Spanische Fregatte F-80 im Roten Meer: Schutz oder Köder?

Die Fregatte Victoria patrouilliert im Roten Meer mit einem Design der 70er Jahre. Debatte darüber, ob sie spanische Interessen verteidigt oder als Köder dient.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Fregatte F-80 im Roten Meer: Schutz oder Köder?
Fregatte F-80 auf dem Weg ins Rote Meer: Eskorte oder Blitzableiter?

Eine Fregatte der Klasse F-80, bei der die Victoria die jüngsten Einsätze anführt, navigiert in ein Gebiet, in dem Angriffe auf Handelsschiffe das Rote Meer zu einem Pulverfass gemacht haben. Die Ausgangslage ist unbequem: Wenn die Huthis eine Rakete auf ein Schiff abfeuern, wird die westliche Antwort lauwarm ausfallen, und die Besatzung wird den Aufprall ertragen müssen. Ein Szenario, das als „Win-Win“ für alle außer dem Opfer beschrieben wird. Die dahinterliegende Frage ist nicht taktisch, sondern politisch: Welche Interessen verteidigt ein spanisches Schiff Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt?

Was macht eine F-80 im Roten Meer?

Die spanische Klasse F-80 leitet sich von den US-amerikanischen FFG-7 Oliver Hazard Perry ab. Laut Analyse-Daten begann der Bau der ersten spanischen Einheit 1982, und sie ging 1986 in Dienst. Die US Navy zog ihre letzten Einheiten dieses Typs 2015 aus dem Dienst, nachdem sie sie als Patrouillenboote zweiter Wahl genutzt hatte. Diese zeitliche Lücke ist der Kern der technischen Kritik: Ein Rumpf, der Anfang der Siebziger entworfen wurde, ohne tiefgreifende Modernisierungen, operiert in einer Umgebung, die von Drohnen und Anti-Schiff-Raketen übersättigt ist.

Wie detailliert beschrieben, umfasst die Bewaffnung der Victoria einen Mk-13-Werfer mit 32 Standard-SM-1MR-Raketen und 8 Harpoon, eine Oto-Melara-Kanone mit 76 mm, ein Meroka-CIWS mit 20 mm, zwei Drillinge für U-Boot-Torpedos und zwei Browning-M2-Maschinengewehre mit 12,7 mm, die 2021 durch ferngesteuerte Sentinel-2-Montagen ersetzt wurden. Der schwebende Zweifel besteht darin, ob diese Punktverteidigung gegen einen billigen Angriff ausreicht. Manche behaupten, dass den F-80 eine echte Punktverteidigung fehle und ein „schlampiger“ Angriff genügen könnte. Als Präzedenzfall wird ein Schiff dieser Familie zitiert, das in der Vergangenheit von einer iranischen Exocet getroffen wurde und den Einschlag überstand.

Das Präzedenzfall der spanischen F-18 auf dem Balkan

Die Erinnerung an frühere Einsätze wiegt schwer. Bei der ersten Welle von Angriffen auf Serbien waren laut einem Teilnehmer die spanischen F-18 die Ersten, die eingriffen. Erst als bestätigt war, dass sie nicht abgeschossen wurden, schloss sich der Rest der Koalition an. Dieses Muster – kleinere Partner zuerst einzusetzen, um die feindliche Reaktion zu kalibrieren – nährt den Verdacht, dass die Fregatte als Blitzableiter fungiert. Der Vergleich mit der USS Maine, deren Explosion 1898 als Casus Belli diente, taucht explizit in der Argumentation auf.

Das Misstrauen gegenüber US-Material stützt sich auf die Ukraine. Patriot-Systeme haben laut verbreiteten Argumenten eine fragwürdige Wirksamkeit gegen Huthi-Raketen und -Drohnen gezeigt, und die Saudis wissen dies besser als jeder andere. Wenn die Patriots nicht stoppen können, was die Huthis abschießen, was kann man dann von einer Fregatte mit einem Design der Siebziger erwarten?

Die menschlichen und Lohnkosten des Einsatzes

Die Debatte wird konkret, wenn es um die Besatzung geht. Ein dort eingesetzter Sohn verdient viermal weniger als ein US-Militärangehöriger in derselben Zone und hält den Kopf hin, um den Treffer zu empfangen. Der Lohnvergleich ist kein Detail am Rande: Er verwandelt die geopolitische Diskussion in eine Frage der internen Gerechtigkeit. Es wird argumentiert, dass der Einsatz nicht Spaniens Sache sei, dass die Operation Atalanta bereits die Seesicherheit in der Region decke und dass der neue Einsatz fremden Interessen diene.

Manche gehen weiter und behaupten, Spanien sollte sich vom anglo-amerikanischen Achse lösen und die Straße von Gibraltar und die Kanarischen Inseln priorisieren. Die Kritik an der politischen Klasse ist parteiübergreifend: Der Regierungschef wird nach einem Anschlag als ruhig und reflektiert beschrieben, der einen Verhandlungsführer mit niedrigem Profil entsandt hat. Die Ironie über die institutionelle Reaktionsfähigkeit zieht sich durch viele Stellungnahmen.

Die Blockade des Roten Meeres und wer die Route bezahlt

Der wirtschaftliche Hintergrund ist die Blockade der wichtigsten Seeroute zwischen Europa und Asien. Die Huthis greifen Schiffe an, und Reedereien leiten Routen um oder zahlen Risikoprämien. China, das Milliarden an Waren über diesen Weg transportiert, stellt keinen einzigen Soldaten. Ägypten kassiert Gebühren für den Suezkanal. Europa hingegen schickt Fregatten. Diese Asymmetrie ist das zentrale Argument derer, die in dem Einsatz eine Abtretung von Souveränität sehen.

Die wiederkehrende Frage lautet, warum Europa seine eigenen Seegrenzen nicht kontrolliert, aber vor Jemen patrouilliert. Offizielle Antworten verweisen auf die NATO und die EU, doch die Infragestellung endet dort nicht. Es wird argumentiert, dass der Einsatz nicht der Sicherheit der Region dient, sondern einem konkreten Verbündeten Unterstützung bietet.

Die Fregatte Victoria und die Entführung im Indischen Ozean

Die Victoria ist solche Operationen nicht fremd. Die spanische Marine hat sie mit einem AB212-Hubschrauber und Scan-Eagle-Drohnen eingesetzt, um ein von Piraten entführtes Handelsschiff im Indischen Ozean zu überwachen. Darüber hinaus wurden Abschussvorrichtungen für Raketen, Torpedos und Chaff der Veteranen-F-80 instand gesetzt und Munition für Fregatten- und BAM-Kanonen für fast zwei Millionen Euro gekauft. Diese Ausgabe für ein Schiff mit veraltetem Design schließt den Kreis: Es wird investiert, um ein System betriebsfähig zu halten, das die US Navy selbst außer Dienst gestellt hat.

Das Fazit ist nicht schlüssig. Die Fregatte setzt ihren Kurs fort, die Besatzung bleibt an Bord, und die Frage, wer die politische und menschliche Rechnung für den Einsatz zahlt, bleibt unbeantwortet. Die verwirrende Tatsache ist einfach: Das Schiff, das im Roten Meer patrouilliert, wurde von seinem ursprünglichen Designer vor fast einem Jahrzehnt ausgemustert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (110 Antworten).

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