Spaniens Wohnungskrise: Hohe Einkommen in Madrid chancenlos

In Spanien kann ein Paar mit 5.500 €/Monat keine Wohnung in Madrid kaufen. Preise bei 550.000 €, Mieten bei 2.000 €, getrieben von Migration und Inflation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid: 550.000 € für eine angemessene Wohnung, 2.000 € Miete. Gibt es eine Lösung?

Ein akademisch gebildetes Paar Anfang 40 mit einem kombinierten Monatseinkommen von 5.500 € kann sich in Madrid keine angemessene Wohnung leisten. Vor zehn Jahren kostete dieselbe Immobilie 200.000 € und die Miete lag bei 750 €. Der Unterschied ist gravierend: Die Mieten haben sich um das 2,7-Fache erhöht, die Kaufpreise um das 2,75-Fache. Der Arbeitsmarkt hat nicht Schritt gehalten. Wer 31.000 € jährlich verdient, plus weitere 23.000 € des Partners, gilt als glücklich, wenn dank eines Freundes nur 700 € Miete gezahlt werden können. Ohne diese Hilfe würden sie die Prüfung durch die Mietausfallversicherung nicht bestehen.

Die Diagnose: Migration, Inflation oder beides

Die häufigste Erklärung ist der demografische Druck. Während Spaniens Bevölkerung nicht gewachsen ist, hat die Masseneinwanderung die Nachfrage in Großstädten explodieren lassen. Vermieter können 2.000 € verlangen, weil zehn Personen bereit sind, sich zusammenzupressen und jeweils 200 € zu zahlen. In den USA zeigt sich der gegenteilige Effekt dort, wo die Einwanderung begrenzt wurde. Eine andere Strömung führt die Geldpolitik des Euro ins Feld. Die unkontrollierte Ausgabe durch die EZB hat eine Inflation ausgelöst, die die Kaufkraft erodiert. Der Höhepunkt der Kaufkraft liegt vor der Einführung des Euro. Beide Lager sind sich einig, dass das Problem strukturell und nicht konjunkturell ist.

Individuelle Lösungen: Vom Homeoffice aufs Land

Wer kann, geht. Das Homeoffice hat es einigen ermöglicht, Chalets für 60.000 € in Orten wie Toledo zu kaufen, eine Stunde von Madrid entfernt. Andere ohne Remote-Arbeit nehmen unbezahlten Urlaub, um in ihre Heimatdörfer zurückzukehren, auch ohne Job. Das leere ländliche Spanien bietet günstige oder sogar kostenlose Häuser, aber auf Kosten sozialer Netzwerke und Dienstleistungen. Für Familien mit Teenagern ist dieser Umzug traumatisch. Erbschaft erscheint für viele als einziger realistischer Weg: Wer Immobilien erbt, kann verkaufen oder vermieten, während andere ausgeschlossen bleiben.

Die Politik hilft nicht

Die politische Bilanz ist vernichtend. Die Linke wird der Inkompetenz bezichtigt, die Rechte des Wegschauens. Mit 75 % Wohneigentümern gibt es einen Wahlanreiz, nicht einzugreifen. Kritiker sprechen von einer verlorenen "kulturellen Schlacht" gegen wuchernde Vermieter, aber auch von gesellschaftlicher Gleichgültigkeit: Erst wenn die Mehrheit physischen Hunger leidet, wird sich etwas ändern. Einige sehen die Lösung im Ausstieg aus dem Euro, was jedoch ebenso Angst macht wie das Problem selbst.

Wird die Blase platzen?

Skeptiker glauben, dass die Korrektur durch einen Wirtschaftszusammenbruch oder Hyperinflation kommt, bei der Wohnungen nominell Millionen wert sind. Andere, müde vom Warten, kaufen jetzt unter der Annahme, dass die Preise nicht sinken werden. Die offene Frage bleibt: Wie weit kann ein Markt gedehnt werden, der bereits Doppelverdiener-Familien mit Universitätsabschluss ausschließt?



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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (165 Antworten).

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