Spanische Regierung vergibt Aufträge an Blackstone-Fonds

Die spanische Regierung vergab Verträge über 115 Millionen Euro an Servihabitat und Aliseda, die mit Blackstone verbunden sind, zur Verwaltung von Sareb-Wohnungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die spanische Regierung hat zwei Verträge im Gesamtwert von **115 Millionen Euro** mit Servihabitat und Aliseda geschlossen. Diese Unternehmen sind mit den Fonds Pollen Street Capital und Blackstone verbunden und sollen einen Teil des Immobilienbestands der Sareb verwalten. Die Vergabe an Aliseda in Höhe von **52,45 Millionen Euro** trat am 1. September 2026 in Kraft und läuft bis Dezember 2028.

Manchmal besitzt die Realität einen ziemlich makabren Humor. Jahrelang hat die Exekutive einen Teil ihrer politischen Erzählung um ein Wort aufgebaut, das wie eine Bedrohung klingt: Heuschrecken-Fonds. Es wurde bei Kundgebungen, in Dekreten und bei Parlamentsabstimmungen verwendet. Währenddessen unterzeichnete sie laut veröffentlichter Dokumentation Verträge mit Unternehmen, die genau diesen Gruppen gehören. Dies ist keine Metapher oder böswillige Interpretation. Es sind Fakten.

## Zwei Vergaben über 115 Millionen Euro

Die Sareb, die staatlich kontrollierte Gesellschaft, die gegründet wurde, um die toxischen Assets der Immobilienblase zu absorbieren, hat zwei Verträge zur Verwaltung eines Teils ihres Immobilienportfolios vergeben. Der Gesamtbetrag übersteigt **115 Millionen Euro**. Die Begünstigten sind zwei im Sektor bekannte Verwalter: Servihabitat und Aliseda.

Die höhere Vergabe entfällt auf Servihabitat mit **63 Millionen Euro**. Das Unternehmen gehört zum internationalen Fonds Pollen Street Capital. Laut verbreiteten Informationen wurde der Auftrag bereits vergeben, obwohl der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Die Vergabe hängt noch von einer Anfechtung ab, die im Oktober gelöst werden könnte.

Aliseda, im Besitz von **Blackstone**, erhielt einen Vertrag über **52,45 Millionen Euro**, der am 1. September 2026 in Kraft trat. Die Laufzeit erstreckt sich bis Dezember 2028, mit der Möglichkeit einer Verlängerung bis 2030. Die Vereinbarung erweitert die Aufgaben, die Aliseda seit 2022 wahrnimmt, und wurde im vergangenen Monat intern den Mitarbeitern der Sareb mitgeteilt, obwohl keine offizielle Pressemitteilung zur Unterzeichnung erfolgte. Der Verwaltungsrat genehmigte bereits den ersten Vertrag; der zweite ist noch unklar.

## Welche Aufgaben übernehmen die Verwalter?

Zu den vergebenen Aufgaben gehört die Vorbereitung von Immobilien für deren Aufnahme in **Casa 47**, das dem Ministerium für Wohnungsbau angegliederte Staatsunternehmen. Die Sareb hat mehr als **40.000 Wohnungen** für diese Übertragung reserviert, ein Prozess, der Maßnahmen zur Gewährleistung der Bewohnbarkeit erfordert. Aliseda wird auch Wohnungen, Gewerbeobjekte und Grundstücke verkaufen, Mieten verwalten und Berichte über Zahlungsausfälle und schutzbedürftige Mieter erstellen. Der Vertrag umfasst die Verwaltung von Besetzungen und die Wiedererlangung des Besitzes von Immobilien, stets nach Anweisungen der Sareb.

Der Auftrag hat eine Besonderheit, die nicht unbemerkt bleibt: Er betrifft Wohnungen, bei denen es schwieriger ist, die Voraussetzungen für den Markt zu erfüllen. Das heißt, Immobilien, die in vielen Fällen Renovierungen, Regularisierungen oder ein komplexes Management benötigen, bevor sie für bezahlbare Mieten genutzt werden können. Hier kommen die privaten Verwalter ins Spiel.

