokkaner: 37,8 Millionen Stimmen
Könnte Spanien allen Marokkanern die Staatsbürgerschaft verleihen, egal wo sie leben? Die Frage klingt nach einer Provokation, doch sie geistert in Kreisen der Wirtschaftsanalyse als Gedankenexperiment über die Grenzen des Sozialstaats und der Souveränität umher. Der Ansatz beruht auf einer scheinbaren Ersparnis: Verliert eine Gruppe ihren Status als Einwanderer, erhält sie auch die damit verbundenen Leistungen nicht mehr. Die Ersparnis however verpufft, sobald man die Folgen mitrechnet.
Die Zahl, die jede Rechnung sprengt, lautet 37.840.052. So viele zusätzliche Wähler gäbe es, wenn das Bevölkerungsregister Marokkos in das spanische Wählerverzeichnis überginge. Mit einer solchen Wählermasse wäre das jetzige politische Gleichgewicht nicht wiederzuerkennen, und das Land könnte, so die Argumentation, zu einem zweiten Marokko werden. Die doppelte Staatsbürgerschaft würde zudem den reibungslosen Zugang dieser Bevölkerung zu den Staatsbürgerschaften Lateinamerikas öffnen und den Einflussbereich Rabats auf dem amerikanischen Kontinent vervielfachen.
Auch die europäischen Kosten gehen nicht auf. Eine kollektive Einbürgerung dieses Ausmaßes würde bedeuten, dass Millionen neuer EU-Bürger durch Madrids einseitige Entscheidung in den Schengen-Raum gelangten. Die Antwort Brüssels in Form von Sanktionen und gestrichenen Geldern würde jede Ersparnis bei den Sozialleistungen zunichtemachen. Die Hypothese, Spanien könne den Euro verlassen und zu einer eigenen Währung zurückkehren, gehört zum apokalyptischsten Szenario dieser Denkrichtung.
Hinter dem Experiment zeichnet sich eine weniger theoretische Realität ab: der Druck auf Ceuta und Melilla, die spanischen Enklaven in Nordafrika, und die Rolle Marokkos als geopolitischer Akteur. Wenn eine Armee, die „zahlreicher und motivierter" ist — wie eine der Deutungen lautet —, das innere Gleichgewicht nicht durch Invasion verändern muss, wäre die Masseneinbürgerung ein legaler Weg, an der Wahlurne zu erreichen, was der territoriale Weg nicht schafft.
Keine ernstzunehmende politische Kraft hat etwas Derartiges vorgeschlagen. Ob die Idee dazu dient auszumessen, wie weit steuerliche Angst und Fantasie reichen, ist eine andere Frage. Nüchternes Fazit: Wer ein paar Sozialleistungen sparen will, findet billigere Methoden, als 37,8 Millionen Stimmen und die Grenze zu verschenken.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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