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Spanische Forschung zu Iberern scheitert am Budget
Nur ein Fünftel der bekannten iberischen Fundstätten ist ausgegraben, da Mittel und rechtliche Anreize fehlen.
Forscher betont, dass nur ein Fünftel der bekannten iberischen Stätten ausgegraben wurde
Ein spanischer Forscher ließ in einem Podcast durchblicken: Von allen katalogisierten iberischen Fundstätten wurde kaum ein Fünftel untersucht. Der Rest liegt weiterhin unter der Erde, nicht aus Mangel an wissenschaftlichem Interesse, sondern wegen fehlender Budgets. Das ist die Paradoxie, die jede Diskussion über die Kultur dominiert, die vor Rom einen Großteil der Halbinsel besetzte: Wir wissen, dass es Schrift gab, Städte und eine komplexe soziale Organisation, aber wir können ihre Texte immer noch nicht lesen. Die unvermeidliche Frage lautet warum.
Eine unentschlüsselte Sprache und Bleitafeln aus vergangenen Jahrhunderten
Der häufigste Fall ist die Bleitafel von Orleyl, gefunden in einem Brandgrab im Tal von Uxó in Castellón. Sie enthält einen Text in iberischer Schrift, der sich seit Jahrzehnten der Entschlüsselung widersetzt. Die Hoffnung der Experten ist, eines Tages eine zweisprachige Inschrift zu finden – Griechisch/Iberisch oder Latein/Iberisch –, die den Weg zur Entzifferung ebnet, ähnlich wie der Stein von Rosette bei den Hieroglyphen. Bis dahin gibt es nur kurze Inschriften, Fragmente, Eigennamen und wiederkehrende Formeln, deren Bedeutung wir nicht vollständig kennen.
Das ist der eigentliche Flaschenhals. Es gibt keine Verschwörung aus dem Büro heraus, aber ein Problem der Anreize: Grabungen sind teuer, Veröffentlichungen dauern lange und die mediale Resonanz ist gering. Geiz, wie es im Gespräch heißt, braucht keine geheimen Treffen, um denselben Effekt wie eine schwarze Hand zu erzielen.
Fundstätte in Jaén bleibt unter Asphalt begraben
Ein konkretes Beispiel wurde genannt: Die Universität Jaén führt archäologische Sondierungen in Ägypten durch, während die Stadt mit konzentrischen Ringen direkt darunter nicht tiefgehend erforscht wird, teilweise sogar überbaut. Dies ist kein Einzelfall. Fundstätten sind Albträume für Bauunternehmen und Stadtplanungsämter, was das Gleichgewicht zugunsten administrativen Schweigens verschiebt. Wenn der Boden als Bauland mehr wert ist als als Fundstätte, verliert die Archäologie.
Hinzu kommt der rechtliche Rahmen des Kulturerbes. Manche behaupten, wenn man Stücke auf privatem Grund findet, erkennt das Gesetz einen Prozentsatz des Wertes an, wenn es sich um „Schätze“ handelt – Münzen, Edelmetalle –, aber wenn es ein archäologisches Gut ist, geht es an den Staat. Der Landwirt, der auf ein iberisches Gefäß stößt, erhält nichts und sieht seine Ernte zerstört. Das Ergebnis ist vorhersehbar: Nicht gemeldete Funde.
Debatte über die iberische Frau und auferlegte Narrative
Die Unterhaltung wanderte zu einem Thema, das viele nervös macht: die Rolle der Frau in der iberischen Gesellschaft. Die Römer dokumentierten ihr Erstaunen über die Behandlung der Frauen auf der Halbinsel. Manche lesen dies als neutrales historisches Faktum, andere machen daraus ideologische Munition in beide Richtungen. Die Diskussion verheddert sich, weil das verfügbare Wissen so knapp ist, dass jeder die Lücken mit dem füllt, was er ohnehin schon glaubte.
Gleiches gilt für die baskische Sprache. Die Hypothese, dass Euskara vom Iberischen abstammt, hat Befürworter und Gegner, und der Fund der Hand von Irulegui hat den Streit neu entfacht: Manche behaupten, der Text sei iberisch, andere präsentieren ihn als Beweis für eine ur-baskische Sprache. Die wissenschaftliche Beweislage klärt die Frage nicht und lässt Raum für interessengeleitete Interpretationen.
Gefürchtete Krieger und keine Staatsorganisation
Über den militärischen Charakter der iberischen Völker herrscht mehr Konsens. Sie kämpften als Söldner für Griechen, Karthager und Römer. Die Devotio – das Gelöbnis, sich für den Häuptling zu opfern, wenn dieser fiel – beeindruckte die Römer selbst, die sie übernahmen. Ihre Kavallerie ritt paarweise, wahrscheinlich wegen fehlender Steigbügel, und ihre Infanterie war geschätzt. Die Falcata, eine gebogene Klinge mit zwei Schneiden, war eine furchteinflößende Waffe im Nahkampf.
Rom brauchte lange, um die Halbinsel zu kontrollieren, nicht wegen mangelnder Mittel. Der Widerstand war langwierig und kostspielig. Was fehlte, war eine einheitliche Organisation: Die iberischen Völker bildeten keinen Staat, und diese Fragmentierung erleichterte die Eroberung. Die Ironie ist, dass wir heute immer noch zu wenig über sie wissen, um ihre Geschichte mit derselben Sorgfalt zu schreiben wie die ihrer Eroberer.
Schwarze Hand oder bloße Trägheit?
Die ehrlichste Antwort ist, dass man sich nicht entscheiden muss. Institutionelle Trägheit, die Kosten für Grabungen und das Fehlen einer kritischen Masse an Forschern führen zum selben Ergebnis wie bewusste Zensur: eine halb bekannte Vergangenheit. Manche sehen politische Absicht im Vergessen, andere einfach ein Land, das lieber andere Dinge finanziert. Beide Lesarten koexistieren, ohne dass eine davon schlüssige Beweise vorgelegt hat.
Tatsache ist, dass das verfügbare Wissen wertvoll ist und sein Fehlen niemandem nützt. Die Frage ist, ob es jemals Budget geben wird, um dies zu überprüfen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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