Die Paradoxie ist offensichtlich. Die Regierung hat die Sareb als Schlüsselstück für die Ausweitung des öffentlichen Wohnungsbestands dargestellt. Und um dieses Schlüsselstück zu verwalten, beauftragt sie Tochtergesellschaften der Fonds, die sie bekämpft.

## Blackstone und seine Rolle auf dem spanischen Markt

Blackstone wurde durch den Kauf von Portfolios aus ehemaligen Sparkassen und öffentlichen Verwaltungen zu einem der größten Wohnungsbesitzer in Spanien. Zeitweise verwaltete das Unternehmen über **30.000 Wohnungen** über seine Tochtergesellschaften. Obwohl es seinen Wohnimmobilienbestand reduziert hat, behält es eine bedeutende Präsenz im Land. Der Fonds hat die von einigen Mietern gemeldeten Unregelmäßigkeiten zurückgewiesen.

In seinem Jahresbericht identifiziert die Gruppe das knappe Angebot als einen der Faktoren, die ihr Wohngeschäft stützen. Sie vergleicht die jährlich gebauten **118.692 Wohnungen** mit den **714.005** im Zeitraum 2003-2007 und fügt die Prognose hinzu, dass die Bevölkerung in fünfzehn Jahren um fünf Millionen Menschen zunehmen wird. Ihre Diagnose deutet darauf hin, dass diese Kombination aus steigender Nachfrage und unzureichender Bautätigkeit die Preisfestigkeit unterstützt. Genau in einem Markt, dessen Mangel an bezahlbarem Wohnraum die Regierung bekämpfen will.

## Der Widerspruch zwischen Rhetorik und Verträgen

Die Vergabe steht im Kontrast zu den Botschaften, die die Exekutive zur Verteidigung ihrer Wohnungsdekretes verwendet hat. „Entweder man steht auf der Seite der Heuschrecken oder auf der Seite der Menschen“, erklärte **Isabel Rodríguez** vor der Abstimmung am Freitag. Sánchez hatte am Vortag gesagt: „Ich bin gerne ein Verräter an den Heuschrecken-Fonds.“ Doch laut veröffentlichten Informationen wurde der Vertrag mit der Blackstone-Tochter im August unterzeichnet, während die Ministerin die Maßnahmen vorbereitete, die später vom Kongress abgelehnt wurden.

Die Informationen haben **Susana Díaz** überrascht, die vorgeschlagen hat, dass die Exekutive diese Entscheidungen überdenkt. Die ehemalige Präsidentin Andalusiens wies darauf hin, dass die Aufträge Wohnungen der Sareb betreffen, bei denen es schwieriger ist, auf den Markt zu gehen, aber diese Erklärung hinderte sie nicht daran, eine Korrektur zu fordern: „Das ist etwas, worüber die Regierung nachdenken muss, und ich fände es nicht schlecht, wenn sie rückgängig machen würde, im Gegenteil, ich fände es gut.“

Beide Verträge wurden von Kritikern als „der dokumentarische Beweis für die Heuchelei“ bezeichnet. Der Ausdruck fasst das Problem gut zusammen: Es geht nicht darum, dass die Regierung ihre Meinung über Heuschrecken-Fonds geändert hat. Es geht darum, dass sie nie aufgehört hat, mit ihnen Verträge abzuschließen, während sie sie öffentlich brandmarkte. Die Sareb, die das Instrument sein sollte, um die Exzesse der Blase zu korrigieren, wird nun teilweise von Akteuren verwaltet, die jenen Zyklus am besten ausgenutzt haben. Und die Wohnungen, die den öffentlichen Bestand erweitern sollten, gehen teilweise durch private Hände, die für ihre Verwaltung bezahlt werden.

Es sei daran erinnert, dass die Sareb eine mehrheitlich staatlich getragene Gesellschaft ist, aber privates Kapital im Aktionariat hat. Ihre Beschaffungsentscheidungen folgen Wettbewerbsverfahren, und die Vergaben basieren auf technischen und wirtschaftlichen Kriterien. Das eliminiert nicht den politischen Widerspruch, erklärt aber, warum eine Einrichtung, die spezialisierte Verwalter braucht, auf Unternehmen zurückgreift, die das Terrain bereits kennen. Das Problem ist weniger die Legalität des Verfahrens als die Kohärenz der ihn umgebenden Rhetorik.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2 Antworten).

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